Tore zur WWWelt
Sieben aktuelle Web-Browser im Vergleich
Funktionsumfang
Galeon, Opera und in gewisser Hinsicht auch der Konqueror sind (bislang) reine Web-Browser ohne Integration von anderen Internet-Clients. Integrierte Lösungen, wie sie bei den übrigen getesteten Web-Browsern angestrebt werden, bieten zwar den Vorteil, dass schnell zwischen verschiedenen Fenster hin und hergeschaltet und ggf. auf gemeinsame (Adress-)Datenbestände zugegriffen werden kann. Diesen Vorteil erkauft man sich aber in der Regel durch längere Programmladezeiten sowie einem höheren Sicherheitsrisiko und häufigeren Stabilitätsproblemen. Über die standardmäßige Beigabe von Plugins wie die Java Runtime Environment oder einem Flash- bzw. Shockwave-Plugin erfreut sich der Power-Surfer sicherlich. Andererseits sind solche Plugins hinsichtlich Sicherheit nicht unbedenklich und lassen sich notfalls (möglichst in aktuellster Version) relativ leicht nachrüsten (siehe auch Artikel zu Multimedia-Plugins in dieser Ausgabe).
Hoffnungsträger Mozilla
Wie in der Vergleichstabelle ersichtlich wird, liegt der proprietäre MS Internet Explorer in der Gesamtwertung vor den Linux-Browsern im Test. Welchen Browser man momentan am besten unter Linux einsetzt, hängt stark davon ab, worauf man bei Surf-Parties besonderen Wert legt. Wenn es auf einen schnellen Seitenaufbau ankommt, dann empfehlen sich momentan vor allem Opera, Netscape 4.76 und Konqueror. Wie oben dargestellt hat jeder dieser Browser seine spezifischen Stärken und Schwächen. Sicherheitsbewusste Surfer könnten u. U. auch mit Beonex glücklich werden, wenngleich dessen Browser-Basis im Vergleich zu der von Galeon bereits etwas veraltet ist. Enttäuscht hat bei diesem Test aber das durchweg mittelmäßige bis schlechte Abschneiden von Netscape 6. Unbestritten bringt dieser gegenüber der älteren Version einige Neuerungen (v. a. im Bereich des Sicherheits-Managements) mit sich. Doch nur ein Teil davon ist für den Otto-Normal-Surfer wirklich von Belang. Wichtiger als lästige Zusatz-Features wie MySideBar wären eine ordentliche Stabilität und eine weitestgehende Aktualität hinsichtlich wichtiger Web-Standards gewesen. Wenn der einstige Marktführer mit seiner neuen Browser-Generation so weiter macht, braucht sich wirklich niemand mehr zu wundern, wenn bald auch noch der letzte überzeugte Netscape-Anhänger nach Alternativen Ausschau hält!!
Insgesamt gibt dieser Browser-Test Anlass zur Sorge und zur Hoffnung zugleich. Zur Sorge insofern, als dass die anhaltende (relative) Stärke des MS Internet Explorers in der Windows-Welt dazu führen könnte, dass das Internet in Zukunft noch stärker als bisher unter den Einfluss der Redmond-Lobbyisten gerät (und das bedeutet vor allem immer mehr proprietäre Standards!). Der Test berechtigt aber zu einer gewissen Hoffnung, weil es nämlich mit Mozilla (und seinen Abkömmlingen) einen Open-Source-Web-Browser gibt, der sich schnell weiterentwickelt und durch plattformübergreifende Verfügbarkeit auch in der immer noch dominierenden Windows-Welt in naher Zukunft viele Anhänger finden könnte.



