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KOffice 1.1 - Erster Eindruck

01.11.2001 KOffice ist eine Sammlung verschiedener, freier Büroprogramme. Nachdem die erste, mit KDE 2 ausgelieferte Version wegen häufiger Abstürze etwas enttäuschte, ist nun endlich ein verbesserter Nachfolger verfügbar. Für uns Anlass genug, einen kurzen Überblick über die Neuheiten der Version 1.1 zu geben.

Am 29. August war es endlich soweit: auf den Internet-Seiten des KOffice-Projektes [1] wurde die neue Version 1.1 des freien Office-Paketes zum Download freigegeben. Für einen reibungslosen Einsatz wird KDE ab Version 2.1.2 vorausgesetzt. Anwender anderer Oberflächen wie z. B. GNOME benötigen die zur Version 2.1.2 gehörenden Bibliotheken (Paket kdelibs; bei SuSE klibs).

Analog zu StarOffice oder Applixware stellt KOffice ein Paket verschiedenster Büroprogramme dar. Ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz besteht in der nahtlosen Integration der einzelnen Komponenten in den KDE-2-Desktop [2]. Darüber hinaus lassen sich die einzelnen Anwendungen fast beliebig miteinander kombinieren. So ist es z. B. möglich, eine Tabelle aus KSpread in die Textverarbeitung KWord einzubetten und diese dort direkt weiter zu bearbeiten.

Wer vor dem Download und der Installation des fast 9 MB großen Paketes für seine Linux-Distribution nicht zurückschreckt (Sourcen und fertige Pakete für einige Distributionen finden Sie auf der Heft-CD), wird im Startmenü neben den bereits von Version 1.0 bekannten Komponenten KWord (Textverarbeitung), KSpread (Tabellenkalkulation), KPresenter (Präsentationsprogramm), KChart (Diagrammerstellung), KFormula (Formeleditor) und Kontour (Zeichenprogramm) zwei neue Anwendungen entdecken: Kugar und Kivio. Diese beiden Komponenten der Firma The Kompany [3] existieren schon seit längerem als eigenständige KDE-Programme, wurden aber für die Version 1.1 zum ersten Mal in KOffice integriert. Bei Kugar handelt es sich um ein kleines Programm zur Erstellung von Geschäfts-Reports auf der Grundlage von XML-Dateien, bei Kivio um ein Zeichenprogramm für Flussdiagramme. Insbesondere Kivio hinterlässt durch seinen ansehnlichen Funktionsumfang und die gut aufgebaute Oberfläche einen sehr guten ersten Eindruck (Abbildung 1).

Abbildung 1: Kivio, das neue Programm für Flussdiagramme

Das auf der Homepage des KOffice-Projekts angekündigte Bildbearbeitungsprogramm Krayon findet man übrigens in den aktuellen Paketen nicht - hier scheint der Fehlerteufel den Einzug in die finale Version verhindert zu haben.

Die Alten

Bei den übrigen, schon in der Vorgängerversion enthaltenen Office-Komponenten verbergen sich die wesentlichen Neuerungen unterhalb der Oberfläche. So wurde das gesamte Paket an die neuen KDE- und Qt-Bibliotheken angeglichen. Als Folge lassen sich nun die erweiterten Druckmöglichkeiten aus KDE 2.2 verwenden.

Ebenfalls von großer Hilfe ist die neue Druckvorschau, mit der sich Dokumente vor dem eigentlichen Ausdruck begutachten lassen. Darüber hinaus wurden Datei-Import und Export erweitert: So bieten nun einige Komponenten neben dem Datenaustausch mit Microsoft-Office-Anwendungen auch die Unterstützung von Abiword (Im- und Export), Applixware-Office (nur Import) und sogar teilweise für die für Profis interessanten LaTeX-Dokumente (nur Export). Zusätzlich kann KSpread die aus WordPerfect Office stammenden Quattro-Pro-Tabellen einlesen.

Die Textverarbeitungskomponente KWord bringt neben dem verbesserten Unterbau viele kleinere Detailverbesserungen mit. So entfällt z. B. das lästige Umschalten zwischen Eingabe- und Layoutmodus. Ähnliches gilt für KSpread und KPresenter - auch dort halten sich die Änderungen in Grenzen.

Das nach einem Namensstreit mit Adobe von KIllustrator in Kontour umbenannte Vektormalprogramm weist hingegen ein paar Neuerungen auf, die direkt nach seinem Start ins Auge fallen. So kann ein Dokument nun endlich mehrere Seiten umfassen und ein neues andockbares Fenster erleichtert die Arbeit mit verschiedenen Ebenen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Am unteren Rand des Kontour-Fensters sind das neue Fenster für Ebenen und die Leiste zum Wechsel zwischen den einzelnen Seiten sichtbar

Fazit

Unsere ersten Gehversuche hinterlassen einen vielversprechenden Eindruck. Die KOffice-Entwicklergemeinde scheint ihr Augenmerk primär auf eine verbesserte Stabilität und die Fehlerbeseitigung gelegt zu haben. Wie der kleine Versionssprung bereits andeutet, haben es hierdurch nur wenige neue Funktionen in die finale Version 1.1 geschafft. Die Antwort auf die Frage, ob das KOffice-Team tatsächlich ein absturzfreies Office-Paket abgeliefert hat, folgt in einem ausführlichen Test in einer unserer nächsten Ausgaben.

Infos

[1] KOffice-Homepage: http://www.koffice.org

[2] Homepage des KDE-Projektes: http://www.kde.org

[3] The Kompany: http://www.thekompany.com

[4] Test von KOffice 1.0 im LinuxUser 12/2000, http://www.linux-user.de/ausgabe/2000/12/020-koffice/koffice.html

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 03/2012

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