Workshop-Übersicht
1. Textverarbeitung: Die Layout-Funktionen
2. Textverarbeitung: Serienbriefe und wissenschaftliche Texte
3. Tabellenkalkulation
4. Presentations: Grafik
5. Presentations: Präsentieren
Die Doppelfunktion macht sich schon direkt beim Starten der Anwendung bemerkbar. Hier wird immer der PerfectExpert aufgerufen, in dem Sie neben einigen Vorlagen auch die Wahl zwischen einer Grafik, einem Master-Layout oder einer Präsentation haben.
Sicherlich werden Sie sich spätestens jetzt die Frage stellen, was Grafikfunktionen mit Präsentationen gemeinsam haben. Eine Präsentation ist eine Abfolge von Seiten, die nacheinander auf dem Bildschirm angezeigt oder auf Folie ausgedruckt werden. Diese Seiten, in Präsentationsprogrammen immer als "Dias" bezeichnet, können selbstverständlich auch umfangreiche Formatierungen und Zeichnungen zur Illustration enthalten. Man braucht also diese Grafikfunktionen nur auf ein Dia in der Größe einer Seite anzuwenden und schon erhält man ein Grafikprogramm.
Wir widmen uns also in diesem Teil zunächst den Grafikfunktionen und gehen erst beim nächsten Mal auf den Präsentationsteil ein, zu dem auch die Masterlayouts gehören.
Die Zeichenfunktionen stelle ich Ihnen an einem kleinen Beispiel vor, bei dem wir ein lachendes Gesicht zeichnen werden. Zunächst aber etwas Allgemeineres zur Darstellung von Grafiken. Man kann Grafiken im Computer auf zwei verschiedene Arten erzeugen und darstellen. Zum einen, indem man ein Bild in Punkte aufteilt und diese dann entsprechend einfärbt. Der Nachteil dieser Methode offenbart sich beim Vergrößern: die einzelnen Punkte werden schnell sichtbar und das Ergebnis damit grob und unschön. Je höher dabei die Anzahl der Punkte ist - man spricht hier auch von der "Auflösung" - desto feiner und detaillierter wird das Bild. Diese Art der Darstellung, die im Allgemeinen als "Bitmap- oder Rastergrafik" bezeichnet wird, eignet sich deshalb besonders gut für Fotos. Die zweite Methode eine Grafik zu speichern, besteht darin, sie aus geometrischen Figuren zusammenzusetzen. Man spricht in einem solchen Fall von "Vektorgrafiken". Diese haben den Vorteil, dass man die entsprechende Grafik beliebig vergrößern kann. Allerdings lassen sich Fotos auf diese Weise nicht oder nur erschwert speichern. Man verwendet diese Art, Grafiken zu speichern, deshalb vorwiegend bei Illustrationen, Zeichnungen oder technischen Anwendungen. Presentations beherrscht beide Methoden, wobei wir uns zunächst die letztere, also die Zeichenfunktionen für Vektorgrafiken, näher anschauen.
Starten Sie Presentations und wählen Sie im PerfectExpert Presentations Zeichnung. Presentations öffnet nun eine neue, leere Zeichnung. Den größten Teil des Bildschirms nimmt in der Mitte die Zeichenfläche ein. Standardmäßig entspricht diese Fläche genau einer quergelegten DIN-A4-Seite, einstellbar über Datei/Seite einrichten. Auf der linken Seite finden Sie die sog. "Tool-Palette". In ihr befinden sich alle Werkzeuge, die zum Zeichnen eingesetzt werden können.
