ForumWelche Dist?
Christian Jürgens – Freitag, 16. November 2007 19:46 Uhr

Hallo zusammen,

bin momentan XP Nutzer und denke ernsthaft über den wechsle auf LINUX nach.

Zu dieser Überlegung haben mich mehrere interesannte Beiträge im Netz gebracht.

Es ist so das ich damit anfange Programmieren zu lernen. Das ganze wird sich wohl über einen sher langen Zeitraum entwickeln.
Und ich habe nun schon so oft gelesen das viele Programmierer Linux bevorzugen.

Jetzt meine Frage, welche dist würdet Ihr empfehlen?

Habe schon von Ubuntu, Suse und dergleichen gehört. Leider habe ich bisher niemals mit Linux Rechnern gearbeitet und daher keine Erfahrung. Meine Einarbeitungszeit sollte aber nicht zu lange dauern, würde mich als durchaus begabten Computerfreak bezeichnen.

Ubuntu habe ich auch schon als Live-CD getestet und mus sagen rein Optisch ist es ja sehr schön, jedoch ist mir aufgefallen das sehr viele Features dabei sind die ich nie verwenden werde.

Naja, würde mich freuen wenn hier der ein oder andere seine Gedanken posten würde.

Grüße

Chris

9 Antworten
BiBaBuzemann – Samstag, 17. November 2007 11:07 Uhr

Hallo, mein üblicher Beitrag zu dieser Frage ;)

Versuche es mit Debian, hier hast du alles was du brauchst und was du nicht brauchst das schmeißt du entweder wieder runter oder installierst es erst gar nicht. Ubuntu bassiert im übrigen auf debian. Alles im Netz und alles kostenfrei, abgesehen von deinen Internet kosten. :) Wie lange du zur Einarbeitung brauchst hängt davon ab wie tief du in die Materie eindringen willst. Im übrigen kann man debian auch rein Grafisch installieren mit “installgui”, und es ist nicht so schwer wie immer behauptet wird, das sagt man nur weil man meint das debian nur von Gurus benutzt wird. Also lass dich nicht beirren und viel spass dabei und damit.

[1] http://www.debian.de/
[2] http://debiananwenderhandbuch.de/

Johannes von Scheidt – Samstag, 17. November 2007 11:30 Uhr

Die beste Einsteiger-Distri ist meiner Meinung nach ganz klar

Ubuntu: Sehr einfach, basiert auf Debian, und das beste ist die Community.
Auf ubuntuusers.de findest erstklassige Hilfe im Forum und Wiki
und alle Programme die du nicht brauchst ignorierst du einfach
(dezentrale Programmverwaltung, deswegen kein Leistungsverlust)
oder löschst sie.

[1] http://www.ubuntuusers.de
[2] http://wiki.ubuntuusers.de
[3] http://forum.ubuntuusers.de

Jens Berger – Samstag, 17. November 2007 16:08 Uhr

Gucken, probieren, selber herausfinden ist mein guter Rat. SuSE, Mandriva,
(k)(x)ubuntu, debian sind alle ähnlich einsteigerfreundlich und leicht zu installieren.
Die Zeiten in denen Linux installieren nur etwas für Äcksberdn war, ist schon lange vorbei.
Überleg Dir vorher, was Du brauchst (64bit, Treiber, onboard u.ä.) und such Dir die passende CD bzw. *iso bei den üblichen Verdächtigen [1]-[5] aus und los gehts.
Zum probieren kannst Du ja mal eine Virtualisierung [6][7] verwenden.

