Mint 15

Linux Mint 15 von der Heft-DVD installieren

09.10.2013
Linux Mint 15 gibt es in verschiedenen Varianten, mit Cinnamon, Mate, KDE oder Xfce als Desktop. Auf unserer Heft-DVD finden Sie 64- und 32-Bit-Versionen der Cinnamon- und KDE-Ausgaben.

Mint ist vor allem für Ubuntu-Freunde eine Alternative, weil die beiden Distributionen in vielen Aspekten sehr ähnlich sind und Sie von Ubuntu bekannte Softwarepakete auch unter Mint nachinstallieren können. Interessant sind vor allem die alternativen Desktops Cinnamon und Mate, die Mint anbietet. Einen Testbericht von Mint 15 Cinnamon finden Sie ab Seite 110; in diesem Artikel geht es um die Installation von der Heft-DVD.

Bevor Sie loslegen, gilt es zu entscheiden, welche Mint-Version Sie installieren möchten: Die beidseitige DVD ist (auf beiden Seiten) bootfähig und startet dort jeweils die Einrichtung eines 64-Bit-Systems. Für Benutzer älterer Rechner haben wir auch die 32-Bit-Versionen beigelegt, aber nur als ISO-Images (mehr dazu im Kasten 32-Bit-Version brennen).

32-Bit-Version brennen

Möchten Sie eine 32-Bit-Version installieren, können Sie auch unserer Anleitung folgen – das setzt voraus, dass Ihr PC ein klassisches BIOS und eine MBR-Partitionstabelle hat; für UEFI-Rechner sollten Sie immer die 64-Bit-Version verwenden.

Die 32-Bit-Varianten finden Sie nicht direkt in bootfähiger Form auf der DVD – stattdessen gibt es auf jeder Seite der Heft-DVD eine ISO-Image-Datei, die Sie zunächst auf Ihren Rechner kopieren und dann auf eine leere DVD brennen müssen. (Wollen Sie nur in einer virtuellen Maschine installieren, können Sie direkt die Image-Datei dafür verwenden.) Fürs Brennen eignet sich z. B. das KDE-Brennprogramm K3b.

Für die 32-Bit-Version der Cinnamon-Variante verwenden Sie die ISO-Datei /iso-image/linuxmint-15-cinnamon-dvd-32bit.iso auf Seite A (Cinnamon) der Heft-DVD, für die KDE-Variante entsprechend die ISO-Datei /iso-image/linuxmint-15-kde-dvd-32bit.iso auf Seite B (KDE).

Die Mint-Entwickler haben sich für eine besonders einfache Installationsroutine entschieden, bei der Sie wenig Einflussmöglichkeiten haben – lediglich die Aufteilung (Partitionierung) der Festplatte können Sie nach eigenen Vorstellungen vornehmen, wenn Ihnen der automatisch erstellte Vorschlag nicht gefällt. Bei den Software-Paketen, die auf der Platte landen, haben Sie hingegen zunächst keine Wahl: Der Mint-Installer richtet ein standardisiertes System ein, und erst später können Sie über die Softwareverwaltung zusätzliche Pakete installieren oder nicht benötigte entfernen.

Schauen wir uns die nötigen Schritte für die Installation Schritt für Schritt an, zunächst für einen Rechner mit klassischer Partitionstabelle, also einem Gerät aus der Vor-Windows-8-Phase.

Rechner mit MBR-Partitionen

Die Installation besteht hier im Wesentlichen aus dem Einlegen der DVD, dem Booten von dieser und anschließend einigen Mausklicks und wenigen Texteingaben (für Ihren Benutzer-Account):

  1. Booten Sie den Rechner mit eingelegter Linux-Mint-DVD – wenn er ausgeschaltet ist, starten Sie ihn dazu, legen schnell die DVD ein und drücken schnell die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[Entf], bevor er damit beginnt, Windows oder ein anderes System zu starten. (Falls Sie zu langsam waren, fahren Sie das installierte System hoch und führen dann einen Neustart durch.)
  2. Wenn Sie ein paar Sekunden warten, startet das Mint-Livesystem von der DVD – Sie können den Vorgang auch beschleunigen, indem Sie eine Taste drücken: Das bringt das Bootmenü der DVD auf den Bildschirm, und nach Auswahl des ersten Eintrags Start Linux Mint geht es direkt los. Hier können Sie alternativ den Eintrag Start in compatibility mode auswählen, wenn es beim ersten Versuch Probleme gibt (Abbildung 1).

