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© Jean-Noël Tercier, 123RF

Verzeichnisse mit "rsync" synchronisieren

Hüben wie drüben

,
Mit "rsync" synchronisieren Sie Dateien auf einem lokalen Rechner oder über ein Netzwerk. Beim Abgleich überprüft das Programm, welche Unterschiede es zwischen Quell- und Zieldateien gibt, und überträgt nur die Änderungen.

Das Programm rsync hilft beim Abgleich von Dateien auf lokalen und entfernten Systemen. Dabei erhält es Dateieigenschaften wie Rechte oder Eigentümer und berücksichtigt auf Wunsch sogar symbolische Links (also Verweise auf andere Dateien). Besonders beim Kopieren großer Datenmengen leistet rsync wertvolle Dienste: Es überträgt nur neue oder geänderte Teile und eignet sich auch ideal zur Wiederaufnahme abgebrochener Transfers. In der letzten Ausgabe haben wir das Programm im Guru-Training schon kurz vorgestellt [1] (dort half es beim Hochladen der Urlaubsfotos auf einen eigenen Webserver), jetzt verraten wir mehr Details und Einsatzgebiete.

Lokaler Abgleich

Um die Fähigkeiten von rsync näher kennen zu lernen, starten Sie am besten einen ersten Testlauf mit zwei lokalen Verzeichnissen. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass rsync grundsätzlich nur "in eine Richtung" arbeitet, es kann also unabhängige Änderungen in zwei Versionen einer Datei nicht zusammenführen (neudeutsch: "mergen"). Der generelle Aufruf hat immer diesen Aufbau:

rsync quelle ziel

Nach dem Abgleich enthält das Ziel dieselben Dateien wie die Quelle. Sie sollten sich also im Vorfeld genau überlegen, in welche Richtung Sie synchronisieren wollen.

In den beiden Testverzeichnissen namens mp3_1 und mp3_2 liegen jeweils einige Dateien sowie ein Unterverzeichnis. Nun soll der zweite Ordner mit dem ersten synchronisiert werden. Beim ersten Test kommt die Option -n zum Einsatz: Hier zeigt rsync zunächst nur an, was es im Ernstfall tun würde, führt den Abgleich aber nicht durch. Wir wollen alle Dateien (repräsentiert durch das Sternchen *) im Verzeichnis mp3_1 in den Ordner mp3_2 übertragen:

$ rsync -nv mp3_1/* mp3_2/
skipping directory mp3_1/unterverzeichnis
huhn1.mp3
wrote 96 bytes  read 24 bytes  240.00 bytes/sec
total size is 20600459  speedup is 171670.49

Die Ausgabe verrät: Das Unterverzeichnis mp3_1/unterverzeichnis würde rsync in diesem Fall auslassen (englisch "to skip"), die Datei huhn1.mp3 aus dem Quellverzeichnis wandert ins Zielverzeichnis. Danach folgen Angaben zur Datenmenge. (Die Option -v steht für "verbose" = "wortreich" und sorgt dafür, dass überhaupt eine Ausgabe erfolgt.)

Wollen Sie Unterordner in den Abgleich einschließen, nutzen Sie dazu die Option -r ("rekursiv"). Zusätzlich kann es sinnvoll sein, bestimmte Dateieigenschaften zu erhalten: Dazu zählen etwa Eigentümer und Rechte sowie Zeitstempel (englisch "timestamps"), wie z. B. der Zeitpunkt des letzten Zugriffs oder der letzten Änderung. Sie müssen sich nicht sämtliche dafür erforderlichen Optionen einzeln merken: rsync bringt mit -a ("Archivierung") alle sinnvollen Aktionen unter einen Hut.

So zeigt ein erneuter Testlauf mit den Optionen -anv, dass der Abgleich diesmal auch das Unterverzeichnis mit berücksichtigt (Abbildung 1). Damit rsync seine Aufgaben nun auch wirklich erledigt, lassen Sie beim nächsten Aufruf die Testmodusoption -n weg.

Abbildung 1: Bei Verwendung der Option "-a" kopiert "rsync" nicht nur rekursiv, sondern behält auch alle Dateieigenschaften bei.

Sicher ist sicher

Noch einmal die Warnung: rsync gleicht grundsätzlich nur in eine Richtung ab. Überprüfen Sie also vor dem Synchronisieren, ob Sie Quelle und Ziel tatsächlich korrekt gewählt haben. Anderenfalls kann es Ihnen passieren, dass Sie aktuelle Dateien mit veralteten Versionen überschreiben.

Um zu überprüfen, welche Dateien älter sind, können Sie zum einen KDEs Dateimanager Dolphin heranziehen. Dort betrachten Sie die Dateieigenschaften über Ansicht / Ansichtsmodus / Details oder [Strg]+[3]. Alternativ verwenden Sie den Befehl ls -l (Abbildung 2). In dessen Ausgabe sehen Sie rechts den Dateinamen, davor stehen Datum und Uhrzeit der letzten Veränderung. Als weitere Angaben finden Sie hier unter anderem die Dateigröße in Byte sowie den Dateibesitzer und die Benutzergruppe der Datei.

Abbildung 2: Überprüfen Sie vor dem Abgleich die Dateieigenschaften und das Datum der letzten Änderung, um Datenverlust zu vermeiden.

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