Was liegt also näher, als die guten Stücke mit Rechnerunterstützung zu digitalisieren und dabei ein wenig Knackser zu entfernen? Das unter der GPL stehende GramoFile wurde von Anne Bezemer genau für diesen Zweck geschrieben.
Vor der Aufnahme
Für die Installation von GramoFile ist nicht viel erforderlich:
- der GNU-C-Compiler (gcc),
- make und
- die ncurses-Bibliothek mit den zugehörigen Header-Dateien.
Jetzt ist es Zeit für den Download des GramoFile-Quelltextarchivs von http://panic.et.tudelft.nl/~costar/gramofile/. Zur Übersetzung des Programms sind folgende Schritte nötig:
tar xzf gramofile-1.6.tar.gz cd gramofile-1.6 make strip gramofile bplay_gramo chmod 755 gramofile bplay_gramo su (root-Passwort eingeben) cp gramofile bplay_gramo brec_gramo /usr/local/bin exit
Ton ab
In einem xterm oder einem anderen Terminalemulator geben Sie nun den Befehl gramofile ein. Nach einem kurz eingeblendeten Startlogo sollte uns das Programm mit dem Hauptmenü begrüßen (Abbildung 1). Mit den Cursortasten und der Tabulatortaste springen Sie zwischen den Menüpunkten hin und her. Return wählt einen Menüeintrag aus.
Bevor etwas mit GramoFile aufgenommen wird, sollten Sie die Mixereinstellungen der Soundkarte ansehen und dafür sorgen, dass genug Plattenplatz für die Aufnahme bereit steht. Pro Minute werden immerhin knapp 10 MByte gebraucht. Bei der Auswahl 1. Record audio to a sound file will das Programm zunächst den Namen der neuen Audiodatei wissen (Abbildung 2).
Wie schließe ich den Plattenspieler an den Rechner an?
In den meisten Fällen kann man den Ausgang des Plattenspielers nicht direkt mit dem Eingang der Soundkarte verbinden, weil das Ausgangssignal zuvor entzerrt werden muss. Ein Entzerrer-Vorverstärker oder notfalls der Line-Out-Ausgang des Verstärkers, an dem der Plattenspieler angeschlossen ist, sollte hier zum Einsatz kommen. Als Eingang der Soundkarte verwendet man am besten Line-In.
Die Aufnahme läuft so lange, bis Sie Return drücken. Sie können ruhig eine ganze Plattenseite mit mehreren Musikstücken aufnehmen, da GramoFile über eine sehr zuverlässig arbeitende Funktion zum Auffinden der Pausen verfügt (Track location). Genau diese Funktion werden wir als Nächstes benutzen.