Zunächst sollten Sie das Lineal über Ansicht/Lineal einblenden. Mit ihm können gleich die Hilfslinien bequemer erstellt werden. Bereits standardmäßig aktiviert ist die automatische Ausrichtung am Raster. Das Raster ist nichts anderes als ein Haufen von regelmäßig angeordneten Hilfspunkten, die, ähnlich wie beim Kästchenpapier, in fest definierten Abständen über das Blatt gelegt werden. Diese Abstände können Sie unter Ansicht/Raster_Leitlinien_Ausrichten/Raster-_Leitlinien-_Ausrichtungsoptionen selbst festlegen. Ist die Ausrichtung am Raster aktiviert, können Sie eine viel genauere Positionierung Ihrer eingefügten Objekte vornehmen. Kommen Sie mit einem Objekt in die Nähe eines solchen Punktes, so wird das Objekt von diesem Punkt "angesaugt". Sie können sich dies anschaulich wie einen Magneten vorstellen. Standardmäßig sind die Rasterpunkte nicht sichtbar. Um Sie anzeigen zu lassen, wählen Sie Ansicht/Raster_Leitlinien_Ausrichten/Raster anzeigen. Sollten die Punkte dennoch nicht sichtbar werden, haben Sie möglicherweise als Hintergrundfarbe weiß eingestellt. Da die Rasterpunkte auch weiß gefärbt sind, verschwinden sie im ebenfalls weißen Hintergrund. Das Raster wird, ebenso wie die Hilfslinien, die übrigens unter Presentations unüblich als "Leitlinien" bezeichnet werden, nicht mit ausgedruckt. Sie dienen ausschließlich als Hilfe bei der Erstellung der Zeichnung. Für unser Beispiel legen Sie nun zwei Hilfslinien an, indem Sie mit der Maus auf eine der beiden Lineale klicken, die Maustaste gedrückt halten und dann die Hilfslinie einfach auf die Zeichenfläche "ziehen". Erzeugen Sie auf diese Weise eine horizontale und eine vertikale Hilfslinie, die sich ungefähr in der Mitte der Zeichenfläche schneiden.
Beobachten Sie bei der Erstellung, wie das Raster die Positionen der Hilfslinie beeinflusst. Die erstellten Hilfslinien haben übrigens dieselbe Eigenschaft, Objekte anzusaugen.
Für das Gesicht könnten wir es uns einfach machen und aus der Tool-Palette das Werkzeug für das lachende Gesicht auswählen. Um aber mit den Funktionen von Presentations etwas vertrauter zu werden, setzen wir hier das Gesicht aus einfacheren Elementen zusammen. Klicken Sie in der Tool-Palette auf den kleinen Pfeil neben dem Rechteck und wählen aus der Liste den Kreis aus. Fahren Sie mit dem Mauszeiger an die Stelle, an der sich die beiden Hilfslinien kreuzen. Drücken Sie die linke Maustaste und halten Sie sie gedrückt. Betätigen Sie nun die Tasten [Shift] und [Alt]. Dies sorgt dafür, dass das zu zeichnende Objekt rund wird und seinen Mittelpunkt dort hat, wo Sie mit dem Zeichnen des Objektes begonnen haben. Ziehen Sie zum Schluss mit der Maus den Kreis auf und lassen Sie anschließend die Maustaste wieder los. Wenn Sie vorher mit einem weißen Untergrund gearbeitet haben, werden Sie nun möglicherweise über den Kreis verteilte, weiße Punkte sehen. Hierbei handelt es sich um die eingangs erwähnten Rasterpunkte. Sie werden in Presentations, im Gegensatz zu anderen Programmen, immmer über allen Objekten angezeigt.
Im nächsten Schritt soll dem Kreis eine gelbe Farbe zugewiesen und die Umrisslinien etwas dicker gestaltet werden. Dazu finden Sie in der Tool-Leiste zwei Eimer-Symbole direkt untereinander. Mit einem Klick auf das Obere der beiden weisen Sie einem Objekt eine andere Vordergrundfüllfarbe zu. Zuvor müssen Sie aber noch das Gesicht markieren, indem Sie es mit der Maus anklicken. Wählen Sie für unser Gesicht einen Gelbton. Das Eimersymbol darunter legt die Hintergrundfarbe des Objektes fest. Diese Unterscheidung in Vorder- und Hintergrundfarbe ist bei Verläufen wichtig. Dort legt dann z. B. die Vordergrundfarbe die Start- und die Hintergrundfarbe die Endfarbe fest, in die dann die Startfarbe überblendet werden soll. Das genaue Füllverhalten können Sie mit dem farbigen Rechteck über den beiden Eimern in der Werkzeugleiste bestimmen. Übrigens: mit einem Klick auf das Symbol unterhalb der beiden Eimer können Sie Vorder- und Hintergrundfarbe schnell miteinander vertauschen.
Um eine Linie und damit auch die Umrisse des Gesichts in ihrer Form zu verändern, klicken Sie das vorletzte Symbol der Tool-Leiste an und wählen anschließend weiter. In dem nun angezeigten Fenster können Sie diesbezüglich sehr detaillierte Einstellungen vornehmen. Das X bei der Linienstärke bedeutet, dass die Linie nicht dargestellt wird. Verändern Sie die hier angezeigten Werte ruhig einmal probehalber. In den rechten beiden, kleineren Fenstern wird Ihnen eine Vorschau angezeigt. Erhöhen Sie für unser "Smilie"Gesicht die Breite der Linie und klicken Sie auf OK.
