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Trinity bringt KDE 3 zurück

Zurück zur 3

Die großen Desktops KDE und Gnome sind beide mit ihren letzten großen Updates auf heftigen Widerstand bei den Anwendern gestoßen. Zumindest für KDE-4-Verweigerer bietet das Trinity-Projekt eine Möglichkeit, weiter mit bewährter Software zu arbeiten.

KDEs Update auf Version 4 hat so viele Änderungen auf den Desktop gebracht, dass viele Anwender einen Umstieg von der älteren Version 3 so lange wie möglich herausgezögert haben; aktuelle Distributionen hatten allerdings oft kein vollständiges KDE 3 mehr im Angebot, und die KDE-Entwickler arbeiten nicht mehr an den Programmen der alten Generation.

Darum hat sich das Projekt Trinity [1] gebildet, welches das Ziel verfolgt, KDE 3 weiterhin zu aktualisieren und für moderne Linux-Distributionen verfügbar zu machen. Einige Zeit lang hat sich dort nichts mehr getan, einen schon vor sechs Monaten geplanten Trinity-Artikel in EasyLinux hatten wir zunächst verschoben, weil unklar war, ob die Projektmitglieder noch aktiv sind. Inzwischen gibt es eine neue Trinity-Version 3.5.13 [4], und in diesem Artikel stellen wir sie vor. Hinweise zur Installation von Trinity unter Ubuntu/Kubuntu bzw. von KDE-3-Paketen für OpenSuse finden Sie in den Kästen Trinity unter Ubuntu/Kubuntu und KDE 3 unter OpenSuse.

KDE 3, wie man es kennt

Wenn Sie Trinity 3.5.13 installieren und starten, fühlen Sie sich als alter KDE-Hase gleich heimisch auf der Oberfläche: Zwar haben die Entwickler das KDE-Logo im Startmenü gegen ein Trinity-Logo ausgetauscht, das sieht aber sogar dem Originallogo ähnlich, so dass ein oberflächlicher Blick gar nicht verrät, welcher Desktop hier aktiv ist (Abbildung 1).

Abbildung 1: Trinity 3.5.13 bringt das klassische KDE 3 zurück – und zwar für aktuelle Linux-Distributionen.

Trinity verwenden Sie genauso, wie Sie es von KDE 3 vielleicht gewohnt sind: Über das Startmenü rufen Sie die installierten Programme auf, alternativ öffnen Sie mit [Alt]+[F2] ein Schnellstartfenster, in das Sie einen vollständigen Programmnamen eingeben. Dieser Dialog lässt sich übrigens konfigurieren: Klicken Sie dazu einfach auf Einstellungen (Abbildung 2). Eine nützliche Option ist Autocomplete shows available applications (Auto-Vervollständigung zeigt verfügbare Anwendungen): Wenn Sie diese aktivieren, zeigt das Fenster Namen von Programmen an, die zu Ihrer Eingabe passen, und Sie müssen nicht mehr den vollen Namen eingeben.

Abbildung 2: Aktivieren Sie in den Einstellungen des Schnellstartfensters die Option "Autocomplete shows available applications", um Programme noch schneller zu starten.

Die Klassiker

Schon zu KDE-3-Zeiten gab es zahlreiche nützliche Programme, die speziell für KDE entwickelt wurden. Sie sind auch bei Trinity alle dabei, darunter z. B. die folgenden:

  • Amarok ist ein moderner Audio-Player für KDE/Trinity, Kaffeine spielt diverse Videoformate.
  • K3b ist das CD-/DVD-Brennprogramm für Linux.
  • Mit Konversation chatten Sie im IRC (Internet Relay Chat), während Kopete für die Instant-Messaging-Dienste zuständig ist.
  • Ark ist ein GUI-Tool für diverse Archivformate (ZIP & Co.).
  • Für fortgeschrittene Anwender sind der professionelle Text-Editor Kate und das Terminal-Programm Konsole (in dem Sie die Shell nutzen) enthalten.

Trinity bietet wie KDE 3 ein einheitliches Kontrollzentrum, über das Sie alle wesentlichen Desktop-Einstellungen vornehmen können (Abbildung 3). Sie starten es z. B. über ein mit [Alt]+[F2] geöffnetes Schnellstartfenster, in das Sie kcontrol eingeben.

Abbildung 3: Über das KDE-Kontrollzentrum legen Sie alle KDE-spezifischen Einstellungen fest, z. B. die Programme, die für bestimmte Dateitypen zuständig sind.

Beachten Sie, dass Trinity die persönliche Konfiguration nicht mehr unterhalb von .kde speichert, sondern dafür den Ordner .trinity in Ihrem Home-Verzeichnis verwendet. Dadurch kommen sich Trinity und eine eventuell zusätzlich vorhandene KDE-4-Installation nicht in die Quere.

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