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Fischers Fritz fischt frische Web Sites – mit Wget

Zu Befehl

Grafisch fischen – mit gtm und kwebget

Mit dem GTransferManager und KWebGet gibt es zwei Tools, die direkt auf Wget aufsetzen. GTransferManager basiert auf den Gtk-Libraries - das README verrät, dass mindestens Gtk 1.2.x auf dem System vorhanden sein sollte. Da sich auf dem Web-Server nur Red-Hat-7-RPMs befinden, beschreiben wir kurz die Installation aus den Sourcen: Nach dem Entpacken des Archivs (tar xzf /tmp/gtm-0.4.9.tar.gz) und Wechsel in das neue Verzeichnis gtm-0.4.9 erzeugt der übliche Dreischritt aus den Befehlen ./configure, make und make install das lauffähige Programm. Die Übersetzung der Elemente ins Deutsche ist nicht sonderlich gut gelungen, weshalb es sich empfiehlt, das Programm in Englisch zu starten (vor dem Aufruf export LANG=en_US).

Nach erfolgreicher Installation können Sie das Programm z. B. aus einem Xterm heraus mit dem Aufruf gtm & starten. Klicken Sie zunächst auf Settings/Preferences und konfigurieren Sie das Programm nach Ihren Wünschen - mit dem Hintergrundwissen, das Sie sich über Wget angeeignet haben, ist das kein Problem mehr. Sie können einen Proxy-Server auswählen (s. bei Wget die Optionen zu --proxy=), ein Download-Verzeichnis auswählen, die Anzahl der Versuche definieren und als spielerische Ergänzung den "Look" vom Programm und einen Sound einstellen. Zum Download fügen Sie mit New eine neue URL hinzu und klicken dann auf Start. Rekursive Downloads beherrscht GTM aber noch nicht.

Abbildung 1: GTM fragt nur nach URL und Zielverzeichnis

Abbildung 2: Die Bedienoberfläche von GTM ist hübsch; leider fehlen dem GNOME-Programm noch viele Funktionen

Fortgeschrittener ist KWebGet: Ein Download-Assistent führt Sie in mehreren Schritten durch die Abfrage der relevanten Informationen. Dabei ist eines der möglichen "Projekte" das Erstellen eines Mirrors, also das vollständige Spiegeln einer Web-Seite.

Abbildung 3: Hier wird dem KWebGet-Assistenten die Start-URL mitgeteilt

Nach der Zwiesprache mit dem Download-Assistenten ist das aktuelle Download-Projekt noch in einem Dialog mit sieben Karteikarten detailliert konfigurierbar; die meisten von Wget bekannten Optionen finden Sie hier wieder, so etwa Einstellungen zu Rekursions-Level und Wiederholversuchen oder Dateitypen (Abbildung 4). Selbst eine Zeitverzögerung kann hier vorgegeben werden: Interessant, falls Sie einen größeren Download planen aber während der Arbeitszeit nicht die Bandbreite Ihres Internet-Zugangs schmälern wollen.

Abbildung 4: KWebGet-Einstellungen

Die grafischen Frontends zu Wget sind leicht zu bedienen. Es ist jedoch wie bei allen Programmen, die in "Zu Befehl" vorgestellt werden, immer wieder die Kommandozeile, die die vielfältigeren Möglichkeiten bietet. Haben Sie sich einmal mit den langen Befehlsaufrufen angefreundet, entdecken Sie schnell die Vorteile, z. B. bei der Kombination von Befehlen. In Zusammenarbeit mit dem Programm screen (LinuxUser 01/2001, Zu Befehl) starten Sie Wget für größere Downloads auf einem entfernten Rechner im Hintergrund und trennen die Verbindung wieder. Insbesondere der Download-Assistent von KWebGet verdeutlicht zudem: Der Komfort des GUI-Tools ist hoch, aber es dauert auch Ewigkeiten, sich durch die Dialoge zu klicken.

Glossar

Proxy-Server

Ein Proxy wird typischerweise aus zwei Gründen verwendet: Wenn Ihr Internet-Zugang keine direkte Verbindung zu beliebigen Rechnern im Netz erlaubt, richtet der Provider einen Proxy-Server ein, über den dann alle WWW- und FTP-Anfragen laufen. Der Proxy selbst prüft dann zunächst, ob er die gesuchte Seite lokal in seinem Cache hat. Falls ja, schickt er diese Kopie; falls nein, zieht er selbst die Seite aus dem Netz und überträgt sie dann. In einem Intranet ergibt der Einsatz eines Proxies Sinn, wenn häufig von mehreren Anwendern auf die gleichen Seiten zugegriffen wird. Dann spart der Proxy Download-Gebühren.

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LinuxUser 06/2012

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