AA_PO-3787-Fotolia-Klaus_Rainer_Krieger_Fotolia-Dampflok.jpg

© Klaus Rainer Krieger, Fotolia

Unterhaltsame Dampfmaschine

Linux-Spiele über Steam kaufen

05.04.2013
Im Februar öffnete eine der größten Verkaufsplattformen für Computerspiele endlich auch für Linux ihre Pforten. Der Einkaufsbummel setzt jedoch ein kleines Programm voraus, das mit einer etwas verwirrenden Benutzeroberfläche aufwartet.

2004 ging ein kleiner Aufschrei durch die Spielewelt: Wer das heiß erwartete Actionspiel Half-Life 2 spielen wollte, musste sich bei einer neuen Vertriebsplattform namens Steam registrieren. Entwickler Valve hatte sie geschaffen, um Mehrspielerpartien besser koordinieren, die eigenen Spiele selbst vertreiben und die zunehmenden Raubkopien eindämmen zu können. Viele Spieler empfanden Steam zunächst als Gängelung, zumal sie ihre Spiele nun nicht mehr weiterverkaufen konnten. Das änderte sich rasch, als weitere Spielehersteller Steam für sich entdeckten.

Bequemlichkeit siegt

Über Steam können Spieler bequem vom Sofa aus Spiele über das Internet nachkaufen, der Gang in ein Geschäft entfällt. Da sich Steam die Einkäufe merkt, genügen wenige Mausklicks, um die eigene Sammlung auf einem neuen Computer wiederherzustellen. Obendrein hält Steam die installierten Spiele automatisch auf dem aktuellen Stand. Schließlich können die Spieler über Steam auch noch miteinander kommunizieren und sich etwa in Foren austauschen. Dank dieser Vorteile wuchs die Akzeptanz für Steam rasant. Immer mehr angebotene Spiele zogen immer mehr Nutzer an – Valves Spieleplattform wurde ein durchschlagender Erfolg.

Zunächst kamen allerdings nur Windows- und (Apple-)OS-X-Spieler in den Genuss von Steam. Erst neun Jahre nach ihrem Start öffnete sich die Verkaufsplattform im Februar 2013 offiziell auch für Linux-Spiele. Zwar ist das Angebot bei Weitem noch nicht so umfangreich wie das für Windows-Nutzer, es wächst aber recht rasant. Neben Action-Blockbustern wie Team Fortress 2, Counterstrike oder Left 4 Dead 2 finden sich auch viele gewaltlose Perlen, darunter etwa das Knobelspiel World of Goo oder das Adventure The Cave.

Schaltzentrale Steam-Client

Kauf und Verwaltung der Spiele erfolgen über ein kleines Programm, den Steam-Client. Sie erhalten ihn kostenlos auf der Steam-Webseite [1]. Dort können Sie auch vorab im Spieleangebot stöbern. Sofern neben einem Spiel ein kleiner Pinguin auftaucht, ist es auch für Linux erhältlich. Der Steam-Client unterstützt derzeit offiziell nur die Linux-Distributionen Ubuntu (bzw. Kubuntu), er läuft aber auch problemlos unter OpenSuse, die Installation erfordert dort aber ein paar zusätzliche Mausklicks.

Wenn Sie mit Kubuntu arbeiten, gehen Sie wie folgt vor, um dem Steam-Client einzurichten:

  1. Klicken Sie auf der Steam-Homepage auf den grünen Knopf Steam jetzt installieren rechts oben in der Ecke und wählen Sie im erscheinenden Fenster Speichern unter.... Wählen Sie in der linken Spalte Persönlicher Ordner aus und klicken Sie auf Speichern. Damit lädt Ihr Browser die Datei steam_latest.deb in Ihren persönlichen Ordner herunter.
  2. Rufen Sie im K-Menü auf dem Register Rechner den Punkt Persönlicher Ordner auf und klicken Sie die Datei steam_latest.deb an.
  3. Im neuen Fenster entscheiden Sie sich für Paket installieren, tippen dann Ihr Passwort ein und klicken auf OK. Kubuntu installiert jetzt den Steam-Client, was ein paar Minuten dauern kann. Schließen Sie anschließend das Fenster.
  4. Im K-Menü erreichen Sie den Steam-Client jetzt auf dem Register Anwendungen unter Spiele.

Unter OpenSuse sind die folgenden Schritte für die Einrichtung nötig:

  1. Öffnen Sie das Startmenü und rufen Sie auf dem Register Rechner das Programm YaST auf. Tippen Sie das Administratorpasswort ein und klicken Sie auf OK. Stellen Sie im YaST-Kontrollzentrum sicher, dass auf der linken Seite Software markiert ist, und klicken Sie rechts auf Software-Repositories.
  2. Im nächsten Dialog klicken Sie auf Hinzufügen, wählen Community/Gemeinschafts-Repositories, gehen einen Schritt Weiter, setzen in der Liste bei openSUSE BuildService -- Spiele ein Häkchen und klicken auf OK. Es erscheint dann das Fenster Nicht verbürgten GnuPG-Schlüssel importieren. Entscheiden Sie sich für Vertrauen und schließen Sie das Fenster YaST2 -- Software-Repositories mit OK.
  3. In YaST springen Sie nun zum Punkt Software installieren oder löschen. Tippen Sie links oben in das Feld den Text Steam ein und klicken Sie auf Suchen. Rechts oben in der Liste erscheint ein Eintrag steam, den Sie durch Ankreuzen zur Installation auswählen. Nach einem Klick auf Akzeptieren installiert OpenSuse schließlich den Steam-Client. Sehr wahrscheinlich erscheint dabei ein Fenster Geänderte Pakete: Klicken Sie dort einfach auf Fortfahren.
  4. Schließen Sie das YaST-Kontrollzentrum. Den Steam-Client finden Sie jetzt im Startmenü auf dem Register Anwendungen unter Internet.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_04

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...