Ab Kernel 2.6.26 sollen proprietäre Gerätetreiber im Kernelbereich nicht mehr erlaubt sein. Betroffen von dieser Änderung sind unter anderem passive ISDN-Karten von AVM. Linux-Community.de hörte sich auf der Cebit bei AVM um.
Suse-Linux-Nutzer mit ISDN-Verbindung schwärmen heute noch von den Zeiten vor Suse Linux 9.1, als die Nürnberger noch sämtliche Treiber und Software-Komponenten in ihre Distribution integrierten. Damals war alles noch in Ordnung, bis Novell auf die Idee kam, dass proprietäre Treiber im Kernel eigentlich nicht so toll seien. Genau so sieht auch AVM ISDN und Linux. Das Unternehmen sieht sich von der Community nicht verstanden und findet die Entscheidung der Kernelentwickler unprofessionell und voreilig.
Die Bedeutung von ISDN hat in den letzten Jahren dank DSL rapide abgenommen. AVM investiert deshalb nicht mehr in die Entwicklung neuer ISDN-Technologien und bietet lediglich noch Support für die aktuelle Hardware-Generation. Obwohl die Tage von ISDN gezählt sind, möchte die Firma den Sourcecode der passiven Treiber nicht offenlegen (die Treiber für aktive Karten sind opensource), da darin rund 15 Jahre Entwicklungszeit steckten.
Gleichzeitig hat das Interesse der Linux-Community an der Pflege der von AVM veröffentlichten Treiber abgenommen. ISDN ist in erster Linie noch für professionelle Kunden interessant, die damit Telefonie-Dienste realisieren (zum Beispiel mit Asterisk). Verlierer in diesem Hin und Her sind Heimbenutzer mit ISDN-Hardware. Sie müssen darauf hoffen, dass sich die Community der Treiber annimmt und ein Lösung für künftige Kernelversionen findet. Im professionellen Bereich gibt es mit der Spandsp-Bibliothek und Asterisk bereits Lösungen, die ohne AVM-Treiber auskommen. Alternativ bietet sich für die Internetverbindung der Hisax-Treiber an, auf Faxfunktion und Anrufbeantworter muss man dann allerdings verzichten.






Es galt in der Vergangenheit als Besonderheit von Linux, daß es möglich ist, einen monolithischen Kernel oder einen modularen Kernel zu compilieren und zu dem möglich ist, selbst zu entscheiden, was in den Kernel hineinkommt oder als Modul geladen werden soll. Heutzutage halte ich es zumindest bei einem Standard-PC für sinnvoller, nur essentielle Dinge zu belassen und sämtliche Peripherie-Treiber als Modul zu nutzen. Das ist auch das Prinzip der anderen Desktop-Systeme. Es hat sich viel geändert in den PC-Konfigurationen. Während es früher nur sehr beschränkt möglich war, Hardware-Komponenten im laufenden Betrieb auszutauschen und zu dem der PC teils unabhängig vom… Mehr »