    Abbildung 1: Sie können beim Rechnerstart mit einem Tastendruck das Bootmenü der DVD aufrufen und dort z. B. den Kompatibilitätsmodus auswählen.
  3. Nach kurzer Bootzeit erscheint der Cinnamon-Desktop von Linux Mint. Die Oberfläche ist sehr aufgeräumt und präsentiert neben einer Start-/Statusleiste am unteren Rand nur drei Icons auf dem Bildschirm – mit einem Doppelklick auf Install Linux Mint starten Sie das Installationsprogramm.
  4. Im ersten Dialog des Installers stellen Sie die Sprache von Englisch auf Deutsch um und bestätigen mit einem Klick auf Weiter. Es erscheint dann eine Warnung, dass Sie für die Installation von Linux Mint mindestens 6,1 GByte freien Plattenplatz und – idealerweise – eine aktive Internetverbindung benötigen, die letztere ist aber nicht zwingend nötig. Bestätigen Sie die Hinweise mit einem weiteren Klick auf Weiter.
  5. Nun zeigt der Installer einen Vorschlag an, was die Aufteilung der Festplatten angeht – dieser ist je nach vorhandenen Partitionen unterschiedlich (Abbildung 2). Lesen Sie ihn aufmerksam durch und überlegen Sie, ob er für Sie infrage kommt. Schlägt das Programm vor, ein bestehendes Windows-System zu verkleinern und Mint in den frei werdenden Bereich zu installieren, können Sie das akzeptieren. Die Variante Festplatte löschen und Linux Mint installieren ist in den meisten Fällen ungeeignet. Wenn mehrere andere Betriebssysteme auf der Platte liegen, erscheint der Vorschlag, die größte Partition zu verkleinern, um Platz für Mint zu schaffen – folgen Sie einem solchen Vorschlag, können Sie auswählen, wie viel Platz für das vorhandene System bleibt (und damit, wie viel Platz Sie Mint spendieren) (Abbildung 3).

    Wir gehen in dieser Anleitung davon aus, dass Sie sich in diesem Dialog für die Option Etwas Anderes entscheiden und sich anschließend selbst um die Partitionierung kümmern.

    Abbildung 2: Hier empfiehlt der Mint-Installer, die ganze Platte zu löschen – prüfen Sie an dieser Stelle auf jeden Fall den Partitionierungsvorschlag.
    Abbildung 3: Wenn der Installer vorschlägt, eine bestehende Partition zu verkleinern, legen Sie die neue Aufteilung über einen Schieberegler fest.
  6. Sie sehen nun eine grafische Darstellung der aktuellen Festplattenaufteilung, und der Installer zeigt auch an, welche Partition mit welchem Dateisystem formatiert ist. In Abbildung 4 sehen Sie die Situation auf einem Rechner, der zwei NTFS-Partitionen (Windows) hat. Es handelt sich um primäre Partitionen der ersten (und einzigen) Festplatte, darum tragen sie die Namen /dev/sda1 und /dev/sda2. Im Kasten Partitionsnamen finden Sie Hinweise zur Namensgebung.

