Konfigurationsdateien einfach erstellen

Der Dotfile-Generator

Mit dem Dotfile-Generator steht ein komfortables Tool zur Erzeugung von Konfigurationsdateien für viele Standardtools unter Linux zur Verfügung.

Unter Linux ist die Konfigurierbarkeit von Programmen eine Selbstverständlichkeit, sofern diese ein bestimmtes Maß an Komplexität erreicht haben. Unix-typisch ist das robuste (weil lesbare, mit einem Editoren bearbeitbare) Format der Konfigurationsdateien. Ein sehr großer Teil der Linux-Software wird auf diese Weise den Wünschen von Anwendern angepaßt. Leider gibt es bis heute keine verbindliche Syntax für die verschiedenen Konfigurationsdateien. Üblicherweise werden Leerzeilen ignoriert. Kommentare werden mit einem Hash-Mark (#) eingeleitet und erstrecken sich bis zum Zeilenende. Aber schon bei einigen Konfigurationsdateien unter X (etwa den Ressourcen-Files) wird das Ausrufungszeichen zum Einleiten von Kommentaren eingesetzt.

In den Konfigurationsdateien können üblicherweise Schlüsselwörter und Variablen verwendet werden, denen ein Wert (numerisch oder als Text) übergeben wird. In manchen Fällen können noch neue Funktionen deklariert werden. Damit erschöpft sich das allgemeine Format von Konfigurationsdateien aber auch schon weitgehend.

Der Dotfile-Generator

Die strukturelle Ähnlichkeit der Konfigurationsdateien erkannte vor einigen Jahren Jesper Kjær Pedersen, der sich daran machte, eine grafische Oberfläche für das Erstellen von Konfigurationsdateien zu schaffen. Dies ist ihm mit "The Dotfile Generator (TDG)" in bemerkenswerter Weise gelungen. Mit wenigen Mausklicks können selbst schwierige Einstellungen für die unterstützten Programme vorgenommen werden. Seit 1997 gibt es das Programm in der Version 2.0 zum kostenlosen Download auf der Homepage http://www.imada.ou.dk/~blackie/dotfile/.

Das Konzept des Generators sieht einen modularen Aufbau vor, so dass für die Konfiguration weiterer Programme der Dotfile Generator unverändert eingesetzt werden kann, nur das entsprechende Modul muß neu geschrieben werden. Bisher gibt es Module für die Bash, den Mailreader Elm, die Windowmanager fvwm1 und fvwm2, ipfwadm (Modul für IP-Firewall, Forwarding und Masquerading), procmail (zum Filtern von Mails), rtin (ein Newsreader) und der neuen C-Shell tcsh.

Das Modul zur Konfiguration der Bash stammt von Per Zacho und ist momentan in der Version 1.02 verfügbar. Es gehört zu den ältesten und stammt bereits aus dem Jahr 1997. Der Dotfile-Generator benötigt mindestens tcl7.4 und TK4.0. Alle aktuellen Distributionen erfüllen diese Voraussetzungen.

Die Installation des Dotfile-Generators

Leider gehört der Dotfile-Generator bisher nicht zu den Standardtools der meisten Distributionen, so dass die Software zunächst von der Homepage geladen werden muß.

Vor dem Einsatz des Programms muß dieses compiliert werden. Dazu wird zuerst das entsprechenden tar-Archiv entpackt und die Konfiguration vorgenommen:

$> tar -xvzf dotfile  

Die Installation besteht einfach aus dem Aufruf des ./configure-Scripts:

$> ./configure
 creating cache ./config.cache
 ######################################################################
 ######################################################################
 If the configure script does not work, then please report to
 blackie@imada.ou.dk, and edit configure.in.
 ######################################################################
 ######################################################################
 checking for wish8.2jp… no
 checking for wish8.2… no
 …
 checking for ln… /bin/ln
 Which language should The Dotfile Generator use as default?
 1: English
 2: Japanese

An dieser Stelle ist eine Eingabe erforderlich, mit der die Sprache festgelegt wird:

[1][RETURN]
 updating cache ./config.cache
 creating ./config.status
 creating Makefile
 creating dotfile
 creating Generator/system.tcl
 creating Modules/english/fvwm2/fvwmrc_convert
 …
 ———————————–

Nun kann das Programm gestartet werden, sogar ohne dass es zunächst installiert zu werden braucht.

$> ./dotfile

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