Ihnen sind bestimmt bereits die kleinen Punkte um das selektierte Objekt, hier also um unseren Kreis, aufgefallen. Wie auch in anderen Bildbearbeitungsprogrammen dienen diese zum Vergrößern, Verkleinern, Stauchen und Strecken des entsprechenden Objektes - je nachdem, welchen der Punkte sie mit der Maus an eine andere Stelle ziehen. Möchten Sie das gesamte Objekt verschieben, so fahren Sie mit der Maus auf einen sichtbaren Teil des Objektes, bis sich der Mauszeiger in ein Kreuz aus Pfeilen verwandelt. Jetzt können Sie per "Drag and Drop" den Kandidaten an eine andere Stelle ziehen.
Doch nun zurück zu unserem Gesicht. Demarkieren Sie den Kreis, indem Sie auf eine leere Stelle auf dem Blatt klicken. Erstellen Sie nun auf dieselbe Art und Weise zwei kleinere Kreise, die Sie allerdings schwarz ausfüllen. Da diese beiden Kreise unsere Augen ergeben sollen, verschieben Sie sie, wie gerade schon erwähnt per "Drag and Drop", an ihre entsprechenden Positionen innerhalb des gelben Kreises. Möchten Sie zwei exakt gleiche Augen haben, sollten Sie die Kopierfunktion von Presentations verwenden. Markieren Sie dazu den schwarzen Kreis, den Sie vervielfältigen möchten. Wählen Sie dann Bearbeiten/Kopieren und anschließend Bearbeiten/Einfügen aus Zwischenablage. Der kopierte Kreis wird exakt an der Stelle eingefügt, an der er sich beim Aufrufen der Kopierfunktion befand. Typischerweise ist dies genau über dem alten, zu kopierenden Objekt.
Für die Nase verwenden wir eine einfache Linie. Klicken Sie in der Werkzeugleiste den kleinen Pfeil rechts neben der Linie in Z-Form an und wählen Sie aus dem Fenster die einfache Linie ganz links oben. Fahren Sie nun mit dem Mauszeiger an die Stelle im Gesicht, an der die Nase beginnen soll. Drücken Sie dann die linke Maustaste und halten Sie sie gedrückt. Bewegen Sie nun den Mauszeiger an die Stelle, an der die Nase enden soll, und lassen Sie anschließend die Taste los. Geben Sie der Nase auf die schon bekannte Art und Weise ebenfalls eine dickere Linie.
Für den Mund verwenden wir eine gekrümmte Linie - in unserem Fall eine "Kurve". Dazu klicken Sie erneut auf den kleinen Pfeil rechts neben dem Linienwerkzeug. Aus dem Fenster wählen Sie das Symbol mit dem gekrümmten "S", ganz rechts oben, aus. Fahren Sie nun mit der Maus an den Punkt, bei dem der linke Mundwinkel beginnen soll, und klicken mit der linken Maustaste auf diesen. Fahren Sie nun an die Stelle, an der der Mund seinen tiefsten Punkt haben soll. Klicken Sie auch hier wieder einmal mit der linken Maustaste. Zum Schluss fahren Sie an die Stelle des rechten Mundwinkels und klicken hier, als Abschlusszeichen, mit der linken Maustaste doppelt. Schon während des Zeichenvorganges können Sie verfolgen, wie sich die Kurve bildet.
Sollte Ihre Kurve nicht Ihren Anforderungen entsprechen, weil sie z. B. schief und krumm geraten ist, so ist dies natürlich kein Beinbruch. Jedes Objekt besitzt sog. Kontenpunkte. Dies sind einfach markante Punkte des entsprechenden Objektes. Bei einem Rechteck sind dies z. B. die Ecken, bei der von Ihnen gezeichneten Kurve genau die Punkte, an denen Sie die Maustaste betätigt haben. Um diese Punkte sichtbar zu machen, klicken Sie auf das Objekt, in unserem Fall den Mund, doppelt mit der linken Maustaste. Die Knotenpunkte werden dann durch kleine Kästchen sichtbar gemacht. Der Mauszeiger hat sich ebenfalls in einen kleinen, schwarzen Pfeil verwandelt. Sobald Sie mit ihm auf einen Knotenpunkt fahren, verwandelt er sich in ein Kreuz. Jetzt können Sie diesen Knotenpunkt wieder per "Drag and Drop" verschieben. Probieren Sie dies einmal mit dem unteren Knotenpunkt des Mundes aus. Um den gewählten Bearbeitungsmodus wieder zu verlassen, klicken Sie einfach auf eine freie Stelle in Ihrem Dokument.
