AA_PO-3798-Fotolia-Kristian_Peetz_fotolia-festplatte.jpg

© Kristian Peetz, fotolia

Externe Platte für Linux, Windows und Mac OS

Datenaustausch

Wer Linux, Windows und Mac OS verwendet, steht vor einem Problem, wenn es um das Formatieren einer externen Platte geht, die Daten aller drei Betriebssysteme aufnehmen soll. Die Lösung des Problems heißt ExFAT.

Wollen Sie eine gemeinsame externe Platte für Windows und Linux formatieren, können Sie diese mit dem Windows-Dateisystem NTFS versehen, das auch Linux gut beherrscht; Mac OS kann NTFS-Platten jedoch nur lesen. (Der Schreibzugriff lässt sich unter Mac OS zwar aktivieren, funktioniert aber nicht zuverlässig.) Ein Dateisystem, das alle drei Systeme out of the box beherrschen, ist FAT (unter Linux vfat), doch scheidet es häufig wegen seiner Dateigrößenbeschränkung auf 4 GByte aus: Große DVD-Images lassen sich auf einer FAT-Partition nicht speichern.

Die Einschränkung von FAT bei den Dateigrößen hat Windows mit dem erweiterten FAT-System ExFAT (Extended FAT) behoben – damit kommt auch Mac OS klar, allerdings spielt hier Linux zunächst nicht mit und meldet beim Einstöpseln einer ExFAT-Platte ein unbekanntes Dateisystem.

Die Lösung des Problems ist ein ExFAT-Treiber für Linux, der FUSE (Filesystem in Userspace) verwendet; auch der Linux-NTFS-Treiber verwendet FUSE, so dass sich der ExFAT-FUSE-Treiber in guter Gesellschaft befindet.

Die Einrichtung des Treibers läuft unter OpenSuse und Ubuntu unterschiedlich, wir beschreiben sie darum getrennt.

OpenSuse

Die Treiber für OpenSuse finden Sie im OpenSuse Build Service [2], es gibt Pakete für verschiedene OpenSuse-Versionen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der OpenSuse Build Service bietet Treiberpakete für ExFAT an.
  1. Wählen Sie auf der Webseite rechts in der Tabelle Build Status Ihre OpenSuse-Version aus und klicken Sie auf den Link (z. B. auf openSUSE_11.4).
  2. Auf der erscheinenden Seite klicken Sie unter Architecture: i586 auf die erste Paketdatei fuse-exfat-0.9.5-6.1.i586.rpm. Es öffnet sich eine weitere Seite; dort klicken Sie erneut auf den Dateinamen (der dort Teil einer Überschrift ist).
  3. Firefox fragt nun, mit welchem Programm Sie die Datei öffnen möchten. Die Vorgabe Apper führte im Test mit OpenSuse 12.1 zu Problemen, und das Paket wurde nicht installiert; wählen Sie darum den Download der Datei aus. Firefox speichert das Paket in Ihrem Ordner Downloads.
  4. Öffnen Sie mit [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole in das Schnellstartfenster ein Terminalfenster.
  5. Geben Sie darin den Befehl

    sudo rpm -i Downloads/fuse*rpm

    ein; nach dem Abschicken dieses Kommandos müssen Sie noch das Root-Passwort angeben. Über das Kommando installieren Sie das Paket.

Ubuntu

Unter Ubuntu ist die Nachinstallation schnell erledigt, wenn Sie ein Repository ergänzen, das die nötigen Pakete enthält. Dazu öffnen Sie zunächst über [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole in das Schnellstartfenster ein Terminalfenster. Darin geben Sie dann die folgenden Befehle ein:

sudo apt-add-repository ppa:relan/exfat
sudo apt-get update
sudo apt-get install fuse-exfat

Nach dem ersten Kommando müssen Sie eventuell Ihr Benutzerpasswort eingeben; der zweite Befehl aktualisiert die Liste der verfügbaren Pakete, und der dritte spielt das Treiberpaket ein.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Dateien unter Windows und Mac OS sichern
    Viele Anwender arbeiten nicht exklusiv mit Linux, sondern benutzen parallel Windows oder Mac OS – die dort entstehenden privaten Dateien gilt es auch zu sichern. So klappt es mit einer einzigen Backup-Platte.
  • Tuxera stellt Linux-Treiber für das MS-Dateisystem exFAT vor
    Die finnische Software-Schmiede Tuxera, die auch den freien NTFS-Treiber "ntfs-3g" entwickelt, hat auf der Computex den ersten Exfat-Treiber für Linux vorgestellt. Eine Download-Version für Consumer soll in Kürze folgen.
  • Tuxera schreibt Exfat-Treiber für Linux
    Tuxera, das finnische Unternehmen hinter dem Open-Source-Treiber NTFS-3G, hat auf eigene Initiative ein Abkommen mit Microsoft zu ExFAT-Treibern abgeschlossen.
  • Datensicherung auf externen Datenträgern
    Die einfachste Möglichkeit, ein Backup Ihrer privaten Dateien zu erledigen, bieten die USB-Schnittstellen Ihres Computers: Schließen Sie hier eine externe Platte oder einen USB-Stick an, können Sie darauf die Daten sichern.
  • AV-Linux 6.0.2 freigegeben
    Die neue Version der an Videojongleure und Audiophile gerichteten Distribution kommt trotz des kleinen Versionssprungs mit zahlreichen interessanten Neuerungen daher.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 03/2016: Sicher im Internet

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Aktuelle Fragen

zweites Bildschirm auf gleichem PC einrichten
H A, 30.09.2016 19:16, 2 Antworten
Hallo, ich habe Probleme mein zweites Bildschirm einzurichten.(Auf Debian Jessie mit Gnome) Ich...
Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 2 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...