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06.01.2014

Smartphones mit Ubuntu Touch

Ubuntu-Entwickler Canonical hat einen Hardwarehersteller gefunden, der 2014 ein Smartphone mit Ubuntu Touch auf den Markt bringen wird. Das erklärte Canonical-Gründer Mark Shuttleworth auf der LeWeb-Konferenz in Paris gegenüber Cnet [1]. Wer der Hardwarehersteller ist, wollte Shuttleworth allerdings noch nicht verraten. Canonical hätte einen Vertrag unterschrieben, nachdem 2014 "High-End-Phones" auf den Markt kommen sollen. Dies habe eine große Bedeutung für das Entwicklerteam.

Darüber hinaus sei Canonical bereits in Gesprächen mit weiteren Interessenten. Auch hier nennt Shuttleworth keine Namen, es seien aber Unternehmen, die weltweit viele Telefone verkaufen.

Canonical hatte im vergangenen Jahr erfolglos versucht, über eine Crowdfunding-Kampagne bei Indiegogo den sportlichen Betrag von 32 Millionen US-Dollar für die Produktion eines selbst entwickelten Smartphones einzusammeln [2]. Das "Ubuntu Edge" genannte Gerät sollte eine Parallelinstallation von Ubuntu Phone und Android erhalten und sich über eine Dockingstation auch als Desktop-Ersatz eignen. (Tim Schürmann/Hans-Georg Eßer/hge)

Ende der Kaffeine-Entwicklung

Der Hauptentwickler des Mediaplayers Kaffeine [3] hat auf der Mailingliste [4] die Einstellung des Projekts bekannt gegeben. Noch offen ist, ob ein anderer Entwickler seinen Posten übernimmt. Als Grund nennt Christoph Pfister Zeitprobleme. Diese Situation würde sich auch in der Zukunft nicht ändern. Auf der Mailingliste fragt er deshalb, ob jemand das Projekt weiterführen möchte. Die Homepage von Kaffeine ist derzeit nicht erreichbar, laut Pfister ließe sie sich aber mit wenigen Handgriffen wieder aktivieren – sofern sich ein neuer Projektleiter findet. Die letzte stabile Version 1.2.2 ist im April 2011 erschienen. (Tim Schürmann/hge)

Spielekonsole Ouya

Die Flashpoint AG hat die mit Linux betriebene Videospielkonsole Ouya in den deutschen Handel gebracht. Dort soll die kleine Kiste 120 Euro kosten. Zum Lieferumfang gehören auch ein Controller und ein HDMI-Kabel. Als Betriebssystem nutzt die Ouya eine Android-4-Version, die auf einem Nvidia Tegra 3 SoC läuft.

Laut Herstellerangaben sollen bereits über 500 Spiele im Ouya-eigenen Online-Shop bereitstehen, jedes Spiel lässt sich kostenlos anspielen. Große Blockbuster dürfte man darunter jedoch vergeblich suchen: Zum Einen steckt in der Konsole Mittelklasse-Smartphone-Hardware, und zum Anderen produzieren derzeit vorwiegend kleine unabhängige Spieleentwickler für die Konsole. Neben Spielen laufen auch weitere Programme auf dem Gerät, z. B. die Media-Center-Software XBMC.

Finanziert wurde die Ouya-Entwicklung über eine Kickstarter-Kampagne, bei der durch Spenden über 8,5 Millionen US-Dollar zusammenkamen. (Tim Schürmann/hge)

CrossOver 13

CodeWeavers hat die Version 13 seines kommerziellen Windows-Emulators CrossOver [7] freigegeben. Sie soll insbesondere eine dramatisch bessere Grafikleistung bieten. Das verspricht zumindest der Geschäftsführer Jeremy White in der offiziellen Ankündigung [8]. Das soll vor allem Spielen zugute kommen, etwa Torchlight 2 mit 40 bis 60 Prozent höheren Frameraten und StarCraft 2 mit zwei- bis dreimal schnellerer Bildausgabe im Vergleich zur vorherigen Version. Die Entwickler haben vor allem die von CrossOver als Unterbau genutzte Software Wine [9] verbessert. Für die Leistungssteigerung sorgt laut CodeWeavers eine neue Technik namens "The Command Stream", die es Wine erlaubt, Anweisungen für die Grafikkarte von denen für den Prozessor unabhängig voneinander zu verarbeiten.

Während Spieler somit Grund für ein Update haben, gibt es bei den unterstützten Anwendungen nur kleinere Verbesserungen [10]. So läuft Project 2010 etwas schneller, und die Makros in Microsoft Excel arbeiten jetzt "weitaus besser". Hinzu kommen noch zahlreiche kleine Fehlerkorrekturen.