[1] http://www.liniso.de/
[2] http://www.linuxisos.de/
[3] http://www.linux-iso.de/linux/index.html
[4] http://os-iso.de/
[5] http://www.linux-onlineshop.de/
[6] http://www.vmware.com/de/download/
[7] http://www.virtualbox.org/

Christian Dersch – Samstag, 17. November 2007 17:03 Uhr

Auch Hallo!
Ich würde die auf jeden Fall mal openSUSE 10.3 ans Herz legen. Bei openSUSE ist vor allem Yast (sehr gutes Administrationswerkzeug) hervorzuheben.
In meinen Anfangszeiten hat es mir sehr geholfen.
Auch wenn ich mich heute als fortgeschrittener Linuxer bezeichnen würde, verwende ich openSUSE trotzdem wegen Yast. Eine so einfache Administration und Systemverwaltung spart viel Zeit.
Von openSUSE 10.3 gibt es auch Live-CDs (siehe Link Nr.2 zu Downloads, Link 1 ist Suse generell)

[1] http://de.opensuse.org
[2] http://software.opensuse.org/

Tobias Hunger – Samstag, 17. November 2007 18:19 Uhr

Ich würde mich an Deiner Stelle mal im Bekanntenkreis/bei Deiner lokalen Linux
User Group umhören und dann die Distribution nehmen, die dort bevorzugt wird.

So riesig sind die Unterschiede zwischen den Distributionen nicht… also
empfiehlt es sich die zu nehmen, bei der das beste “Supportteam” in greifbarer
Nähe sitzt;-)

Benjamin Quest – Sonntag, 18. November 2007 16:29 Uhr

Ubuntu: Vorteile: deutliche Verbreitung, relativ aktuell, stabile Releasezyklen, es gibt auch eine Long-Supported-Version, basiert auf Debian, hervorragende Foren und viel hilfreiches Material online, ausgereiftes Paketmanagement; Nachteile: manchmal etwas instabil, zum Teil ein wenig zu sehr viel “Händchen-halten” an einer Stelle und dann wieder eine Konfirugrations”wüste” auf der anderen Seite, GNOME (für KDE User)

Kubuntu: Vorteile wie oben, Nachteile wie oben, statt GNOME verwendet Kubuntu KDE als Desktopumgebung (was für GNOME User dann unter Nachteilen steht ;-); was mit an Kubuntu nicht gefällt ist, daß viele Konfigurationsmöglichkeiten von KDE in Kubuntu versteckt werden (was m.E. unnötig ist sooo übertrieben “verspielt” ist KDE nämlich eigentlich nicht).

Debian (stable): das Original, ohne Debian gäbe es Ubuntu/Kubuntu/Mepis/Knoppix/Sidux nicht; Vorteile: extrem stabil und zuverlässig, riesiger Paketpool, mittlerweile sehr gute Hardware-Unterstützung out-of-the-box (obwohl Ubuntu/Mepis/Sidux meist noch eine Schippe drauf tun), super Paketmanagement, relativ viel Dokumentation online, kaum eine Dist hat den open Source Gedanken so verinnerlicht; Nachteile: gelegentlich ist etwas mehr Bastelei notwendig (heute allerdings viel seltener also noch vor zwei Jahren), optisch nicht so schick (kann man ja ändern), “launiger” Releasezyklus, gelegentlich mangelnde Aktualität

Debian (unstable): ja, Debian gibt es in mehreren Varianten: stable == stable, dafür nicht immer so aktuell, läuft dafür zuverlässiger als ein Kühlschrank, unstable == die Version die die nächste Stable stellt -> aktuellere Pakete, dafür gelegentlich mal ein Schlaglock mehr, insgesamt aber mindestens so stabil wie Ubuntu/Kubuntu.

Mandriva: hervorragende Einsteigerdistribution mit sehr komplettem Konfigurationswerkzeugen, stabiler Releasezyklus, akzeptables Paketmanagement, gute Aktualität. Was die Stabilität angeht ist Mandriva leider von Release zu Release verschieden, die aktuelle 2008 ist wieder ziemlich gut, ich hatte aber schon Versionen, die so gezickt haben, daß es mir gereicht hat.

(open)SuSE: hervorragende Einsteigerdistribution mit sehr komplettem Konfigurationswerkzeugen, stabiler Releasezyklus, in den letzten Versionen miserables Paketmanagement (die aktuelle mag mir jemand hereinkommentieren), ich hatte in der Versionen 10.0 und 10.1 dermaßen Probleme, daß es mir eigentlich nachhaltig gereicht hat, die Qualität war echt arm (meine Meinung), wenn man viel über Linux lernen will, sicher nicht die schlechteste Wahl, wenn man in Frieden mit seinem System arbeiten will, waren die vorgenannten Versionen wirklich grenzwertig.

