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© Kristian Peetz, fotolia

Shell-Tools für GPT-Partitionstabellen

GPT-Platten im Griff

Um Platten zu partitionieren, greift man unter Linux traditionell zu "fdisk" – doch mit modernen GPT-Platte kann das Programm nicht umgehen. Die Alternativen heißen "gdisk" und "parted".

Wie in den Schwerpunktartikeln dieser Ausgabe schon ausführlich besprochen, verwenden neue Rechner (vor allem solche, die mit Windows 8 ausgeliefert werden) eine neue Firmware namens UEFI [1]; damit verbunden gibt es auch eine neue Methode, Festplatten zu partitionieren. GPT (GUID Partition Table) ist auf Apples Macs schon länger im Einsatz, für PCs ist es aber Neuland [2].

Wenn Sie auf einem Rechner mit GPT fdisk nutzen wollen, um einen Blick auf die Partitionierung zu werfen, erhalten Sie wenig brauchbare Information: Statt der erhofften Tabelle erscheint (nach einer GPT-Warnung) nur eine einzige Partition vom Typ GPT, welche die ganze Platte zu füllen scheint (Listing 1).

Listing 1

"fdisk"-Ausgabe

susepc:/home/esser # fdisk -l
WARNING: GPT (GUID Partition Table) detected on '/dev/sda'! The
util fdisk doesn't support GPT. Use GNU Parted.
Disk /dev/sda: 750.2 GB, 750156374016 bytes
[...]
   Device Boot      Start         End      Blocks   Id  System
/dev/sda1               1  1465149167   732574583+  ee  GPT
Partition 1 does not start on physical sector boundary.

Was Sie dort sehen, ist der Inhalt des so genannten Protective MBR – dieser liegt als Schutzmechanismus an der Stelle, wo MBR-basierte Partitionierungstools die Partitionstabelle erwarten. Der stets einzige vorhandene Eintrag gibt vor, dass die gesamte Platte durch eine Partition von Typ GPT belegt wäre. Das stimmt zwar nicht, hält aber ältere Partitionierungstools (die GPT nicht kennen) erfolgreich davon ab, neue Partitionen nach dem MBR-Schema zu erzeugen und damit Daten auf der Platte zu löschen.

GPT-Partitionstabellen

GPT (GUID Partition Table) verwendet einen ganz anderen Aufbau als die bisher üblichen MBR-Tabellen: Was Sie über primäre, erweiterte und logische Partitionen wissen, können Sie in der GPT-Welt vergessen – es gibt nur noch Partitionen, und davon (theoretisch) bis zu 128 Stück auf einer Platte. Das Partitionierungsprogramm von Windows 8 beharrt zwar auf der Bezeichnung primäre Partition (Abbildung 1), dieser Begriff hat für GPT-Platten aber keine Bedeutung.

Abbildung 1: Windows spricht bei GPT-Platten durchgängig von "primären Partitionen", der Begriff ist hier aber falsch.

Die Bezeichnungen der einzelnen Partitionen einer Platte /dev/sda sind jetzt einfach durchnummeriert: Sie sprechen diese über /dev/sda1, /dev/sda2 usw. an. Dabei darf es durchaus Lücken zwischen den Nummern geben, es ist aber üblich, einfach fortlaufend Nummern zu vergeben.

GPT fdisk

Am leichtesten gelingt der Einstieg in die GPT-Partitionierung mit gdisk, dessen Name eine Abkürzung für GPT-fdisk ist: Das Tool lehnt sich von der Bedienung stark an fdisk an und weicht nur dort von dem Klassiker ab, wo es unvermeidbar ist. Sie brauchen in jedem Fall Root-Rechte für die Benutzung von gdisk, auch dann, wenn Sie nur einen Blick auf die vorhandenen Partitionen werfen wollen. Um als normaler Anwender wenigstens die Partitionsliste abzurufen, können Sie den Befehl

cat /proc/partitions

verwenden, finden in der Ausgabe aber nur Hinweise auf Größe und Gerätedatei der jeweiligen Partition.

Für einen ersten Blick auf die Partitionierung steht die Option -l (list) bereit, die allerdings zwingend die Angabe einer Gerätedatei (/dev/sda, /dev/sdb etc.) erwartet (Abbildung 2). Bei fdisk ist es genauso möglich, die Platte anzugeben, aber dort kann man das Argument auch weglassen, und fdisk zeigt dann Informationen über sämtliche Platten an.

Abbildung 2: Die Ausgabe von "gdisk" ist informativ, sie verrät, welche Partitionstabellen es gibt.

Um die Partitionierung einer Platte zu bearbeiten, rufen Sie gdisk mit dem Gerätenamen der Platte als einzigem Argument auf, also z. B.

gdisk /dev/sda

Das Programm sucht dann nach Partitionstabellen in verschiedenen Formaten und berichtet über das Resultat der Suche: Auf einem GPT-System sollten Sie die Einträge MBR: protective und GPT: present (sowie Hinweise auf nicht vorhandene BSD- und APM-Tabellen) finden.

Dass Sie nun in gdisk arbeiten, erkennen Sie am Prompt, der sich zu Command (? for help): ändert. Sie können sich jederzeit mit p (print) die aktuellen Partitionierungsdaten anzeigen lassen. Wie bei fdisk spiegelt die Anzeige alle bisher geplanten (aber noch nicht ausgeführten) Änderungen wider – Sie verlassen das Programm mit q (quit), dann gehen alle Änderungen verloren. Erst wenn Sie w (write) eingeben, schreibt gdisk die neuen Daten in die Partitionstabelle.

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