Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

Tipps und Tricks zu Ubuntu, Linux Mint und Knoppix

09.10.2013
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Ubuntu, Linux Mint und Knoppix basieren auf der Distribution Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit auf diesen Systemen angenehmer machen.

Tipp: Ubuntu, Mint: GUI für den Virenscanner ClamAV

Die Linux-Tipps in dieser Ausgabe stellen eine Möglichkeit vor, Dateien online einem Virencheck zu unterziehen. Auf dem eigenen Linux-Rechner hilft Ihnen ClamAV [1] dabei, Schädlingen zu Leibe zu rücken. Das Programm arbeitet wahlweise direkt auf der Shell oder zusammen mit einem Mailserver, um direkt Anhänge der Nachrichten zu untersuchen. Für Ubuntu, Debian und Linux Mint steht mit ClamTk [2] zusätzlich eine grafische Oberfläche zur Verfügung, welche die Arbeit mit ClamAV deutlich komfortabler macht. Installieren Sie dazu das Paket clamtk, das automatisch den Virenscanner selbst und weitere Abhängigkeiten einspielt.

Nach dem Start über das Anwendungsmenü öffnet sich ein kleines Dialogfenster, das Zugriff auf alle Funktionen des Virenscanners bietet. Beim Programmstart aktualisiert das Programm zunächst die Signaturdatenbank, um stets über die neuesten Schädlinge informiert zu sein. Bevor Sie einen ersten Testlauf starten, sollten Sie sich die Einstellungen anschauen: Auf dem ersten Reiter konfigurieren Sie, ob ClamAV auch versteckte Dateien (also solche, die mit einem Punkt beginnen), Unterverzeichnisse, Dateien, die größer als 20 MByte sind, usw. einbezieht. Der Tab Start-Einstellungen regelt, dass das Programm direkt nach dem Start die Datenbank aktualisiert und doppelte Signaturen entfernt – beides ist sinnvoll und in der Voreinstellung aktiviert. Auf dem letzten Reiter (Ausnahmen) können Sie gezielt Dateien und Verzeichnisse vom Scan ausschließen.

Klicken Sie im ClamTk-Hauptfenster auf Persönlicher Ordner, um Ihr Home-Verzeichnis zu untersuchen. Das Ergebnis blendet ClamTk in der Statuszeile ein (Abbildung 1), die Sie per Klick auf das kleine Kreuzchen ausblenden können. Vergangene Checks und deren Resultate zeigen Sie jederzeit über Protokolle an. Um gezielt einzelne Dateien zu scannen, können Sie diese per Drag & Drop aus dem Dateimanager heraus ins ClamTk-Fenster ziehen oder über das Menü Untersuchen / Eine Datei ([Strg]+[F]) einen Auswahldialog öffnen.

Abbildung 1: ClamTk gibt sich zwar bescheiden, enthält aber alle wichtigen Funktionen, um mit ClamAV auf Virenjagd zu gehen.

Findet der Scanner eine möglicherweise infizierte Datei, zeigt er das nicht nur im Hauptfenster an, sondern öffnet zusätzlich einen Dialog, der alle als infiziert erkannten Dateien auflistet. Mit einem Rechtsklick auf einen Eintrag öffnen Sie ein Kontextmenü, über das Sie die Datei in die Quarantäne schieben, sie löschen (ohne Umweg über den Mülleimer), sie an einem bestimmten Ort speichern oder den Vorgang abbrechen. Beim gefundenen Treffer aus Abbildung 2 handelt es sich um eine EICAR-Testdatei [3]: Das European Institute for Computer Antivirus Research bietet Dateien zum Download an, mit denen Sie Virenscanner prüfen können. Es sind keine echten Viren, sondern gutartige Dateien, die keinen Schaden anrichten.

Abbildung 2: ClamTk hat den EICAR-Testvirus erkannt und bietet über das Kontextmenü verschiedene Aktionen für die infizierte Datei an.

Tipp: Mint: Automatische Anmeldung deaktivieren

Haben Sie bei der Installation der Distribution für den ersten Benutzer die automatische Anmeldung am System aktiviert und möchten diese wieder abschalten, können Sie das bequem über das grafische Konfigurationstool des Mint Display Managers (MDM) erledigen. MDM ist seit Linux Mint 13 dabei und basiert auf der GDM-Version 2.20 (Gnome Display Manager). Sie starten das Einrichtungswerkzeug über Eingabe von sudo mdmsetup in ein Terminalfenster. Auf Aufforderung geben Sie Ihr eigenes Passwort ein.

Wechseln Sie zum Reiter Sicherheit. Dort sollte die oberste Checkbox (Automatische Anmeldung aktivieren) ein Häkchen tragen; im Feld darunter steht der Benutzername (Abbildung 3). Entfernen Sie das Häkchen einfach wieder und bestätigen Sie über Close (Schließen). Beim nächsten Neustart der grafischen Oberfläche sollten Sie den gewohnten Anmeldedialog sehen.

Abbildung 3: Für den Display Manager MDM gibt es ein grafisches Konfigurationstool namens "mdmsetup". Auf dem Tab "Sicherheit" (de)aktivieren Sie die automatische Anmeldung.

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