Nun ist unser Gesicht fast fertig. Die Hilfslinien benötigen wir deshalb nicht mehr. Um sie zu löschen, klicken Sie sie einfach mit der Maus an und "schieben" Sie sie wieder auf die Lineale zurück.
Insbesondere bei größeren Grafiken taucht ein Problem auf. Alle Elemente sind einzeln verschieb- und frei positionierbar, weshalb die Gefahr, sich zu "verklicken" relativ hoch ist. Um diesem Problem entgegenzusteuern, kann man Objekte "gruppieren". Sobald mehrere Objekte zu einer "Gruppe" zusammengefasst wurden, gelten Sie fortan als ein großes Objekt. Um unseren Smily zu einem einzigen Objekt zusammenzufassen, wählen Sie zunächst das Auswahlwerkzeug aus der Werkzeugleiste. Ziehen Sie dann mit der Maus einen Rahmen um alle Objekte herum auf (analog zum Zeichnen eines Rechtecks). Fahren Sie dann mit dem Mauszeiger auf das Gesicht, bis sich dieser in ein Kreuz verwandelt. Betätigen Sie nun die rechte Maustaste und wählen Sie aus dem Menü gruppieren. Ab sofort gilt unser Gesicht als ein einziges Objekt. Möchten Sie diese Gruppierung wieder aufheben, so geschieht dies auf demselben Weg. Wählen Sie in diesem Fall Objekte trennen.
Bei Vektorgrafiken gibt es noch eine Besonderheit, die immer wieder zu Problemen führt: die Ebenen. Jedes Objekt befindet sich auf einer eigenen Ebene, die alle übereinanderliegen. Man kann sich dies als geschichtete Folien vorstellen, wobei sich auf jeder Folie genau ein Objekt (z. B. eine Linie) befindet. In unserem Beispiel befindet sich der gelbe Kopf auf einer Ebene unter den Augen. Es gilt aber auch: das zuerst generierte Auge liegt auf einer Ebene unter dem danach generierten Auge. Es ist nun möglich, diese Anordnung zu verändern. Dies entspricht bildlich in etwa dem Vertauschen der Reihenfolge der einzelnen Folien. Dazu ein Beispiel: wählen Sie den Hintergrund des Gesichtes aus. Heben Sie zuvor, wenn nötig, eine bestehende Gruppierung auf. Wählen Sie dann Bearbeiten/Anordnen/Anordnung/In den Vordergrund. Damit wird die Ebene, auf der sich der gelbe Kreis befindet, oben auf die Anderen aufgelegt. Falls Sie zum ersten Mal mit Vektorgrafiken arbeiten, sollten Sie ein wenig mit den Anordnungsfunktionen in diesem Menü und ein paar Beispielobjekten experimentieren.
Unterhalb des Auswahl-Tools (der Zeiger) in der Werkzeugleiste befinden sich drei Symbole, die jeweils weitere Objekte in die Zeichnung einfügen. Das Oberste dient zum Erstellen von Diagrammen. Nach dem Erstellen eines solchen öffnet sich das Diagramm und ein sog. "Datenblatt", in das alle Werte eingetragen werden müssen, die im Diagramm erscheinen sollen. Gleichzeitig wird auch ein neuer Menüpunkt Diagramm angezeigt, der Ihnen die vielfältigsten Gestaltungsmöglichkeiten zur Wahl stellt. Das nächste Symbol in der Werkzeugleiste erstellt Organigramme. Dies sind Diagramme, die Hierarchiebeziehungen, wie sie z. B. in Unternehmen in Form von Chef/Untergebenen vorkommen, grafisch darstellen. Nachdem Sie sich für ein Grund-Layout entschieden haben, erweitert sich die Symbolleiste um zusätzliche Bearbeitungswerkzeuge.
