Seit kurzem gibt es auf der Apple-Homepage eine spezielle Seite, die den Besuchern die Vorteile von offenen Web-Standards schmackhaft machen will. Fragt sich nur, welche Standards Apple damit meint.
Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Jetzt wo der Internet Explorer die 50-Prozent-Hürde unterschritten hat und das Web klar in Richtung freie und offene Standards geht, könnte man doch davon ausgehen, dass sich HTML 5 zur Zufriedenheit aller Webteilnehmer als echter Standard etablieren könnte und Progrämmchen und Features, die nur mit einem bestimmten Browser funktionieren, eigentlich der Vergangenheit angehören müssten, eigentlich…
Doch Apple hat Microsoft nicht nur als finanzstärkstes US-Unternehmen abgelöst, die Firma tut auch alles, um Microsoft in Sachen proprietäre Software zu übertreffen und dazu gehört natürlich auch das Web und die Kontrolle über Web-Inhalte. Ein Paradebeispiel für das Verhalten von Apple ist die neue Seite http://www.apple.com/html5/, die im Rahmen des Safari-5-Launchs entstand. Sie macht einem das neue, offene Web zunächst so richtig schmackhaft:
“Jedes neue mobile Apple-Gerät und jeder neue Mac — zusammen mit der neuesten Safari-Version — unterstützt Web-Standards inklusive HTML5, CSS3 und JavaScript. Diese Web-Standards sind offen, verlässlich, sehr sicher und effizient. Sie erlauben den Web-Designern und Entwicklern komplexe Grafiken und Schriften, Animationen und Übergänge zu gestalten. Standards sind keine Zusätze zum Web, sie sind das Web. Und Sie können Sie bereits heute nutzen.”
Doch klickt der Benutzer nach dieser wunderschönen Anleitung auf eine der angebotenen Demos erscheint nur ein Hinweis, dass zum Betrachten der Demo Safari benötigt wird. Ja was nun: Web-Standards oder Safari-5-Standards?
Über diesen Umstand hat sich auch der Mozilla-Entwickler Christopher Blizzard aufgeregt und wirft Apple vor, die komplette Seite so gestaltet zu haben, als würde nur Safari HTML 5 und die neuen Web-Standards unterstützen. Blizzard weist zu Beginn seines Blog-Postings darauf hin, dass Google eine ähnliche Strategie verfolge, aber die aktuell von Apple online geschaltete HTML-5-Seite doch eine Frechheit sei. Er fühlt sich denn auch veräppelt: If you’re not on Safari, then Fuck You.
Und wem das alles nicht genügt, der findet ganz unten auf der Seite einen weiteren Hinweis, warum Apple Web-Standards so gerne hat:
“Apple CEO Steve Jobs explains why iPhone, iPod touch, and iPad do not support Flash and why open standards are the future of the web.”
[Update: 09.06.20106:] Ich habe mir die Demos nun in Chromium und Rekonq angeschaut (von Rekonq ist heute eine neue Version erschienen, lohnt sich in jedem Fall ein Blick darauf). Rekonq scheint keinen oder nur einen Webkit User-Agent-String zu schicken, der Browser kann somit problemlos auf die Demos zugreifen. Bei Chrome muss man zunächst die Erweiterung User Agent Switcher installieren, danach kann man über die Einstellungen der Extension den User Agent String von Safari 5 eintragen. Mangels Mac habe ich Safari über Wine installiert und danach in den installierten Dateien nach dem passenden String gesucht. Er lautet:
Mozilla/5.0 (Macintosh; U; Intel Mac OS X 10_6_3; en-us) AppleWebKit/533.16 (KHTML, like Gecko) Version/5.0 Safari/533.16
Anschließend kann man die Demoseite auch aus Chromium aus aufrufen. Allerdings zeigte der Browser die Demos manchmal nur nach zwei oder dreimaligem Laden an, Rekonq hatte diesbezüglich keine Probleme.
Auf den ersten Blick meistert Chromium die Aufgabe etwas besser als Rekonq, da Rekonq keine eingebetteten Fonts nachlädt (siehe Bilder). Dafür hatte Rekonq bei der Gallery die Nase vorne.

Chromium zeigt zwar auch die 3D-Effekte zur Auswahl an, funktionieren tun aber auch die 2D-Effekte nicht.





















Wenn nur jede Beeinflussung des Nutzers so offensichtlich wäre!