PCLinuxOS: hervorragende Einsteigerdist auf Mandriva-Basis, kann sie empfehlen, nicht so überladen wie Mandriva und trotzdem komplett.

MEPIS: jetzt wieder Debian-basierte Distribution, die mich bisher noch nie enttäuscht hat, etwas häßlich in der Standardeinstellung, aber das ist schnell geändert, super Hardwareerkennung, ein Programm für eine Aufgabe, trotdem der ganze Debian-Paket-Pool im Rücken ein guter Live-CD Installer; Nachteile eher eine Orchideen-Distro, d.h. die “Onlinehilfe” ist etwas schmaler, aber meist kann man alle Probleme sowieso auch mit der Debian-Doku angehen.

Sidux: basiert auf Debian sid, Debian sid ist Debian “experimental”, die Spielwiese von Debian, hochaktuell aber eben doch mit gelegentlichen deutlichen Schlaglöchern, wobei Sidux sozusagen ein “Snapshot” ist der in der Regel stabil ist, nur sollte man dann eher die Finger vom apt-get lassen.

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So, was nun benutzen? Ich tipper gerade auf Kubuntu, habe aber auch ein mepis installiert. Wenn Du jetzt einsteigen und Programmieren lernen willst, dann würde ich wahrscheinlich Debian unstable nehmen, das kannst Du durch das super Paketmanagement fast ewig aktuell halten ist stabil und gelegentlich gibt es halt mal was einzurichten, dazu kommt, daß Debian einfach ein riesiges Paketarchiv hat und die Mitarbeit bei Debian irgendwie …hm… “gemeinnütziger” ist. Schwer auszudrücken.

Wnn Du eher eine unkomplizierte und multimedialere (Debian kann das auch, aber halt nach etwas mehr Einrichtung) und sozusagen Installieren und gleich losarbeiten Distribution willst, dann riete ich zu MEPIS oder Kubuntu/Ubuntu. Für Windowsumsteiger ist KDE oft weniger fremd als Gnome, aber der Desktop ist ein anderer “Glaubenskrieg”. Schön ist, daß Du problemlos beide installieren kannst und schnell rausfindest, was Dir mehr taugt.

Und ja, es geht nichts übers ausprobieren. Also beim partitionieren gleich eine Datenpartition schaffen (für /home) und zwei oder mehr 8-10 GB große root (/) Partitionen, dann kannst Du auch mehr als eine Distribution nebeneinander ausprobieren.

Ich hoffe das war hilfreich. Hier auf der LC gibt es auch den und den anderen Beitrag (Frage) zu genau dem Thema, wie aktuell weiß ich nicht, könnte aber evtl auch bei der Entscheidungsfindung helfen.

Grüße
Benjamin

Benjamin Quest – Sonntag, 18. November 2007 20:32 Uhr

Ach ja, eine vollständige Übersicht der Distributionen findet sich hier:
http://www.distrowatch.com

Ulf B. – Sonntag, 18. November 2007 20:40 Uhr

Hi Benjamin,

Klasse – relativ stimmige Aufstellung aller wichtigen Distro’s (außer evtl. Gento – siehe aber anderen Beitrag). Zu den OpenSUSE Paketmanager kann man eigentlich nur noch ergänzen, dass endlich gut wird was lange währt (oder so ähnlich).

Ich benutze SuSE und jetzt OpenSUSE schon seit ich mit Linux privat vor etwas über 10 Jahren angefangen haben (geschäftlich war mein erstes System ein Debian aus einer Chip Extra). Das Paketmanagement und die zur Verfügung stehenden Pakete sind aber stetig gewachsen. Das unter OpenSUSE 10.0 und anfänglich auch unter 10.1 recht bescheiden arbeitende Paketmanagement lief nach Updates aber schon bei 10.1 recht ordentlich. Unter 10.3 ist es aber auf der Höhe der Zeit angekommen und übertrifft meiner Ansicht nach das von (k)Ubuntu um Längen. Ich habe seit etwa einem Jahr (also auch schon bei 10.1) keine Unstimmigkeiten oder Probleme mehr festgestellt. Auch die Pakete selbst waren immer relativ gut aufeinander abgestimmt, auch wenn ich zusätzliche inoffizielle Repositorys verwendet habe. Insbesondere für Multimedia ist z.B. Packman auf jeden Fall erste Wahl, und kann bei 10.3 auch direkt durch hinzuklicken aktiviert werden.

