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Windows unter Linux ausführen
Grafische Installation
Erst nachdem sämtliche Vorbereitungsarbeiten bis zu dieser Stelle erledigt sind, kommt das erwähnte für Win4Lin 3.0 neu entwickelte grafische Installationsprogramm zum Einsatz, wobei die Bezeichnung "Installationsprogramm" hier kaum angemessen erscheint: Das Tool ist weniger für die Installation des Win4Lin-Binaries gedacht ist, sondern zur Einrichtung einer Gastumgebung für Windows 9x. Das Programm finden Sie zum Beispiel auf der Win4Lin-CD unter /cdrom/install-win4lin.
Wer über zwei CD-Laufwerke verfügt (also etwa einen zusätzlichen CD-Recorder), kann das Programm direkt von der CD starten; die Windows-CD kann vom Brenner eingelesen werden. Bei eingelegter Windows-CD liest der grafische Installer im ersten Schritt die CAB-Dateien ein und legt diese in einem vorbereiteten Win4Lin-Laufwerk auf der Festplatte ab. Beim folgenden Schritt wird eine bootfähige Windows-Startdiskette benötigt, von der der Win4Lin-Installer die Windows-Systemdateien übernimmt. Die Vorkonfiguration einer Windows-Session ist damit abgeschlossen und Win4Lin einsatzbereit. Im folgenden Schritt installieren Sie das Windows-9x-Betriebssystem.
Windows-Session vorbereiten
Bevor Sie Windows installieren können, müssen Sie eine geeignete System-Umgebung für das virtuelle System vorbereiten, das heißt zur Feinabstimmung der Hardware-Emulation kommt im Folgenden ein weiteres Konfigurations-Tool zum Einsatz. Hierzu starten Sie entweder als gewöhnlicher Benutzer oder als root aus einem Terminal das menügeführte Tool winsetup. Dieses dient dazu, die wichtigsten Umgebungs-Parameter für eine lokale Windows-Session einzustellen, wie etwa Pfade zu den Benutzerverzeichnissen und Windows-Systemdateien oder die Zuordnungen der Gerätedateien beziehungsweise der verwendeten Devices des Wirtsystems. Außerdem können Sie mit Hilfe von winsetup Optimierungseinstellungen für den Grafiktreiber vornehmen. Starten Sie winsetup als root, gelten die vorgenommenen Einstellungen systemweit.
Sie können und müssen winsetup als User verwenden, um eine benutzerspezifische Konfiguration vorzunehmen. Danach können Sie durch Eingabe von win jederzeit eine Windows-Session starten. Beim jeweils ersten Aufruf von win wird zunächst genau wie bei einer nativen Installation eine gewöhnliche Windows-Installation eingeleitet.
Doch zunächst zurück zu winsetup. Die Konfiguration mittels winsetup gliedert sich in einem systemweiten Teil (winsetup muss von root aufgerufen werden) und einen benutzerspezifischen Teil. Letzterer dient jedem Win4Lin-Anwender zur Konfiguration einer persönlichen Win4Lin-Session. Im systemweiten Teil kann der Systemverwalter zunächst zusätzliche native DOS-Partitionen oder virtuelle DOS-Laufwerke, wie etwa das sogenannte Shared-Drive J: einrichten. Mehr zu den von Win4Lin zur Verfügung gestellten Laufwerken folgt im nächsten Abschnitt. Im systemweiten Teil von winsetup besteht außerdem noch eine zusätzliche Möglichkeit, die Windows-CD (CAB-Dateien) einzulesen.
Bevor Sie als gewöhnlicher Benutzer eine Windows-Installation innerhalb der durch win gestarteten Win4Lin-Session initiieren, sollten Sie im benutzerspezifischen Teil von winsetup die Pfade und Mappings zu den Personal Drives sowie den Windows-Laufwerken (C:) einstellen, die unterhalb von $HOME/win direkt ins Linux-Filesystem abgebildet werden. Sie können ebenfalls die Default-Vorgaben überprüfen.