Alternativ können Sie auch die rechte Maustaste verwenden, in dessen Kontextmenü Sie ebenfalls alle wichtigen Befehle wiederfinden. Um z. B. einen weiteren Untergebenen einzufügen, klicken Sie mit der rechten Maustaste den Chef an und wählen aus dem Menü Einfügen/Subalterne. Gerade bei großen Diagrammen kann auch die Funktion Ebenen auswählen äußerst nützlich sein. Sie markiert alle Kästen, die mit der angeklickten Box auf einer Hierarchieebene stehen. Um die Beschriftungen der einzelnen Kästen zu ändern, reicht es aus, den betreffenden Kandidaten mit der linken Maustaste anzuklicken. Falls Sie in umfangreichen Diagrammen die Übersicht verlieren sollten, seien Ihnen zum Schluss noch die drei Funktionen ans Herz gelegt, die sich hinter den drei Symbolen in der veränderten Symbolleiste äußerst rechts verstecken. Sofern Sie eine Box markiert haben, zeigt Ihnen die Lupe nur diese Box mit allen untergebenen Boxen an, die Funktion links daneben blendet alle untergebenen Boxen aus (ein Pfeil verweist dann auf weitere, existierende Untergebene) und die Letzte der drei Funktionen ordnet alle Kästen automatisch so im Fenster an, dass der Raum optimal genutzt wird. Wie schon bei den Diagrammen erscheint übrigens auch hier bei den Organigrammen wieder ein erweitertes Menü, in dem Sie eine komplette Gliederung speichern und wieder importieren können.
Das letzte der drei Symbole in der Werkzeugleiste dient zum Erzeugen von Bitmap-Grafiken und ist daher wohl die interessanteste der drei Funktionen. Nach dem Erstellen eines Bitmap-Objektes verändern sich, wie bei den anderen beiden Objekten zuvor, die Symbol- und diesmal sogar die Werkzeugleiste. Es existiert übrigens kein spezieller Bitmap-Bearbeitungsmodus unter Presentations. Bitmap-Bilder werden hier grundsätzlich nur als Ergänzungen innerhalb von Zeichnungen oder Präsentationen aufgefasst.
Wenn Sie ein Bitmap-Bild editieren, erhalten Sie automatisch einige neue Malwerkzeuge. Einige alte Werkzeuge, die Sie bereits als Vektormalwerkzeuge kennen gelernt haben, können Sie auch hier wieder verwenden. Bitte beachten Sie aber, dass Sie nun immer in Bitmaps, also Punktgrafiken, malen. Am deutlichsten können Sie dies erkennen, wenn Sie die Grafik über die Lupe vergrößern. Sie erhalten dann drei neue Fenster. Im großen rechten Fenster ist jeder einzelne Punkt deutlich erkennbar und somit auch individuelle viel besser editierbar ist. Der Ausschnitt links oben zeigt Ihnen die gesamte Bitmap-Grafik, der Ausschnitt links unten zeigt dieselbe Grafik in der Originalgröße an. In diesen beiden linken Fenstern befindet sich ein zusätzliches Rechteck. Dieses zeigt Ihnen an, welcher Ausschnitt der Grafik jeweils gerade im rechten Fenster angezeigt wird. Mit der Maus können Sie diesen Ausschnitt einfach per "Drag and Drop" verschieben. Verlassen können Sie diese Vergrößerungsansicht, indem Sie die Lupe in der Symbolleiste erneut anklicken.
Zu den exklusiv für die Bearbeitung von Bitmap-Grafiken zur Verfügung stehenden Werkzeugen zählen neben einem Pinsel, einer Sprühdose und einem Werkzeug zum automatischen Ausfüllen von Flächen auch eine Pipette. Diese dient dazu, einen Farbwert aus dem Bild aufzunehmen. Klicken Sie mit der Pipette z. B. auf einen roten Punkt in Ihrem Bitmap-Bild, so wird genau diese Farbe (also genau dieses spezielle Rot) als von nun an aktuelle Farbe ausgewählt. Diese Funktion ist gerade in solchen Fällen nützlich, in denen man in einem Bild eine Farbe hat, von der man die entsprechenden Werte nicht kennt.
Zu den oft verwendeten Werkzeugen zählt auch der Radiergummi. Wie der Name schon andeutet, "radiert" dieser einfach alle Punkte unterhalb des Cursors weg, so dass an diesen Stellen der Hintergrund wieder hervortritt.
