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ircII und BitchX

Zu Befehl:BitchX und ircII

Geteiltes Fenster ist doppelte Freude

Gleichzeitig auf zwei Channels in einem Fenster – geht das? Klar, mit einem kleinen Trick können Sie auch einen ircII unterteilen. Tippen Sie einfach /window new und das Terminal erhält eine Trennlinie, wie in Abbildung 2 gut zu sehen ist. Es ist nach wie vor die unterste Zeile zur Eingabe Ihrer Texte vorhanden, den aktiven Bereich erkennen Sie am * type /help for help. Um zwischen den beiden Bereichen hin- und herzuschalten, müssen Sie sich einen eigenen Befehl "basteln", der in die .ircrc eingetragen wird – was es mit dieser Datei auf sich hat, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Abbildung 2: Geschickt aufgeteilt

Wie Sie wissen, werden individuelle Konfigurationen für Programme in versteckten Dateien in Ihrem Home-Verzeichnis abgelegt. Werfen Sie z. B. mal einen Blick in die Datei .bashrc. Hier können Dinge wie alias ls='ls --color=auto ' eingetragen sein, die das Arbeiten auf der Kommandozeile erleichtern. In Zusammenhang mit IRC kann für die Bash definiert werden:

export IRCSERVER="irc.kde.org"

Beim Start des Programms werden Sie automatisch mit diesem Server verbunden. Zurück zur .ircrc – hier kommt eine Beispieldatei, die u. a. ein selbstdefiniertes Kommando zum Wechseln zwischen geteilten Fenstern enthält (die ## sind Kommentarzeichen):

BIND META1-1 PREVIOUS_WINDOW ## [Esc]+1 = Auswahl Teil 1
 BIND META1-2 NEXT_WINDOW     ## [Esc]+2 = Auswahl Teil 2
 NICK Huhnix                  ## setzt eigenen Nickname
 SET translation latin_1      ## Sonderzeichen
 SET eight_bit_characters on
 UMODE i                      ## Nick autom. +i gesetzt
 NOTIFY hgesser               ## erwartet User "hgesser"

Last but not least: ircII hat eine praktische Online-Hilfe. Sie können jederzeit mit /help eine Übersicht zu den Hilfethemen bekommen oder gezielt mit /help kommando den Befehl nachschlagen. Verlassen können Sie diesen Modus einfach durch Drücken der [Return]-Taste.

In Farbe und mit Macros – BitchX

Dieses Programm ist ein modifizierter ircII-Client mit einer großen Anzahl von Features, deren Beschreibung ein ganzes Buch füllen würde. Daher pickt dieser Artikel nur einzelne Rosinen aus einem Kuchen, der zum selbständigen Weiterlernen eine Reihe von Online-Dokumentationen und FAQs bietet. Sollte BitchX bei Ihrer Distribution nicht dabei sein, können Sie unter ftp://ftp.bitchx.org/ oder auf der Heft-CD nachschauen – übrigens gibt es diesen IRC-Client nicht nur für Linux, sondern auch für sämtliche andere Unix-Varinten und Windows. Bevor es ans Eingemachte geht: Um die volle Bandbreite des Programms ausnutzen zu können, sollte Ihr Terminal Farben darstellen können. So wird "ircen" auf der Kommandozeile übersichtlich.

Im Prinzip funktionieren sämtliche Dinge, die Sie von ircII schon kennen. Auch auf die Datei .ircrc müssen Sie nicht verzichten, diese kann problemlos als Grundlage für erste Tests mit dem Programm herangezogen werden. Sollten Sie BitchX zum Lieblings-IRC-Client erklären, kann eine eigene .bitchxrc im Home-Verzeichnis allerdings nicht schaden. Schauen Sie ruhig am Anfang in die eigene Hilfe-Datei des Programms – /bhelp.

Von der Distribution abhängig finden sich unter /usr/.../lib Dateien wie: BitchX.help, BitchX.ircnames, BitchX.quit, BitchX.reasons. Diese sollten Sie sich einmal näher anschauen. Wie im X-Chat-Artikel erwähnt gibt es oft Gründe für einen Channel-Operator, unhöfliche User zu "kicken". Hat man nicht immer den passenden Spruch als Begründung zur Hand, hilft die Datei BitchX.reasons aus:

[…]
 Let me help you out the door $0…
 God, I just can't stop!!!!!
 What came first, the chicken or the egg? Neither, birds don't get orgasms.
 […]

Die Variable $0 wird im konkreten Fall durch den Namen des Hinausgeworfenen ersetzt. Normalerweise beendet man eine IRC-Sitzung mit dem Befehl /quit, wobei auch ein Grund angegeben werden kann, z. B. /quit gute Nacht. Diese angehängte Floskel wird als letzte Meldung an den Channel ausgegeben. Bei BitchX wählt das Programm unter etlichen Meldungen aus der Datei BitchX.quit aus. Gefällt Ihnen nicht, was die Programmierer sich ausgedacht haben, verschieben Sie die Datei (als Superuser root) z. B. nach BitchX.quit.old – die Meldung, wenn Sie den IRC verlassen, ohne von Hand einen Grund anzugeben, heißt nun: SignOff: nick (nick has no reason).

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LinuxUser 06/2012

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