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Dual-Boot mit Windows 8

Windows 8 und Linux auf UEFI-Systemen

05.04.2013
Neue Rechner mit Windows 8 machen eine parallele Linux-Installation durch UEFI und Secure Boot komplizierter. Wir zeigen Ihnen Wege zum Dual-Boot-System mit Windows 8 und Linux.

Es ist ausnahmsweise nicht die Kacheloberfläche von Windows 8, die für Ärger sorgt: Alle PCs mit der neuen Windows-Version setzen auf einen BIOS-Nachfolger namens EFI oder UEFI, der das Bootkonzept des PCs grundlegend verändert. Dazu gesellt sich mit GPT noch ein neues Partitionierungsschema für Festplatten, und die dritte Hürde nennt sich Secure Boot: Als Teil von UEFI sorgt Secure Boot dafür, dass nur mit einem geeigneten Schlüssel signierte Betriebssystem-Bootloader auf dem Rechner starten dürfen – womit die meisten Linux-Installations-DVDs zunächst außen vor bleiben.

In diesem Artikel erklären wir die Grundlagen der neuen Windows-PC-Welt und zeigen, wie Sie trotz aller Änderungen zu einem Dual-Boot-System mit Windows 8 und Linux kommen.

Bye bye, BIOS

Seit den Anfangstagen der "IBM-kompatiblen Personal Computer" sind PCs mit einem Startprogramm ausgestattet, welches das Betriebssystem auf der Festplatte finden und aktivieren kann. Das BIOS (Basic Input/Output System) ist außerdem traditionell für diverse Einstellungen der Hardware zuständig. Meist nutzen Anwender die dort verfügbaren Funktionen nur, um die Bootreihenfolge zu ändern, damit sie z. B. von einem eingesteckten USB-Stick oder von einer DVD booten können. Bei älteren PCs konnte man im BIOS auch Festplatten und Diskettenlaufwerke sowie die verbauten Erweiterungskarten konfigurieren.

Das klassische BIOS erwartet, dass angeschlossene Datenträger eine ebenso klassische Partitionierung mit den bekannten primären, erweiterten und logischen Partitionen besitzen (oder – etwa bei Disketten – gar nicht partitioniert sind). Der BIOS-Nachfolger UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) ist hier flexibler und kommt sowohl mit klassisch partitionierten Platten als auch mit der neuen Plattenaufteilung im GPT-Format zurecht. Eine GPT (GUID Partition Table) kennt keine primären oder logischen Partitionen, sondern verwaltet auf einheitliche Weise eine Vielzahl von Partitionen. Linux kann mit diesem System schon länger umgehen, u. a., weil Apple es schon seit einigen Jahren für die Festplatten in seinen Mac-Rechnern verwendet.

Die UEFI-Einstellungen und auch das UEFI-Bootmenü erreichen Sie über eine spezielle Taste (oder Tastenkombination), die Sie beim Einschalten des Rechners gedrückt halten, bis ein Menü erscheint; auf dem Testrechner war das [Esc]. Aus dem Menü gelangen Sie über einen Eintrag Enter Setup (oder ähnlich) zu den UEFI-Einstellungen. Je nach Hersteller navigieren Sie durch dieses Setup genauso wie früher durch die BIOS-Einstellungen.

UEFI meiden

Dieser Artikel ist lang, und er präsentiert verschiedene Möglichkeiten, die Sie ausprobieren könnten, um Windows 8 und Linux in einer UEFI-basierten Konfiguration zu nutzen – die wichtigste Aussage ist aber: Lassen Sie es lieber! Wir sind im Test mit einem neuen Notebook (Asus N56VZ-S4066H) auf etliche Probleme gestoßen, die teilweise dazu führten, dass sich weder Windows noch Linux starten ließen. Kombinieren Sie das mit der bei Windows 8 üblichen schweren Macke, dass die Hersteller keine Wiederherstellungs-DVDs ausliefern und die Recovery-Partition auf der Festplatte nach einigen Aktionen nicht mehr erkannt wurde, dann kann es ein Desaster bedeuten.

Windows 8 und der damit eingeführte BIOS-Nachfolger UEFI sabotieren also in vielen Fällen die Linux-Nutzung. Besser sieht es aus, wenn Sie auf Windows verzichten können: Eine Installation von Linux (mit Löschen des Windows-Systems) klappt in den meisten Fällen problemlos. Mit OpenSuse 12.3 und Kubuntu 12.10 ist uns die Installation im UEFI-Modus gelungen, und wir beschreiben weiter unten die nötigen Schritte. Es ist hier nicht möglich, einfach die Vorschläge der Installationsroutinen zu übernehmen, wie es bei klassisch aufgeteilten Festplatten Routine ist.

Haben Sie Windows 8 übrigens separat gekauft und als Update über ein Windows 7 installiert, sind Sie von den Problemen in der Regel nicht betroffen – denn Rechner mit vorinstalliertem Windows 7 verwenden noch das alte Partitionierungsschema und besitzen ein klassisches BIOS. Daran ändert sich auch durch ein Update von Windows 7 auf Version 8 nichts. Nur die neuen Rechner, die mit vorinstalliertem Windows 8 ausgeliefert werden, nutzen zwingend UEFI und die GPT-Partitionierung.

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