Sicher ist sicher

Wie ls -al /etc/XF86Config beweist…

-rw-r--r--   1 root     root         2981 Jan 18 18:27 /etc/XF86Config

… gehört die Datei der Benutzerin root (und in der Regel auch der in der folgenden Spalte aufgeführten, gleichnamigen Gruppe), die mit dem Rechtetripel rw- als einzige Lese-(r) und Schreibrechte (w) an diesem File besitzt. Allerdings gehören wir als "andere" immerhin zu den Leuten, die diese Datei auch lesen dürfen, und ehe wir später als root Dummheiten begehen, legen wir lieber jetzt, wo wir noch nichts zerstören können, eine Sicherheitskopie im Homeverzeichnis an:

cp /etc/XF86Config ~/XF86Config

Wir könnten die Sicherungsdatei auch im Verzeichnis /tmp unterbringen, aber wer weiß, ob wir nicht aus Versehen einmal booten werden? Viele Distributionen räumen dann nämlich das /tmp-Verzeichnis leer. Ganz auf Nummer sicher geht man selbstverständlich mit einer (geprüften!) Sicherungskopie auf einem externen Datenträger.

Was ist die Maus?

Da unsere Maus vermutlich ähnliche Einträge in der Pointer-Sektion der /etc/XF86Config bekommen wird, kommt jetzt die große Frage: Welches Protokoll spricht das Nagetier? Und an welcher Schnittstelle hängt es?

Vielleicht hilft uns ja irgendein nettes Tool aus der Falle… Wer z.B. unter Calderas OpenLinux spaßeshalber mouse und die Tabulatortaste eingibt, erspäht ein Programm, das wie geschaffen für unsere Zwecke scheint. Da keine Manpage vorhanden ist, versuchen wir als Nicht-root unser Glück mit

mouse-test --help

Indem wir eine übliche Hilfeoption wie --help anhängen, verringern wir die Wahrscheinlichkeit, dass das Programm gegen unseren Willen etwas Unbedachtes tut. Im besten Fall kommen wir so zu einer Hilfeseite, im weniger guten Fall – wie hier – zu einer Fehlermeldung, gleichzeitig aber auch zu einem erklärenden Text:

This program is designed to help you in detecting what type your
mouse is. Please follow the instructions of this program. If you're
bored before it is done, you can always press your 'Interrupt' key
(usually Ctrl-C)[...]

Genau, was wir brauchen also… Versuchen wir unser Glück mit mouse-test in einem X-Terminal und folgen den englischen Anweisungen zur Bewegung der Maus und zum Knöpfedrücken. (Sollten Sie aus irgendwelchen Gründen einmal den Fokus verlieren und ein wenig hilflos vor Ihrem X sitzen, bewahren Sie Ruhe: Strg+Alt und eine Funktionstaste von F1 bis F6 bringt Sie auf eine Textkonsole, in der Sie mit killall mouse-test oder als letzte Rettung killall -9 mouse-test dem Spuk hoffentlich ein Ende setzen können.)

Das Ergebnis: eine MS-Maus an der seriellen Schnittstelle /dev/ttyS0 alias COM1. Das entsprechende Protocol, so schließen wir aus der XF86Config-Man-Page, hieße demnach Microsoft.

Mausbestimmung

Auch ohne mouse-test ist das Herausfinden der ersten Versuchsbedingungen für die Maus nicht völlig unmöglich.

  • Stecker mit trapezförmigen Querschnitt gehören an serielle Schnittstellen:
  • meistens an /dev/ttyS0 als erste serielle Schnittstelle alias COM1 oder
  • an /dev/ttyS1 als zweite alias COM2 (häufig, wenn ein Modem COM1 belegt),
  • solche mit rundem Querschnitt steckt man hingegen an die PS/2-Schnittstelle /dev/psaux. Was das Protokoll betrifft, so probiert man am besten erstmal aus, ob die automatische Erkennung – Auto laut Man-Page – hält, was sie verspricht. Allerdings funktioniert das nur mit vergleichsweise neuen Modellen: Bei älteren oder Billigmäusen ist das Microsoft-Protokoll ein guter Ausgangspunkt.

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