CodeWeavers stellt für Debian-basierte Systeme (wie etwa Ubuntu) ab sofort auch Multiarch-Pakete [11] bereit, was die Installation vereinfachen soll. CrossOver kostet 48 Euro. Im Preis enthalten ist ein Jahr kostenloser Support. (Tim Schürmann/hge)

München: LiMux-Projekt fertig

Das LiMux-Projekt [12] in München ist fertig und geht in den Regelbetrieb über. Die Linux-Umstellung der 15.000 Arbeitsplätze von proprietären Systemen auf das flexiblere, lizenzkostenfreie und strategisch besser geeignete Betriebssystem samt Office-Software ist abgeschlossen. Das präsentierten die Verantwortlichen Anfang Dezember im IT-Ausschuss dem Münchner Stadtrat.

Seit 2003 hatten die Archtitekten, Entwickler und Administratoren mit Schwierigkeiten, politischen Widerständen und Einflussnahme von Konkurrenzfirmen wie Microsoft zu kämpfen – bis zu persönlichen Besuchen von Gates und Ballmer sowie fragwürdigen Studien [13], doch am Ende setzten sich auch dank der Beharrlichkeit des "Desktop Number One" (der des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude) die Unabhängigkeit und die freie Software durch. Am 11. Oktober 2013 bescheinigte zuletzt Bürgermeisterin Christine Strobl den Projektverantwortlichen die erfolgreiche Umsetzung, als sie die Endabnahme des Projektes unterzeichnete. (Markus Feilner/hge)

Pear OS 8

Die Macher von Pear OS [14] haben die Version 8 ihrer Linux-Distribution freigegeben. Auch sie imitiert wie ihre Vorgänger die Optik von Apples OS X. Neu in Version 8 ist unter anderem ein an iOS 7 angelehntes Theme, das der Designer Ivan Matias Suarez [15] erstellt hat. Darüber hinaus gibt es aktualisierte Versionen der speziell für Pear OS entwickelten Anwendungen My Pear (Konfigurationstool), Clean My Pear (entfernt u. a. nicht mehr benötigte Dateien) und Pear PPA Manager (Paketverwaltung).

Integriert ist jetzt auch der Dienst Pear Cloud [16], der ähnlich wie Dropbox oder Ubuntu One funktioniert: Jeder Nutzer von Pear OS erhält kostenlos 2 GByte Speicherplatz auf den Pear-OS-Servern. Dorthin spiegelt Pear Cloud auf Wunsch die eigenen Dokumente, Bilder, Musik sowie die Firefox-Einstellungen. Wer mehr Speicherplatz benötigt, muss dafür bezahlen, wobei in der höchsten Ausbaustufe mit 30 GByte satte 65 US-Dollar pro Jahr anfallen. Die Benutzeroberfläche von Pear OS verwendet weiterhin die eigene Pear Shell, die auf GNOME 3 fußt. Die Distribution selbst basiert auf einer Mischung aus Debian- und Ubuntu-Paketen.

Pear OS 8 lässt sich in einer 32- und 64-Bit-Fassung von seiner Homepage herunterladen. Letztgenannte spricht inzwischen auch Deutsch, wenngleich noch nicht alle Texte (korrekt) übersetzt sind.

Die Entwickler passen derzeit Pear OS an Tablet-PCs an. Eine erste Version dieser "Tablet Edition" soll bereits auf Surface-Geräten von Microsoft laufen, zudem ist die Unterstützung für Samsungs Geräte Galaxy Tab, Galaxy Note sowie Nexus 7 und 10 angekündigt. Um die dazu notwendigen Arbeiten schneller vorantreiben zu können, versuchten die Entwickler im Dezember, Spenden bei Indiegogo zu sammeln [17] – bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe war aber absehbar, dass das Ziel nicht erreicht wird. (Tim Schürmann/hge)

Steam Machine mit Linux

Der Spielehersteller Valve hat erste Prototypen seiner Videospielkonsole Steam Machine mehreren US-Journalisten vorgeführt, die Auslieferung der Prototypen an Tester soll noch Ende 2013 beginnen.

Die Technologieseite The Verge konnte einen Blick auf eine erste "Steam Machine" werfen [18]. Das Gehäuse erinnert demnach an einen unscheinbaren Media-Center-PC oder die XBox One. Als Grafikkarte kommt eine Nvidia GeForce GTX Titan zum Einsatz. Die Standard-PC-Komponenten sind in der Kiste so angeordnet, dass sie ihre Wärme zu jeweils einer Seite des Gehäuses abführen. Laut Verve würde dadurch die Steam Machine erstaunlich kühl bleiben.

Das Gerät selbst sollen Hardware-Partner fertigen, Valve will die Hersteller im Januar 2014 auf der Consumer Electronics Show (CES) 2014 in Las Vegas [19] bekannt geben. Eine Ausnahme bleibt der Steam-Controller, der über zwei Touch-Pads verfügt: Ihn will Valve selbst produzieren. Erste Steam Machines sollen dann Mitte 2014 in den Handel kommen. Greg Comer von Valve sagte zudem dem Internetportal IGN, es werde keine exklusive "Killer App" für Steam OS geben [20]. Stattdessen wirbt Valve dafür, Spiele für möglichst viele Plattformen zu entwickeln. Steam OS ist eine Linux-Version. (Tim Schürmann/hge)

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