Tore zur WWWelt

Sieben aktuelle Web-Browser im Vergleich

01.03.2001
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Dies gilt inzwischen selbst für die Wahl der Browser-Software, mit deren Hilfe man die Tiefen des WWW ergründen will. LinuxUser hat sich für Sie die neueste Generation der Web-Browser einmal etwas näher angeschaut.

Das Internet ist heutzutage in aller Munde. Was vor nicht einmal 10 Jahren in erster Linie im universitären Umfeld begann, entwickelt sich zum echten Volkssport: das Surfen im WWW. Gelingt es einem Hersteller von Web-Browser-Software, die Gunst der Surfer dauerhaft für sein Produkt zu gewinnen, wächst sein Einfluss bei der Weiterentwicklung des WWW als Ganzem. Nicht zuletzt richten sich auch die Entwickler von Web-Seiten (und dank komfortabler HTML-Editoren kann inzwischen praktisch jeder Laie seine eigene Homepage gestalten) in der Regel zuallererst nach den Fähigkeiten (und Schwächen) desjenigen Web-Browsers, der hinsichtlich des Verbreitungsgrades in der Bevölkerung den größten Marktanteil aufweist.

Umverteilung

Mitte der 90er Jahre schien der Navigator von Netscape noch das Rennen um die Gunst der WWW-Surfer für sich gewinnen zu können. Doch in den letzten Jahren hat dieser zumindest in der von Windows dominierten Welt aus diversen Gründen die Führungsposition an den von Microsoft verspätet ins Rennen geschickten Widersacher Internet Explorer abgegeben. Da es letzteren bislang unter Linux nicht gibt, und viele LinuxUser bekanntermaßen ohnehin lieber Open-Source-Produkte einsetzen, rücken bei vielen Anwendern zunehmend Alternativen zum schwächer gewordenen Netscape-Browser ins Blickfeld. Da wäre zunächst einmal das Open-Source-Projekt Mozilla (http://www.mozilla.org) zu nennen, auf dem auch der aktuelle Netscape 6 basiert. Zahlreiche (einstige und derzeitige Netscape-) Entwickler programmieren seit geraumer Zeit an diesem neuen Referenz-Browser, der sich an die offenen Web-Standards des W3-Konsortiums (http://www.w3.org) halten und hinsichtlich Geschwindigkeit und Portabilität die Schwächen bisheriger Browser überwinden soll. Neben dem neuen Netscape 6 und seinem leichtfüßigeren und etwas sicheren Stiefbruder Beonex 0.6pre, die beide noch auf einer älteren Version (5.0) von Mozilla aufsetzen, gibt es inzwischen einige weitere Projekte wie etwa der Gnome-Browser Galeon, die zum Teil neuere Mozilla-Versionen (verwirrenderweise: 0.6 und 0.7) als Basis verwenden und diese hinsichtlich Funktionalität und Bedienkomfort ergänzen.

Abbildung 1: Der Browser Galeon basiert auf der neuesten Version des Referenz-Browsers Mozilla
Abbildung 2: Netscape 6 wirkt leider noch etwas unausgereift
Abbildung 3: Die KDE-Entwickler haben mit Konqueror einen eigenen Multifunktions-Browser ins Rennen geschickt

Browser-Integration

Eine weitere Browser-Alternative gibt es unter Linux inzwischen dank des KDE-2-Entwicklungsteams. Mit dem Datei- und Web-Browser Konqueror ist den Open-Source-Entwicklern eine weitgehende Verschmelzung von Web-Browser und Betriebssystem-Desktop gelungen. Für Konqueror ist es völlig einerlei, ob es sich bei einer zu betrachtenden Datei etwa um eine lokale Textdatei oder um eine entfernte HTML-Datei handelt. Sobald er mit der entsprechenden MIME-Dateinamenserweiterung (z. B. .pdf oder .html) eine geeignete Anwendung in Verbindung setzen kann und diese dann auch im System starten kann, stellt er die Datei ordnungsgemäß dar.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 2 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Start-Job behindert Bootvorgang, Suse 13.2, KDE,
Wimpy *, 20.02.2015 10:32, 4 Antworten
Beim Bootvorgang ist ein Timeout von 1 Min 30 Sec. weil eine Partition sdb1 gesucht und nicht gef...
Konfiguration RAID 1 mit 2 SSDs: Performance?
Markus Mertens, 16.02.2015 10:02, 4 Antworten
Hallo! Ich möchte bei einer Workstation (2x Xeon E5-2687Wv3, 256GB RAM) 2 SATA-SSDs (512GB) al...
Treiber für Canon Laserbase MF5650
Sven Bremer, 10.02.2015 09:46, 1 Antworten
Hallo ich weiß mittlerweile das Canon nicht der beste Drucker für ein Linux System ist. Trotzd...
Linux und W7 im Netz finden sich nicht
Oliver Zoffi, 06.02.2015 11:47, 3 Antworten
Hallo! Ich verwende 2 PCs, 1x mit W7prof 64 Bit und einmal mit Linux Mint 17 64 Bit, welches ich...
Rootpasswort
Jutta Naumann, 29.01.2015 09:14, 1 Antworten
Ich habe OpenSuse 13.2 installiert und leider nur das Systempasswort eingerichtet. Um Änderungen,...