Mein Fazit: Seit 10.2 ist meiner Ansicht nach OpenSUSE wieder meine erste Wahl, obwohl ich schon mit Debian und Kubuntu experimentiert habe. Insbesondere von Kubuntu und Ubuntu bin ich aber gegenüber dem Hype den sie haben, eher enttäuscht (mehrmalig konnte das System nach Updates nicht ohne massive Handarbeit wiederbelebt werden – was ich so bei (Open)SUSE noch nicht erlebt habe).

Ciao
Ulf

Lars S. – Sonntag, 18. November 2007 19:28 Uhr

Also wenn es darum geht Linux wirklich zu “verstehen” und auch das Ziel
ist, etwas über Programmierung zu lernen, dann ist Gentoo wohl die Erste
Wahl.
Die Doku ist hervorragend, man lernt Linux von der Pike auf und so ganz
nebenbei lernt man was über GCC, Compilerflags, diversen Stellschrauben
beim compilieren, Scripting, Bash, Perl und noch so einiges mehr.
Und das Beste: Man wird mit einem optimal an die Hardware und die
eigenen Bedürfnisse angepassten Linux belohnt.
Bei Suse und Co. lernt man ja eigentlich nichts über Linux als solches.
Wie zum Beispiel Runlevel, Init, Kernel und so weil eben alles nur durch
Mausgeschubse und rumgeklicke erledigt wird.
Gentoo hat da den höheren Lernfaktor und nichts ersetzt das Gefühl wenn
zum ersten Mal der wirklich selbstgebaute Kernel startet…
Desweiteren hat Gentoo ein hervorragendes Paketmanagement (Portage)
zur Softwareinstallation/Verwaltung.

[1] https://forums.gentoo.org/viewforum.php?f=28
[2] http://de.gentoo-wiki.com/Hauptseite
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Gentoo_Linux
[4] http://www.gentoo.org/main/en/where.xml

Benjamin Quest – Montag, 19. November 2007 13:57 Uhr

Fedora habe ich noch vergessen. Die neue Version Fedora 8 wird sehr gelobt. Gutes Paketmanagement, relativ aktuell, habe ich aber persönlich nicht getestet … damit hätten wir alle großen eigentlich beisammen, oder?

Florian Snow – Mittwoch, 21. November 2007 22:52 Uhr

Es gab ja jetzt schon etliche Empfehlungen, aber ich möchte auch noch meinen Senf dazugeben. Ich würde dir (K/X)Ubuntu empfehlen. Wie schon gesagt wurde, ist es eine sehr einsteigerfreundliche Distribution, die sich vor allem auch durch die sehr hilfsbereite Nutzergemeinde auszeichnet (sehr wichtig für Einsteiger). Und was dazukommt und was bei anderen Einsteigerdistributionen manchmal schwieriger ist, ist beliebig tief ins System einsteigen zu können. Durch den Debian-Unterbau kann man, muss aber nicht, recht tief einsteigen und sich bessere Systemkentnisse aneignen. Außerdem bietet der Debian-Unterbau eine große Auswahl an Paketen zum Nachinstallieren und dazu einen großartigen Paketmanager. Die Pakete sind jedoch aktueller als bei Debian stable und ich hatte weniger Probleme mit den aktuellen Paketen in Ubuntu als in Debian unstable.

Wenn du dann noch zwischen Kubuntu, Xubuntu und Ubuntu wählen musst, würde ich die zu Ubuntu raten, weil Gnome doch noch etwas besser in die Distribution integriert ist als die anderen beiden Desktopumgebungen und wenn dir Gnome nicht gefällt, kannst du ganz einfach auch den XFCE- oder den KDE-Desktop nachinstallieren und die beiden ausprobieren als hättest du Xubuntu oder Kubuntu installiert.