Ins Netz gegangen

Heimnetzwerke einrichten und konfigurieren

22.05.2012
Der Aufbau eines eigenen Heimnetzwerks ist kein Hexenwerk. Wir erläutern die wichtigsten Komponenten und zeigen, wie Sie Ihr Zuhause effektiv und sinnvoll vernetzen.

Haushalte mit mehreren Netzwerkgeräten sind heutzutage eher die Regel denn die Ausnahme. Angefangen von Desktopsystemen und Notebooks über Tablets und Smartphones bis hin zu Druckern, BluRay-Playern und sogar Fernsehern, alles lässt sich heutzutage ins heimische Netz integrieren. Wer richtig plant, der kann sich einige Fallstricke ersparen und den Komfort der Hausvernetzung erhöhen.

Eins, zwei oder drei

Am Anfang steht die Frage, was ein Heimnetzwerk eigentlich ist – streng genommen gilt auch schon ein einziger Rechner an der vom Provider gelieferten Box als Netzwerk. Wirklich Spaß macht es aber erst, wenn Sie mehrere Geräte vor Ort haben, und auch erst dann ist eine ausgeklügelte Konfiguration sinnvoll, um das Zusammenspiel der Systeme zu optimieren. Im Folgenden gehen wir daher von einem Haushalt mit mindestens zwei verschiedenen Netzwerkgeräten aus, die sowohl einen gemeinsamen Zugang ins Internet nutzen als auch untereinander vernetzt werden sollen. Terminologisch spricht man bei den lokalen Komponenten von LAN (Local Area Network) und bei der Verbindung ins Internet von WAN (Wide Area Network). Im LAN übertragen Sie beispielsweise Daten von einem Rechner zum anderen per Dateifreigabe. Für die Übertragung von Daten ins Internet, z. B. beim Ansehen eines Onlinevideos oder dem Versand einer E-Mail, greifen Sie hingegen auf das WAN zurück, denn die Verbindung führt aus dem eigenen Netzwerk heraus (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Router verbindet alle Geräte im heimischen LAN miteinander – und über das WAN auch mit dem Internet.

Leinen los?

Für die Vernetzung der Geräte im Haus stehen Ihnen zweierlei Transportmedien zur Verfügung, die Sie nach Belieben kombinieren: Zum einen die kabelgebundenen Netzwerke, zum anderen die drahtlosen Verbindungen (Wireless LAN, WLAN, Funknetzwerk oder WiFi). Sinnvoll ist es, so weit wie möglich auf kabelgebundene Übertragung zu setzen. Diese erfordert zwar deutlich mehr Aufwand für das Verlegen von Kabeln und ist daher z. B. in Mietwohnungen nicht immer möglich – dafür sind solche Verbindungen aber meist deutlich schneller und wesentlich weniger störanfällig als die Funkvariante, welche zudem das Risiko erhöht, Eindringlinge von außen anzuziehen. Sie sollten das WLAN daher nur dann aktivieren, wenn es gerade für Notebooks oder Tablets benötigt wird, und es in der übrigen Zeit ausschalten.

Für kabelgebundene Verbindungen benötigen Sie in Ihrem Computer eine Netzwerkkarte (NIC, Network Interface Card oder Ethernet-Karte). Der Ausdruck Ethernet bezeichnet dabei eine ganze Reihe von Standards für kabelgebundene Netzwerke. Nahezu jedes Notebook und jeder Desktop-PC verfügen von Haus aus über eine solche Karte, auch an vielen Druckern finden Sie einen solchen Anschluss. Handys und Tablets hingegen unterstützen als mobile Endgeräte nur Funkverbindungen. Um nun mehrere kabelgebundene Geräte miteinander zu verbinden, benötigen Sie einen Switch (Abbildung 2) bzw. einen Hub. Dabei handelt es sich um eine Art Verteiler, der alle Leitungen zusammenführt und die Datenströme entsprechend aufteilt. Ein Hub leitet grundsätzlich alle Daten an alle Anschlüsse weiter, während der Switch nur jeweils den betroffenen Anschluss anspricht – das ist nicht nur weniger fehleranfällig, sondern auch sicherer und schneller. Nicht zuletzt aufgrund des mittlerweile geringen Preisunterschiedes sollten sie daher immer zum Switch greifen.

Abbildung 2: Ein handelsüblicher Switch für Heimnetzwerke (Foto: (c) Franz Pfluegl, Fotolia).

Ein Anschluss am Switch bzw. Hub wird auch als Port bezeichnet, ein 4-Port-Switch bietet z. B. Anschlüsse für vier Endgeräte. Switche gibt es in einer Vielzahl von Konfigurationen und Preisklassen, von denen viele für den Heimbedarf jedoch überdimensioniert sind. Relevant sind neben der Anzahl der Ports eigentlich nur zwei Eigenschaften: welche Geschwindigkeit die Geräte unterstützen und ob sie passiv gekühlt sind, d. h. keinen lauten Lüfter besitzen. Letzteres trifft für nahezu jedes kleine bis mittelgroße Modell zu, während es bei der Geschwindigkeit durchaus Unterschiede gibt. Gängige Netzwerkkarten arbeiten mit einer Geschwindigkeit von 1000 Mbit/s (Megabit pro Sekunde), was theoretisch erlaubt, 125 MByte pro Sekunde zu übertragen. Diese Art der Anbindung wird auch als Gigabit-Port, GBit-Port oder mit dem Präfix 1000Base bezeichnet. Der Vorgänger dieses Standards arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit/s (Fast Ethernet-Port, 100Base). Bei einer Neuanschaffung sollten Sie unbedingt die schnellere Variante wählen, um zukunftssicher zu bleiben.

Die Geschwindigkeit der Datenübertragung hängt jedoch nicht nur von Netzwerkkarte und Switch bzw. Hub ab, sondern auch vom Netzwerkkabel. Es sorgt für die Verbindung der Geräte untereinander, wird auch als Ethernet-Kabel, Twisted-Pair-Kabel oder Patchkabel bezeichnet und ist gegen äußere Einflusse geschirmt. Diese Kabel gibt es in zwei Varianten: einmal als normale Verbindungskabel, und einmal als Crossover-Kabel. Letzteres dient der direkten Verbindung zweier Geräte und hat in der regulären Heimverkabelung eigentlich nichts zu suchen. Gerade für Anfänger wichtig ist hingegen, die Kabel "vorkonfektioniert" zu erwerben, d. h. bereits mit den entsprechenden Netzwerksteckern versehen, die auch Ethernet-Stecker oder RJ45-Stecker heißen (Abbildung 3). Zwar können Sie die Kabel auch selbst konfektionieren, was jedoch entsprechendes Werkzeug und handwerkliches Geschick erfordert. Egal ob fertig oder zum Selberbauen, alle Kabel gibt es in mehreren Kategorien, die vor allem die maximal mögliche Geschwindigkeit definieren. Die gängigsten Varianten sind Cat-5/Cat-5e sowie Cat-6/Cat-6e. Im Prinzip sollten alle in den letzten Jahren hergestellten Kabel bereits die schnelle Gigabit-Verkabelung unterstützen, aber dennoch schadet es nicht, wenn Sie beim Kauf nochmals explizit danach fragen bzw. auf die entsprechenden Beschriftungen achten. Ab Cat-5e müssen die Kabel mit 1000 Mbit/s zurecht kommen, aus der Liste sind lediglich die alten Cat-5-Kabel nur für 100 Mbit/s ausgelegt.

Abbildung 3: Ein handelsübliches Netzwerkkabel (Foto: (c) Rafa Irusta Machin, 123RF).

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