    Abbildung 4: Vor der Installation sind nur die Partitionen von anderen, bereits installierten Betriebssystemen vorhanden – in diesem Beispiel zwei NTFS-Partitionen einer Windows-Installation.
  7. Verkleinern Sie zunächst eine der vorhandenen Partitionen, um leeren, unpartitionierten Platz für Linux Mint zu organisieren. (Falls Sie das bereits vor der Installation getan haben, sehen Sie einen Block Freier Speicherplatz und können diesen Schritt auslassen.) Markieren Sie dazu die Partition, die kleiner werden soll, und klicken Sie auf die Schaltfläche Change (ändern). Es öffnet sich ein neues Dialogfenster, indem Sie die neue Größe der bestehenden Partition in MByte angeben können. Lassen Sie für das alte System noch genug Platz und bestätigen Sie mit OK (Abbildung 5). Die Partition sollte mindestens 10 GByte kleiner werden, damit Sie diese Menge für Linux Mint verwenden können. Bei Veränderungen von bereits formatierten Partitionen müssen Sie einen Dialog bestätigen, der darüber informiert, dass der Installer die aktuellen Änderungen sofort ausführt.

    Abbildung 5: Beim Verkleinern einer Partition geben Sie an, wie viel MByte Plattenplatz diese nach dem Verkleinern noch belegt.
  8. Jetzt sehen Sie in der Partitionsübersicht einen freien Bereich. Legen Sie nun zwei Partitionen an, indem Sie jeweils die Zeile Freier Speicherplatz markieren, auf das Plus-Symbol klicken und dann die Eigenschaften der neuen Partition wählen. Für die erste Partition tragen Sie oben einen Wert in MByte ein, der etwas größer als Ihr Arbeitsspeicher (RAM) ist und ändern unter Benutzen als die Voreinstellung zu Auslagerungsspeicher (Swap); im zweiten Durchgang übernehmen Sie die Größenvorgabe (Sie nutzen dann den restlichen freien Platz) und tragen unter Einbindungspunkt einen Schrägstrich ein – das legt fest, dass die neue Partition das Wurzelverzeichnis / der Mint-Installation enthalten wird (Abbildung 6).

    Abbildung 6: Die Partition für das Wurzelverzeichnis der Mint-Installation sollte mindestens 8 GByte groß sein; mehr ist besser.
  9. Haben Sie beide Partitionen erzeugt, sehen Sie diese in der Partitionsliste – es gibt dort nun einen Eintrag swap und einen Eintrag ext4 (Abbildung 7). Wenn alles passt, klicken Sie auf Jetzt installieren. Weiter geht es im Abschnitt Restliche Einrichtung.

    Abbildung 7: So soll das Ergebnis der Partitionierung aussehen: Es gibt zwei neue Partitionen für Linux Mint, im Beispiel "sda5" und "sda6".

Partitionsnamen

Der Mint-Installer zeigt beim Partitionieren für Platten und Partitionen so genannte Gerätedateinamen an – das sind Dateinamen wie /dev/sda1. Wenn Sie diese noch nie gesehen haben, finden Sie hier eine kurze Erläuterung.

Mit /dev/ geht es immer los, denn auf einem installierten Linux-System gibt es einen Ordner /dev/, der zahlreiche Gerätedateien enthält: Diese erlauben den Zugriff auf die meiste im PC verbaute Hardware. Auch jede Festplatte hat hier einen Eintrag, und es wird alphabetisch durchnummeriert: sda ist die erste Platte, sdb die zweite usw.

Wenn eine Platte Partitionen enthält, gibt es für diese auch separate Gerätedateien; dazu hängt das System an den Namen einer Platte noch eine Nummer an, z. B. sda1 und sda2 für Partitionen auf der Platte sda.

Wie genau nummeriert wird, hängt davon ab, ob Sie eine klassische MBR-Partitionstabelle (und dann vermutlich einen BIOS-Rechner) oder eine GPT-Partitionstabelle (mit UEFI statt BIOS) haben:

  • MBR-Tabellen kennen primäre, erweiterte und logische Partitionen. Von den primären gibt es maximal vier mit den Nummern 1--4. Eine dieser primären Partitionen darf eine erweiterte sein, welche dann weitere logische enthalten kann. Die logischen werden ab 5 fortlaufend durchnummeriert, auch dann, wenn es nur eine einzige primäre/erweiterte Partition gibt.
  • GPT-Tabellen kennen nur einen einzigen Partitionstyp und nummerieren einfach ab 1 durch.