Ich denke jeder einigermaßen “normale” Internetnutzer wird erkennen, dass Safarie nicht gleich html5 ist.
Oder denke ich zu optimistisch?
Nein, ich befürchte du denkst in der Tat zu optimistisch. Das Netz ist voller Menschen, die gar nicht wissen *wollen* was HTML5 ist, noch was es mit den offenen Standards auf sich hat. Sie sind einfach glücklich, wenn das was sie benutzen funktioniert. Und wenn es zudem noch gut aussieht, dann ist für sie die Sache schon geritzt! Dann glauben sie auch gerne einem Unternehmen, das schöne, funktionstüchtige und vor allem hippe und begehrte Dinge herstellt, dass das so besser ist, wie es das Unternehmen ihnen versucht glaubhaft zu machen, dass es besser ist.
Klingt blöd, ist aber leider so.
Sorry – aber ich habe selten so einen Mist gelesen.
Wer die genannte Seite mal durch den W3C-Validator jagt, wird feststellen, dass sie (von zwei kleinen Fehlern abgesehen) absolut HTML5-Konform ist.
Dass sie Hersteller anderer Browser hinterher hinken und HTML5 nur rudimentär unterstützen, kann man nun wirklich nicht Apple vorwerfen. Da müssen andere ihre Hausaufgaben machen.
…und nein – ich bin kein Apple-Fanboy sondern seit Jahren zufriedener Debian- und Ubuntu-Benutzer.
darum geht’s nicht, sondern darum, dass Apple einen Browsercheck einbaut, der dir dann sagt, dass das nur mit Safari funktioniert. Dabei würde es vermutlich auch mit Chrome oder Firefox funtkionieren. Wenn du mit Konqueror mal Picasa aufrufst, dann meldet Google, dass dein Browser nicht voll unterstützt wird. Trotzdem kannst du Picasa nutzen. Apple würde hier einfach schreiben: If you’re not on Safari, then Fuck You!
Wollte ich auch grad schreiben: Dass eine Seite nur mit einem bestimmten Browser geht, ist immer schlecht. Wer auch immer eine solche Seite produziert, ist in der Regel nicht unfähig, sondern baut absichtlich Elemente ein, um die Konkurrenz zu äppeln ;-)
Dass die Hersteller proprietärer Software versuchen, ihre Lösung als die einzig wahre herauszustellen, ist nichts Neues. Insofern ist dieser Trick von Apple nur eine weitere Nuance – doof, aber wahrscheinlich auch in Zukunft nicht zu ändern.
Fakt bleibt aber, dass Google und Apple momentan die Einzigen sind, die sich wirklich um die Umsetzung von Verbreitung von HTML5 bemühen (leider…). Mozilla blockt ob der proprietären Komponenten in h.264 und MS ist das wahrscheinlich sowieso alles egal…
Wenn man den User Agent ändert soll die Demo auch mit anderen Browsern funktionieren.
Ansonsten gibt es ein interessantes Schaubild: http://i.imgur.com/cT08B.png
Chronm bekommt beim HTML5-Test 142 von 160 Punkten und Safari nur 70.
hm…ich bekomme da mit einem aktuellen Safari aber andere Zahlen: http://www.ubuntu-pics.de/bild/79962/screen_capture_Edspx3.png
Hallo elendil,
kannst du hier mal den User Agent String von Safari 5 posten?
latürnich ;)
Mozilla/5.0 (Macintosh; U; Intel Mac OS X 10_6_3; de-de) AppleWebKit/533.16 (KHTML, like Gecko) Version/5.0 Safari/533.16
Hat einer das hier gelesen?
http://www.apple.com/hotnews/thoughts-on-flash/
Ab dort wo: First, there’s “Open”. beginnt!!!
>>Apple even creates open standards for the web. For example, Apple began with a small open source project and created WebKit
Bla, Bla… Apple kann nicht einmal zugeben das WebKit ein KDE produkt war, nämlich KHTML!!
Die bei Apple sind echt nicht ganz knusper!!!!!!!!
an Apple kommt keiner ran…., weil alles perfekt ist!
Apple ist der Meister wenn es um Useability …
Ich benutze neben Macs auch PCs und andere Hardware, bei Apple finde ich sogar gut wenn sie mal was weglassen…..
Apple schafft gerne mal überflüssiges ab, weil sie Zukunftorientiert und Innovativ sind!