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© Klaus Rainer Krieger, Fotolia

Linux-Spiele über Steam kaufen

Unterhaltsame Dampfmaschine

Im Februar öffnete eine der größten Verkaufsplattformen für Computerspiele endlich auch für Linux ihre Pforten. Der Einkaufsbummel setzt jedoch ein kleines Programm voraus, das mit einer etwas verwirrenden Benutzeroberfläche aufwartet.

2004 ging ein kleiner Aufschrei durch die Spielewelt: Wer das heiß erwartete Actionspiel Half-Life 2 spielen wollte, musste sich bei einer neuen Vertriebsplattform namens Steam registrieren. Entwickler Valve hatte sie geschaffen, um Mehrspielerpartien besser koordinieren, die eigenen Spiele selbst vertreiben und die zunehmenden Raubkopien eindämmen zu können. Viele Spieler empfanden Steam zunächst als Gängelung, zumal sie ihre Spiele nun nicht mehr weiterverkaufen konnten. Das änderte sich rasch, als weitere Spielehersteller Steam für sich entdeckten.

Bequemlichkeit siegt

Über Steam können Spieler bequem vom Sofa aus Spiele über das Internet nachkaufen, der Gang in ein Geschäft entfällt. Da sich Steam die Einkäufe merkt, genügen wenige Mausklicks, um die eigene Sammlung auf einem neuen Computer wiederherzustellen. Obendrein hält Steam die installierten Spiele automatisch auf dem aktuellen Stand. Schließlich können die Spieler über Steam auch noch miteinander kommunizieren und sich etwa in Foren austauschen. Dank dieser Vorteile wuchs die Akzeptanz für Steam rasant. Immer mehr angebotene Spiele zogen immer mehr Nutzer an – Valves Spieleplattform wurde ein durchschlagender Erfolg.

Zunächst kamen allerdings nur Windows- und (Apple-)OS-X-Spieler in den Genuss von Steam. Erst neun Jahre nach ihrem Start öffnete sich die Verkaufsplattform im Februar 2013 offiziell auch für Linux-Spiele. Zwar ist das Angebot bei Weitem noch nicht so umfangreich wie das für Windows-Nutzer, es wächst aber recht rasant. Neben Action-Blockbustern wie Team Fortress 2, Counterstrike oder Left 4 Dead 2 finden sich auch viele gewaltlose Perlen, darunter etwa das Knobelspiel World of Goo oder das Adventure The Cave.

Schaltzentrale Steam-Client

Kauf und Verwaltung der Spiele erfolgen über ein kleines Programm, den Steam-Client. Sie erhalten ihn kostenlos auf der Steam-Webseite [1]. Dort können Sie auch vorab im Spieleangebot stöbern. Sofern neben einem Spiel ein kleiner Pinguin auftaucht, ist es auch für Linux erhältlich. Der Steam-Client unterstützt derzeit offiziell nur die Linux-Distributionen Ubuntu (bzw. Kubuntu), er läuft aber auch problemlos unter OpenSuse, die Installation erfordert dort aber ein paar zusätzliche Mausklicks.

Wenn Sie mit Kubuntu arbeiten, gehen Sie wie folgt vor, um dem Steam-Client einzurichten:

  1. Klicken Sie auf der Steam-Homepage auf den grünen Knopf Steam jetzt installieren rechts oben in der Ecke und wählen Sie im erscheinenden Fenster Speichern unter.... Wählen Sie in der linken Spalte Persönlicher Ordner aus und klicken Sie auf Speichern. Damit lädt Ihr Browser die Datei steam_latest.deb in Ihren persönlichen Ordner herunter.
  2. Rufen Sie im K-Menü auf dem Register Rechner den Punkt Persönlicher Ordner auf und klicken Sie die Datei steam_latest.deb an.
  3. Im neuen Fenster entscheiden Sie sich für Paket installieren, tippen dann Ihr Passwort ein und klicken auf OK. Kubuntu installiert jetzt den Steam-Client, was ein paar Minuten dauern kann. Schließen Sie anschließend das Fenster.
  4. Im K-Menü erreichen Sie den Steam-Client jetzt auf dem Register Anwendungen unter Spiele.

Unter OpenSuse sind die folgenden Schritte für die Einrichtung nötig:

  1. Öffnen Sie das Startmenü und rufen Sie auf dem Register Rechner das Programm YaST auf. Tippen Sie das Administratorpasswort ein und klicken Sie auf OK. Stellen Sie im YaST-Kontrollzentrum sicher, dass auf der linken Seite Software markiert ist, und klicken Sie rechts auf Software-Repositories.
  2. Im nächsten Dialog klicken Sie auf Hinzufügen, wählen Community/Gemeinschafts-Repositories, gehen einen Schritt Weiter, setzen in der Liste bei openSUSE BuildService -- Spiele ein Häkchen und klicken auf OK. Es erscheint dann das Fenster Nicht verbürgten GnuPG-Schlüssel importieren. Entscheiden Sie sich für Vertrauen und schließen Sie das Fenster YaST2 -- Software-Repositories mit OK.
  3. In YaST springen Sie nun zum Punkt Software installieren oder löschen. Tippen Sie links oben in das Feld den Text Steam ein und klicken Sie auf Suchen. Rechts oben in der Liste erscheint ein Eintrag steam, den Sie durch Ankreuzen zur Installation auswählen. Nach einem Klick auf Akzeptieren installiert OpenSuse schließlich den Steam-Client. Sehr wahrscheinlich erscheint dabei ein Fenster Geänderte Pakete: Klicken Sie dort einfach auf Fortfahren.
  4. Schließen Sie das YaST-Kontrollzentrum. Den Steam-Client finden Sie jetzt im Startmenü auf dem Register Anwendungen unter Internet.

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