Rechner mit GPT-Partition

Haben Sie einen der neuen Windows-8-Rechner mit dem BIOS-Nachfolger UEFI und einer GPT-Partitionstabelle, können Sie die meisten Schritte der obigen Anleitung für MBR-Partitionstabellen übernehmen. Hier zeigen wir Ihnen die Unterschiede.

Im ersten Schritt 1 geht es auch hier mit dem Booten los – halten Sie beim Einschalten des Rechners die Esc-Taste gedrückt, damit das UEFI-Bootmenü erscheint. Eventuell brauchen Sie auf Ihrem PC eine andere Taste oder Tastenkombination. Im Bootmenü wählen Sie dann den Start von der DVD aus. Falls die DVD hier zweimal auftaucht, entscheiden Sie sich für einen Eintrag, der UEFI oder EFI enthält: Manche UEFI-Versionen erlauben es, die DVD in beiden Modi (UEFI und klassisches BIOS) zu booten.

Die Schritte 2--4 laufen genau wie in der obigen Beschreibung ab, hier ändert sich nichts. In Schritt 5 geht es um die Partitionierung: Auch auf UEFI-Systemen macht der Installer einen Vorschlag. Aus denselben Gründen wie bei Rechnern mit MBR-Platten werden Sie häufig von Hand partitionieren wollen.

Die Schritte 6--9 laufen im UEFI-Modus ähnlich wie bei MBR-Partitionen ab, Sie erkennen den Unterschied nur daran, dass in der Partitionsliste keine erweiterten und logischen Partitionen auftauchen, denn die gibt es bei GPT-Partitionstabellen nicht mehr (Abbildung 8). Verkleinern Sie also, wie oben beschrieben, eine Partition und legen Sie für Linux Mint zwei neue an. Vorsicht: Lassen Sie sich nicht vom Dialog für das Anlegen einer Partition irritieren – Mint bietet hier die Wahl zwischen primären und logischen Partitionen, obwohl es dieses Konzept nicht gibt. Die Auswahl hat darum auch keine Konsequenzen.

Abbildung 8: Auch im UEFI-Modus können Sie selbst die Aufteilung der Festplatte festlegen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Linux Mint 15 Cinnamon im Test
    Linux Mint 15, das Sie auch auf der Heft-DVD dieser Ausgabe finden, basiert auf Ubuntu 13.04 und bringt mit Cinnamon einen eigenen Desktop mit, der eine interessante Alternative zu Unity oder KDE ist.
  • Linux Mint 17 Mate auf der Heft-DVD
    Das Ubuntu-Derivat Linux Mint hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Debian-Ableger Ubuntu noch einmal zu verfeinern. Die Distribution lindert mit ihrem Desktop Mate einige Kopfschmerzen, die Ubuntu mit der Unity-Oberfläche manchen Anwendern bereitet.
  • Linux Mint 13
    Rund einen Monat nach Ubuntu 12.04 ist Linux Mint 13 erschienen, das auf der aktuellen Ubuntu-Version basiert. Es verspricht einen Gnome-Desktop nach alter Bauart und hinterlässt einen guten Eindruck.
  • Linux Mint 17 heißt Qiana, MintBox 2 in Deutschland erhältlich
    Die nächste Version der beliebten Distribution Linux Mint erhält den Codenamen Qiana und soll Ende Mai 2014 erscheinen. Darüber hinaus ist der Mini-Rechner MintBox 2 endlich direkt in Deutschland erhältlich.
  • Linux Mint 7 mit dem Codenamen "Gloria" veröffentlicht
    Clement Lefebvre hat eine neue Version von Linux Mint zum Download freigegeben. Sie bringt ein neues Menü und einen überarbeiteten Paketmanager.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_04

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...