Die Macher der auf Ubuntu basierenden Distribution Linux Mint haben eine neue Version mit dem Codenamen „Rosa“ veröffentlicht. Diese bietet vor allem überarbeitete Versionen der Desktop-Umgebungen Cinnamon und Mate.
Wie auch die Vorgänger erscheint Linux Mint 17.3 in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die alle den gleichen Unterbau, aber verschiedene Desktop-Umgebungen nutzen. Den Anfang machen die Editionen mit Cinnamon und Mate.
Updates
Überarbeitet haben die Entwickler vor allem die Aktualisierungsverwaltung. Sie warnt ab sofort den Anwender, wenn der genutzte Mirror nicht auf dem aktuellen Stand ist und verweigert sogar die Arbeit, wenn der Mirror oder der lokale (Pakete-)Cache defekt sind. Sollte ein schnellerer Mirror existieren, bietet die Aktualisierungsverwaltung zudem an, auf diesen zu wechseln. Die Verwaltung der Softwarequellen beziehungsweise Mirrors findet jetzt flotter den optimalen Server. Dazu ermittelt sie den Standort des Systems und startet dann den Geschwindigkeitstest bei den Servern in der direkten Umgebung. Der Test soll zudem genauer ablaufen als in älteren Linux-Mint-Versionen. Schließlich testet das Tool auch noch PPAs auf ihre Kompatibilität.
Unterbau
Das Programm zum Einbinden von (proprietären) Treibern arbeitet ab sofort robuster. Des Weiteren sortiert es die Treiber in seinem Fenster abhängig von ihrem Status und zeigt an, ob ein Treiber als Open Source vorliegt oder nicht.
Linux Mint 17.3 aktualisiert zahlreiche Softwarepakete, wobei das System weiter auf Ubuntu 14.04 aufsetzt. Der Linux-Kernel meldet sich in Version 3.19, LibreOffice liegt in Version 5 bei, der Screenreader Orca und OpenVPN-Support sind zudem jetzt standardmäßig an Bord. Obendrauf gibt es zahlreiche neue Hintergrundbilder. Wer mag, kann auf eigene Gefahr den Linux-Kernel 4.2.0 einspielen.
Der Login Screen bietet jetzt eine On-Screen-Tastatur und eine verbesserte Unterstützung für hochauflösende Monitore (HiDPI).
Cinnamon 2.8
Die Cinnamon-Edition von Linux Mint 17.3 verwendet als Desktop-Umgebung Cinnamon 2.8. Dessen Neuerungen hat die LinuxCommunity bereits in einem eigenen Artikel vorgestellt. Zu den Highlights zählt ein überarbeitetes Sound Applet, ein auskunftsfreudigeres Power Applet, Vorschausymbole in der Taskleiste, ein überarbeiteter Dialog zur Einrichtung der Monitore und eine verbesserte Performance.
Mate 1.12
Die Mate-Edition von Linux Mint nutzt die Desktop-Umgebung Mate 1.12, dessen neue Funktionen die LinuxCommunity bereits Anfang November vorgestellt hat. Unter anderem haben die Entwickler die Unterstützung von Touchpads verbessert, das Fenster für die Monitor-Einstellungen überarbeitet und das Power Applet gesprächiger gemacht.
Darüber hinaus haben die Entwickler das Startmenü optisch etwas aufpoliert. Das Werkzeug für die Desktop-Einstellungen unterstützt zudem weitere Fenster-Manager – hinzugekommen sind Openbox, Compiz und Compton. Nach dem Wechsel zu einem anderen Fenster-Manager muss man sich nicht mehr ausloggen.
Bereitgestellte Medien
Durch einen Server-Ausfall hatte sich die Veröffentlichung der neuen Version 17.3 etwas verzögert (LinuxCommunity berichtete), Teile der Homepage sind zum aktuellen Zeitpunkt immer noch nicht wieder in Betrieb.
Linux Mint 17.3 erhält eine Langzeitunterstützung (LTS, Long Term Support) und somit Fehlerkorrekturen bis 2019. Die Entwickler stellen Startmedien der Mate- und Cinnamon-Editionen jeweils als 32- und 64-Bit-Variante bereit. Von diesen Medien bootet ein Live-System, von dem aus sich wiederum Linux Mint installieren lässt. Die 64-Bit-Version startet auch auf UEFI-Systemen, die 32-Bit-Version unterstützt nur das alte BIOS. Bekannte Probleme samt Lösungsmöglichkeiten verraten die Release Notes, die Downloads erreicht man über die Linux Mint Homepage.






