Samsung P2: Touchscreen, Bluetooth und OGG Vorbis

Samsung P2: Touchscreen, Bluetooth und OGG Vorbis

Stell Dir vor, du hörst gerade deine Lieblingsband mit einem MP3-Player in voller Lautstärke und verpasst deshalb den Anruf der Frau deiner Träume. Mit dem P2 von Samsung wäre dir das nicht passiert.

Dank des integrierten Bluetooth-Moduls lässt sich der P2 mit einem Bluetooth-fähigen Handy koppeln. Zusammen mit einem Stereo-Headset ersetzt der Player so eine Freisprecheinrichtung. Klingelt das Telefon, nimmt man den Anruf einfach über den MP3-Player ab. Das Headset sendet einen entsprechenden Klingelton und die Musik hält automatisch an.

Den YP-P2 gibt es mit 2, 4 oder 8 GByte Flashspeicher. Das 8-GByte-Modell bekommt man in Internetshops schon für 150 Euro. Dem direkten Vergleich mit dem iPod Touch hält der P2 nicht nur wegen des kleineren Preises stand. Das Gerät bringt ebenfalls einen Touchscreen mit, der auf 3 Zoll 480×272 Pixel darstellt. Über das Bluetooth-Modul kann man zwar nicht im Internet browsen, dafür hält der Akku entsprechend länger als beim iPod Touch. Bis zu 30 Stunden Klangenuss verspricht der Hersteller, wir maßen rund 22 Stunden (bei reger Displaynutzung).

OGG-Vorbis nach Firmware-Upgrade

Für Linux-Benutzer ist der P2 insofern interessant, da der Player über ein Firmware-Upgrade auch OGG-Vorbis-Dateien abspielt. Dieses Verhalten ändert sich jedoch mit jeder Firmware, am besten funktionierte in den Tests Version 3.15. Kompatible Filme für den Video-Player erstellen Sie mit Avidemux, wie dieser Blogeintrag zeigt oder mit MPlayer nach Anleitung im Ubuntuforum.

Leider gibt es den P2 in unseren Breitengraden nur mit MTP-Firmware. Der Player lässt sich somit nur über Amarok oder Gnomad2 nutzen. Auf dem Rechner muss zudem Version 0.2.4 von libmtp installiert sein, ältere Versionen kommen mit dem P2 nicht klar. Dank mtpfs kann man den Player aber über Fuse auch ins Dateisystem einhängen. Für Wagemutige gibt es im Internet Anleitungen, wie man zur UMS-Version des P2 kommt, die koreanische UMS-Firmware findet sich hier.

Dolphin zeigt das über mtpfs eingehängte Hauptverzeichnis des P2 an.

Angetestet

Bei der Soundqualität schneidet der P2 sehr gut ab, allerdings ist über ein Bluetooth-Stereoheadset ein kleines Hintergrundrauschen zu hören. Die Tonqualität über den Klinkenstecker ist hingegen tadellos. Das Bluetooth-Feature ist nett. Schade , dass der Player nach dem Gesprächsende die Verbindung mit dem Headset verliert. So braucht es zwei Klicks auf dem Touchscreen, um den Kontakt wieder herzustellen. Ist der Player mit einem Mono-Headset und einem Handy gekoppelt, können Sie auch vom P2 aus Anrufe starten. Der Player zeigt ihnen zudem die zuletzt gewählten nummern an. Dummerweise funktioniert das nur mit einem Mono-Headset. Sobald Sie ein Stereo-Headset mit dem P2 verbinden, kann der Player nicht mehr auf das Mobiltelefon zugreifen.

Bei OGG-Vorbis-Dateien wertet der P2 die wichtigsten Metainformationen wie Album, Interpret, Genre und Titel aus, allerdings schafften wir es weder über Gnomad2 noch über Amarok, Dateien zu übertragen. Die OGG-Files kopierten wir per mpt-sendfile auf den Rechner. Bei MP3-Dateien sieht die Situation besser aus: befindet sich im Albumordner eine JPEG-Datei mit dem Namen folder.jpg, zeigt der P2 dieses Bild automatisch als Albumcover an.

Nicht optimal gelöst hat Samsung den Dateitransfer über Bluetooth. Der Player zeigt zwar an, dass Sie eine Datei bekommen, aber weder die Dateigröße noch den Dateityp. Auch der Absender bleibt unbekannt. Immerhin ist es über diese Funktion möglich, unter Linux Adressdaten im V-Card-Format auf den Player zu übertragen. Sie finden diese dann im Adressbuch. Auch Termine lassen sich auf diese Weise auf dem MP3-Player speichern.

Fazit

Der P2 ist in erster Linie ein Musik- und Videoplayer. Die Bluetooth-Funktion ist nett, aber teils noch nicht ganz ausgereift. Mit neueren Firmware-Versionen erweitert Samsung das Bluetooth-Angebot stetig, jetzt gibt es auch schon Bluetooth-Spiele. Als Telefonersatz taugt der Player nur bedingt, da man sich dann für ein Mono-Headset entscheiden muss, das musikalischen Anforderungen nicht genügen kann. Vom Preisleistungsverhältnis her schneidet der P2 aber besser ab als der iPod Touch.

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