ForumWarum ist Ubuntu und co NUR für Einsteiger?
Schaffi – Dienstag, 23. April 2019 09:48 Uhr

Hallo, ich nutze seid mehreren Jahren Mint. Dauernd höre ich und vor allem lese ich, dass es zwei verschiedene Arten von Linux gibt. Einmal das für Anfänger und Einsteiger (Ubuntu, Mint usw) und einmal das für Fortgeschrittende (Arch, Fedora usw). Was soll immer diese Bezeichnung? Ich kann mit einem Mint doch genauso Produktiv sein wie mit einem Arch oder irre ich da? Ich kann mit Mint arbeiten und auch mal was ausprobieren ( z.B. eine Webumgebung mit Docker aufsetzten und zum Entwickeln nutzen), warum muss ich dann ein Arch nutzen um \”professionell\” damit zu arbeiten? Natürlich ist es ein Unterschied ob ich \”abgehangende\” Software, wo ich aber weiß, dass sie zuverlässlig läuft nutze oder eben das allerneueste z.B. Eclipse für die Javaentwicklung. Sollte ich was neueres brauchen, kann ich ebenso ein PPA nutzen und gut ist. Zurück zu der Frage, warum bin ich ein \”Anfänger\” \”Einsteiger\”, wenn ich eine Distribution nutze, die zum einem stabil ist und deren Softwarepakete 3x geprüft sind? Mit freundlichen Grüßen Schaffi

4 Antworten

Beste Antwort

Marcus – Samstag, 29. Juni 2019 19:37 Uhr

Für mich hat das eher was mit der Qualität der Software zu tun. Die Mint Apps sind grösstenteils von wenigen Entwicklern geschrieben und ich erachte die Code-Qualität als ähnlich schlecht wie ihr Infrastrukturmanagement:
Seit dem Servereinbruch vor einiger Zeit (https://thehackernews.com/2016/02/linux-mint-hack.html), bei dem übrigens auch die Install-ISOs durch welche mit enthaltenem Trojaner ausgetauscht worden sind und die Passwörter aller Forenuser geleaked worden sind, rate ich grundsätzlich von dem Projekt ab.
Das tue ich aber zum Beispiel auch bei Manjaro, die es ihren Usern empfohlen haben die Systemzeit zurückzustellen, weil sie es vergessen haben ihr Server-SSL-Cert zu aktualisieren. Letzters passiert selbst Projekten wie Mozilla (#fail], aber solche Empfehlungen herauszugeben halte ich für grob fahrlässig.
Du siehst, die Distro selbst hat wenig mit Einsteiger oder Profi zu tun. Es geht eher darum wo gute Arbeit gemacht wird und wo eher nicht.

Kai – Dienstag, 23. April 2019 12:58 Uhr

Es geht weniger darum, was man damit machen kann, als die Bedienung: Ubuntu, Linux Mint und Co bringen (Installations-)Assistenten mit, vieles ist bereits vorkonfiguriert. Diese Distributionen eignen sich folglich ganz besonders auch für Einsteiger.
Wenn du Arch Linux installieren möchtest, brauchst du bereits tiefergehendes Wissen rund um Linux und vor allem dessen Kommandozeilenprogrammen – es gibt da schlicht keinen Installationsassistenten wie bei Ubuntu oder Mint. Arch Linux dürften daher nur Linux-Experten nutzen, also Personen, die sich bereits gut mit Linux auskennen.
Es geht also um den Kenntnisstand der Nutzer. Produktiv sein kann man natürlich mit allen Distributionen. :-)

Detlef Krenz – Dienstag, 23. April 2019 16:50 Uhr

Sicherlich ist es richtig Arch usw. sind für “Experten”, wobei allerdings der Aspekt “Du” bist ja nur ein UbuntuUser ich aber ein “Experte” eine große Rolle spielt, für jemanden der ein Linuxsystem für was anderes als nun unmittelbar Computernahes Arbeiten nutzt, sind eben die die doofen Systeme wie Ubuntu sehr praktisch, nicht weil die User doof sind sind, sondern andere Schwerpunkte haben, die eben nicht nur aufs Programmieren oder Websystem oder was weiß orientiert sind. Ich nutze ein LInuxsystem weil ich kein Winsystem haben möchte und ansonsten arbeite ich fernab aller Webmaster oder sonstigen Tätigkeiten, ich benutze mein System sogar zum Musikhören oh je, so was war Ende der 90er Jahre schon fast verboten, Musikhören über ein Linixsys.

Schaffi – Dienstag, 23. April 2019 22:58 Uhr

Danke für die Antworten.
Ich nutze ein LInuxsystem weil ich kein Winsystem haben möchte
So sehe ich das ja auch ;-) Nur das ich eben auch damit arbeite (Nur unter uns, ich höre dabei meistens auch Musik).

Auch so ein Anfänger :-)) – Sonntag, 28. April 2019 16:37 Uhr

Vor einer Weile hab ich einen englischsprachigen Artikel gelesen, in dem es um genau die Frage ging, die du gestellt hast. In den Kommentaren hatte jemand wutentbrannt geschrieben, dass dieses Kategorisieren in \\\”Wir, die Könner\\\” und \\\”Ihr, die Trottel\\\” nichts anderes sei als master race behaviour und assholism. Das war bitterböse, aber ich musste laut lachen, weil es den Nagel auf den Kopf trifft. Jedesmal, wenn ich seitdem einen Artikel lese, in dem so ein halbgares Bürschchen vor Stolz fast platzt, weil es aufschreiben kann, wie man mit den üblichen Befehlen im Terminal eine Anwendung installiert, lache ich über mich Trottel, der das Gleiche mühelos und elegant via Anwendungsverwaltung oder Synaptic macht, GDebi den Job aufhalst oder eine tar.gz oder tar.xz-Datei einfach entpacken lässt. Und freu mich wie Bolle, dass ich nach sechs Jahren mit LM immer noch ein Anfänger bin. :-))