Zwei Monitore am Linux-PC

Verdoppelt

Große Monitore stellen 2560 x 1440 Pixel dar – genug Platz für zahlreiche Fenster. Doch nicht jeder hat das Geld für ein solches Gerät, darum ist es oft sinnvoll, mehrere Bildschirme an einen PC anzuschließen.

Monitore mit 20 bis 22 Zoll Bildschirmdiagonale gibt es für unter 100 Euro, selbst zwei oder drei dieser Geräte sind zusammen billiger als ein großes Gerät mit 27 Zoll, und im Zweifelsfall reaktivieren Sie den alten Röhrenmonitor, der im Keller steht. Zudem benötigen die Riesendisplays spezielle Grafikkarten, die mit den hohen Auflösungen zurecht kommen. Dagegen ist es meist problemlos, zwei kleinere Monitore parallel am PC zu betreiben, weil die üblichen Grafikkarten je einen DVI- und einen VGA-Ausgang besitzen und diese mit unterschiedlichen Inhalten versorgen können.

Unter Windows oder am Mac ist es kein Problem, einen zweiten Monitor anzuschließen: Der wird dort sofort erkannt und kann passend konfiguriert werden. Für Beamer-Präsentationen will man meist den Inhalt des Desktops spiegeln (also auf beiden Geräten dasselbe anzeigen), bei der Arbeit am Schreibtisch hingegen will man den zusätzlichen Bildschirm für die Anzeige weiterer Fenster nutzen. Wie verhält sich ein Linux-System, wenn Sie das Zwei-Bildschirm-Setup nutzen möchten, und was gibt es gegebenenfalls zu konfigurieren? Darüber gibt dieser Artikel Aufschluss.

DVI und VGA

Wir gehen im Folgenden immer davon aus, dass Sie Ihren "Hauptmonitor" via DVI anschließen – die DVI-Schnittstelle ist digital und erlaubt eine bessere Bildqualität. Der VGA-Port nutzt veraltete analoge Technik und soll darum nur zum Anschluss des Zweitgeräts dienen. Den zweiten Monitor schalten Sie lediglich bei Bedarf hinzu; das Ziel wäre, dass Linux selbständig erkennt, wann der zweite Monitor vorhanden ist, und in dem Fall den Desktop erweitert. Schalten Sie das Gerät wieder aus, sollte das idealerweise rückgängig gemacht werden. Diese Maximalanforderungen lassen sich leider nicht umsetzen, beim An- und Abstöpseln ist unter Linux fast immer Handarbeit nötig.

Nvidia, ATI/AMD und andere

Für Linux-Benutzer ist der Hersteller der Grafikkarte relevant, außerdem hängt es vom eingesetzten Desktop (KDE oder Gnome) ab, was passiert, wenn Sie einen zweiten Monitor anschließen.

Wenn Sie nicht wissen, welche Grafikkarte in Ihrem Rechner verbaut ist, hilft ein Ausflug auf die Kommandozeile, bei dem Sie Linux fragen, welche Karte es erkannt hat. Öffnen Sie dazu über [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole ein Terminalfenster und geben Sie darin den Befehl

/sbin/lspci -nn | grep VGA

ein. (Das so genannte Pipe-Zeichen "|" erreichen Sie über [AltGr]+[<].) Ubuntu-Anwender lassen /sbin/ im Befehl weg, schreiben also nur lspci -nn | grep VGA. Das Kommando gibt Hersteller und Modell der Grafikkarte aus, z. B.:

01:00.0 VGA compatible controller [0300]: nVidia Corporation G73 [GeForce 7650 GS] [10de:0390] (rev a1)

für eine Nvidia-Karte oder

01:00.0 VGA compatible controller [0300]: ATI Technologies Inc Turks XT [AMD Radeon HD 6600 Series] [1002:6758]

für eine ATI-Karte.

Wenn Sie für eine Nvidia-Karte die herstellereigenen Treiber installiert haben, ist eine spezielle Vorgehensweise erforderlich, um einen zweiten Monitor einzurichten. Ob Sie den Nvidia-Treiber verwenden, finden Sie auch über die Shell heraus: Geben Sie dazu das Kommando

glxinfo | grep -i "OpenGL vendor"

ein. Wenn hier in den ausgegebenen Zeilen der Text OpenGL vendor string: NVIDIA Corporation auftaucht, ist der proprietäre Treiber von Nvidia im Einsatz. Sehen Sie stattdessen OpenGL vendor string: nouveau, verwenden Sie den integrierten Nouveau-Treiber für Nvidia-Karten.

Wer den von Nvidia bereitgestellten Treiber einsetzt, muss für die Bildschirmeinrichtung das Programm nvidia-settings verwenden. Wie das geht, lesen Sie im Abschnitt Nvidia-settings. Benutzen Sie stattdessen eine Nvidia-Karte mit dem in Linux enthaltenen Standardtreiber (oder eine Grafikkarte eines anderen Herstellers), lesen Sie einfach hier weiter.

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Kommentare
geht doch
FK (unangemeldet), Mittwoch, 23. Mai 2012 06:00:07
Ein/Ausklappen

"Den zweiten Monitor schalten Sie lediglich bei Bedarf hinzu; das Ziel wäre, dass Linux selbständig erkennt, wann der zweite Monitor vorhanden ist, und in dem Fall den Desktop erweitert. Schalten Sie das Gerät wieder aus, sollte das idealerweise rückgängig gemacht werden. Diese Maximalanforderungen lassen sich leider nicht umsetzen, beim An- und Abstöpseln ist unter Linux fast immer Handarbeit nötig."

ich hab das ganze neulich noch ausprobiert, arch linux mit gnome 3.4.2 hier auf einem thinkpad t400 mit intel grafik und war baff - es läuft ohne probleme. einmal eingestellt kann ich jetzt munter ein und aus stöpseln, er stellt das gewünschte 2-monitor layout wieder her und bei bedarf wieder aus.


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