Zum Schluss sei noch auf den Menüpunkt Extras/Spezialeffekte hingewiesen. Hinter diesem verbergen sich einige Filter, mit denen Sie Ihrem Bitmap-Bild noch den letzten Schliff verpassen können. Zwar ist die Auswahl an Filtern nicht sehr groß, aber einige interessante Effekte lassen sich damit erzielen. Stellvertretend sei hier der mehr als Spielerei gedachte Stereogramm Modus genannt, mit dem sich Ihr 2D-Bild in ein 3D-Bild zum "Schielen" umrechnen lassen können.
Manchmal kann es wünschenswert sein, ein Vektorbild in eine Bitmap-Grafik umzuwandeln. Als Beispiel sei hier die Veröffentlichung einer Zeichnung im Internet genannt. Zu diesem Zweck bietet Presentations im Zeichenmodus unter Extras/Bitmap konvertieren eine Hilfe an. Markieren Sie zunächst alle Objekte, die in eine Bitmap-Grafik umgewandelt werden sollen, und wählen Sie dann die angesprochene Funktion aus dem Menü. Dasselbe funktioniert auch umgekehrt - allerdings mehr recht als schlecht. Je einfacher die Bilder aufgebaut sind, desto bessere Chancen auf ein gutes Transformationsergebnis haben Sie. Um diese Vektorisierungsfunktion anzuwenden, markieren Sie zunächst die Bitmap-Grafik, die sie umwandeln möchten, und wählen anschließend aus dem Menü Extras/Bitmap vektorisieren.
Zum Schluss dieses Teils noch eine kurze Anmerkung zum Speichern von Bildern: Presentations ist in dieser Beziehung relativ flexibel. Falls Sie nur einen Teil Ihrer Grafik speichern möchten, markieren Sie diesen Bereich und wählen Sie in dem vor dem endgültigen Speichervorgang angezeigten Fenster die Option Ausgewählte Objekte. Auf diesem Weg können Sie Presentations auch zum reinen Editieren von Bitmap-Grafiken verwenden. Ignorieren Sie in diesem Fall einfach alles, was mit den Vektorgrafiken zu tun hat. Achten Sie beim Speichern aber darauf, dass nur Ihre Bitmap-Grafik markiert ist. Sie können übrigens auch Bitmap-Grafiken z. B. im Windows-BMP-Format direkt über den Perfect Expert öffnen. Allerdings fügt Presentations in diesem Fall die geöffnete Bitmap-Grafik auch automatisch in ein neues, leeres Zeichenblatt ein.
Zusatzwerkzeuge
Im Menü Extras finden Sie einige nette Zusatzfunktionen, die teilweise sogar sowohl auf Bitmap- als auch auf Vektorgrafiken anwendbar sind.
"Blitz 3D" erzeugt z. B. aus dem ausgewählten 2D-Objekt ein dreidimensionales. Ebenfalls lustig ist "Quickwarp". Diese Funktion presst die ausgewählten Objekte in eine andere Form. Markieren Sie dazu einmal das im Artikel entworfene Gesicht und rufen dann Extras/Quickwarp auf. Eine weitere interessante Möglichkeit bietet die Funktion Text um Objekte herumzulegen. Damit kann ein Text sich z. B. an einer Linie "entlangschlängeln". Auch hierfür ein Beispiel: Erstellen Sie einen Kreis und, davon getrennt, ein Textobjekt mit beliebigem Inhalt. Markieren Sie nun beide Objekte. Achten Sie darauf, dass Sie dabei nur diese beiden markieren. Wählen Sie nun Extras/Text um Objekte herumlegen und entscheiden Sie sich für eine Ausrichtungsart. Nun wird sich der Text auf die von Ihnen gewünschte Weise an den Kreis "anschmiegen".
Ebenfalls in diesem Menü finden Sie Funktionen, die z. B. die Helligkeit oder die Schärfe eines Bildes oder auch einzelner Objekte verändern.
Das war ein kleiner Streifzug durch die Zeichenfunktionen von Presentations. Sie wurden hier etwas ausführlicher behandelt, da sie zum einen im Handbuch meines Erachtens zu Unrecht etwas wenig Beachtung finden und zum anderen, weil sie die Grundlage für unseren nächsten Workshop-Teil bilden: dem eigentlichen Präsentationsprogramm.
Infos
[1] Corel Linux-Homepage: http://linux.corel.com
[2] deutsche Corel-Homepage: http://www.corel.de