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Automatisches Web-Seiten-Update mit sitecopy

Web-Seite aktuell

Wenn die Dateien auf dem Web Server mit den Dateien in Ihrem Homepage-Verzeichnis identisch sind, dann sagen Sie sitecopy dies mit dem Befehl

sitecopy -c web1

Die Option -c (oder auch --catchup) bezeichnet den Catchup Mode und bewirkt, dass sitecopy nun von der Identität der entspechenden Dateien ausgeht. Das web1 am Ende des Befehls entspricht unserem Eintrag der site-Zeile in der Datei ~/.sitecopyrc. Die Option -c muss ebenfalls von Ihnen gewählt werden, wenn Sie weder auf dem Server noch auf Ihrer Festplatte Dateien für Ihre Homepage haben. Für diesen Befehl brauchen Sie nicht mit dem Internet verbunden zu sein.

Eine Auskunft über die Dateien und Dokumente auf dem Server gibt Ihnen das Kommando sitecopy -f web1, nachdem Sie sich bei Ihrem Provider eingewählt haben. Die Liste dieser Daten verändert Ihre Web-Seite nicht, ist jedoch für die folgenden Kommandos nützlich.

Abbildung 1: Eine Liste der Dateien auf dem Server

Manchmal sind die Dateien auf dem Server aktueller als die Dokumente auf Ihrer Festplatte, beispielsweise nach einem fehlgeschlagenen Backup oder der Neuinstallation einer anderen Distribution. In diesem Falle können Sie mit dem Kommando…

sitecopy -o -s web1

…die Dateien vom Web Server in Ihr Homepage-Verzeichnis kopieren. Die Option -s (oder auch --synchronize) überschreibt hier alle Dateien mit denen vom Server und aktualisiert so die Web-Dokumente auf Ihrer Festplatte. Mit der Option -o (oder auch --show-progress) zeigt Ihnen sitecopy den Fortschritt des Datentransfers zwischen ihrem Rechner und dem Server.

Sollte Ihnen ein sitecopy -f web1 zeigen, dass Ihr Platz auf dem Server leer und frei ist, dann können Sie den Inhalt Ihres Homepage-Verzeichnisses hochladen mit dem Befehl:

sitecopy -o -u web1

Die Option -u (oder auch --update) aktualisiert Ihre Web-Seite auf dem Server mit den Dateien Ihrer Festplatte. Dieses Kommando ist in Zukunft alles, was Sie zum Verwalten Ihrer Web-Seite auf dem Server brauchen werden. Egal, was Sie auch an der Struktur Ihrer Homepage auf der Festplatte ändern, sitecopy setzt mit der Option -u alles für Sie auf dem Server um. Weitere Homepages, die Sie zugleich aktualisieren wollen, hängen Sie einfach an den ursprünglichen Befehl an:

sitecopy -o -u web1 web2 web3

Selbstverständlich können Sie sich die Arbeit noch ein Stück weit erleichtern. Öffnen Sie als Root die Datei /etc/ppp/ip-up in Ihrem Editor, und richten Sie mit folgender Zeile den Aufruf von sitecopy bei jeder Einwahl ein. Sowohl den User-Name als auch den site-Name web1 passen Sie bitte Ihren Bedürfnissen an:

su -c "sitecopy -u web1" User-Name

Abbildung 2: Ein Update der Homepage mit sitecopy

Xsitecopy

Nicht jeder Mensch benutzt gerne ein xterm oder die Textkonsole, um dort die Tastatur zu bedienen, sondern arbeitet lieber mit der Hand an der Maus. Hier hilft Ihnen das sitecopy Frontend von GNOME, das Sie mit dem Befehl xsitecopy aufrufen können, wenn Sie es installiert haben.

Mit dem Button New site wecken Sie den Site Creation Druid, der ein Interface präsentiert, um Ihnen bei der Erstellung der Dastei ~/.sitecopyrc zu helfen. Sollten Sie diese Konfigurationsdatei schon erstellt haben, wird sie von xsitecopy eingelesen.

Im linken Fenster wird Ihr Homepage-Verzeichnis angezeigt. Dort können Sie mit der Maus einzelne Verzeichnisse und Dateien auswählen, um sich z. B. die User ID anzeigen zu lassen, den Mime Typ oder das Datum der letzten Änderung. Auf diese Weise ist es auch möglich, einzelne Seiten zum Hochladen auf den Server zu markieren oder sie gar zu löschen.

In der Hauptleiste übernimmt der Button Catch-up den Ihnen schon bekannten Befehl sitecopy -c. Der Button Initialise bietet das Gegenstück sitecopy -i, und kennzeichnet jede markierte Datei als nicht auf dem Server vorhanden. Mit dem Button Open weisen Sie sitecopy an, eine weitere Konfigurationsdatei einzulesen. Diesen Part übernimmt auf der Kommandozeile der Befehl sitecopy -r RCFILE.

Abbildung 3: Eine Datei-Info mit xsitecopy

Die Bedienung von xsitecopy ist intuitiv und teilweise in Deutsch, mit einer gelungenen Hilfe. Leider erweist sich das Frontend zuweilen als instabil, und es kann eine Automatisierung durch das Skript /etc/ppp/ip-up nicht ersetzten. Ein Vorteil ist jedoch, dass sich einzelne Dateien gezielt ansprechen und bearbeiten lassen.

Ob mit Frontend oder Kommandozeile: Jetzt können Sie sich ganz der Gestaltung Ihrer Homepage widmen, den Rest erledigt sitecopy für Sie.

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LinuxUser 06/2012

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