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Linux rein virtuell

Linux unter Windows mit VirtualBox nutzen

18.01.2012
Den Umstieg auf Linux können Sie in zwei Geschwindigkeiten schaffen – die langsame Variante verzichtet zunächst auf eine echte Linux-Installation und nutzt eine virtuelle Maschine.

Eine inzwischen klassische Möglichkeit, Linux zunächst auszuprobieren, ist die Benutzung einer Live-DVD, aber ein von DVD gebootetes Linux arbeitet deutlich langsamer als eine richtige Installation, weil der Zugriff auf die DVD so träge ist. Besser ist dann schon eine virtuelle Maschine (VM), die Sie auch unter Windows schnell angelegt und mit einer Linux-Distribution ausgestattet haben. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, wie Sie das Virtualisierungsprogramm VirtualBox unter Windows installieren und dann OpenSuse 12.1 oder Kubuntu 11.10 von der Heft-DVD dieser Ausgabe einrichten.

Generell unterscheidet sich die Linux-Installation in einer virtuellen Maschine nicht von der auf einem echten Rechner, weswegen Sie die Beschreibung der OpenSuse- oder Kubuntu-Einrichtung (ab Seite 26 bzw. 30) auch für die Linux-Installation in der VM verwenden können.

Vor- und Nachteile

Linux auf einer virtuellen Maschine statt direkt auf dem PC zu installieren, hat Vor- und Nachteile. Auf der Habenseite steht die einheitliche Hardware: VirtualBox gaukelt dem Betriebssystem ja bestimmte Hardware-Komponenten (etwa den Festplatten-Controller, die Grafik- und die Netzwerkkarte) vor, und die sind immer dieselben, egal auf welchem Rechner VirtualBox läuft; lediglich der Prozessor wird "durchgereicht": Sie sehen also in der virtuellen Maschine genau die CPU, die auch im Rechner steckt.

Die virtuellen Komponenten der VirtualBox-VMs werden alle von Linux unterstützt, es kann also keine Probleme beim Einrichten geben, Linux läuft in der VM immer. Auch die Netzwerkeinrichtung ist denkbar einfach: Das Gast-Linux nutzt einfach die Internetverbindung des Windows-PCs mit.

Der Hauptnachteil der Virtualisierung ist ein leichter Leistungsverlust, der auf aktuellen PCs aber kaum spürbar ist.

VirtualBox installieren

Um VirtualBox unter Windows zu installieren, laden Sie zwei Dateien aus dem Download-Bereich der VirtualBox-Webseite [1] herunter: Über den Link VirtualBox 4.1.6 for Windows hosts erhalten Sie die Datei VirtualBox-4.1.6-74713-Win.exe, das ist ein klassischer Installer für Windows, mit dem Sie VirtualBox in wenigen Schritten einrichten. Zusätzlich laden Sie über den Link VirtualBox 4.1.6 Oracle VM VirtualBox Extension Pack -> All platforms die Datei Oracle_VM_VirtualBox_Extension_Pack-4.1.6-74713.vbox-extpack herunter, die unter sämtlichen VirtualBox-Versionen (für alle Betriebssysteme) einige Erweiterungen enthält, u. a. für USB-2.0-Support (Abbildung 1). Falls sich die Versionsnummern bereits geändert haben sollten, achten Sie darauf, dass beide Pakete dieselbe Nummer (hier: 4.1.6-74713) haben.

Abbildung 1: Von der VirtualBox-Download-Seite benötigen Sie zwei Pakete: eines speziell für Windows und ein generisches Erweiterungspaket für alle Betriebssysteme.

Bei der Einrichtung von VirtualBox übernehmen Sie alle Vorgaben des Installers. Bevor es los geht, warnt die Installationsroutine, dass die Netzwerkverbindung Ihres Windows-Rechners kurz unterbrochen wird. Da auch einige Treiber eingerichtet werden, müssen Sie dies mehrfach zulassen; wenn Sie dem Hersteller Oracle generell vertrauen wollen, setzen Sie bei der ersten Nachfrage ein Häkchen vor Software von Oracle Corporation immer vertrauen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Geben Sie bei der Installation einmalig an, dass Sie Oracle vertrauen, erscheint nur eine Nachfrage dieser Art.

Wenn die Installation abgeschlossen ist, startet VirtualBox automatisch. Klicken Sie nun doppelt auf die zweite Datei, die Sie herunter geladen haben. Die Dateiendung .vbox-extpack sollte bereits mit VirtualBox verknüpft sein, so dass sich automatisch ein weiteres VirtualBox-Fenster öffnet und die Einrichtung dieser Erweiterung erledigt. Auch hier ist wieder eine Windows-Warnung zum Thema Software-Installation zu bestätigen. Schließen Sie danach das zusätzliche VirtualBox-Fenster; eines reicht aus.

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