ForumUSB-Stick läßt sich nicht löschen
Wimpy * – Samstag, 01. November 2008 11:32 Uhr

Ich habe vor dem Update auf SUSE 11.0 die Benutzerdaten auf /home incl. versteckter Dateien und Systemdateien auf einem Trekstor 8GB Stick gesichert. Da alles geklappt hat, brauche ich nichts von der Sicherung. Jetzt läßt sich nichts auf dem Stick löschen. Die Berechtigungen sind: WS/root drwxr-xr-x.
Gerätedatei ist:/dev/sdc1. Basisadresse ist: file:///media/TREKSTOR.
Auch “root” kann weder Berechtigungen ändern noch irgendwas löschen. Der Stick läßt sich normal ein- und aushängen. Einige Dateien kann ich – anscheinend- löschen, beim nächsten Einhängen sind sie wieder da. Einige Dateien können nicht gelesen werden. Liegt es am VFAT-System? Kann man den Stick irgendwie formatieren? Ich habe im Kontextmenu nichts gefunden.

1 Antwort
Dieter Drewanz – Samstag, 01. November 2008 20:51 Uhr

Per default mounted Suse die USB-Sticks oft nur mit Leserechten. Als erstes kannst Du die Rechte versuchen zu ändern. Du musst natürlich die Namen anpassen für /media/xxxxx und /dev/sdxx:

sudo chgrp users /media/USB_SDA01
sudo chown dieterd /media/USB_SDA01
sudo chmod 777 /media/USB_SDA01

Wenn das nicht geht dann mit remouten:

sudo mount /dev/sdf1 /media/USB_SD01 -o remount,users,rw,gid=100,umask=0002

Und wenn dann es immer noch nicht geht umounten und neu mounten.

sudo umount /dev/sdf1
sudo mount /dev/sdf1 /media/USB_SDA01 -o remount,users,rw,gid=100,umask=0002

Bei FAT sind die gid und umask für die Rechte verantwortlich, die für chmod/user/grp die obere Schranke der Rechte darstellt. Man kann auch in der /etc/fstab entsprechende Parameter setzen. Ich habe mir für obere Funktionen ein kleines primitives Skript geschrieben.

Wimpy * – Montag, 03. November 2008 11:02 Uhr

Danke für die ausführliche Beschreibung.
sudo chgrp: Operation nicht erlaubt.
Remount geht vielleicht, aber es kam Fehlermeldung: Sie müssen das Dateisystem angeben.
Leider bin ich nicht so ein Guru und kann die Konsolenbefehle abtippen und vielleicht nachvollziehen, aber wenns nicht klappt, stehe ich auf dem Schlauch.
In der fstab steht auch nicht mehr viel drin. Ich glaube, das geht jetzt mehr über Hotplug-Daemon. Hier die fstab-Einträge:

/dev/disk/by-id/scsi-SATA_Maxtor_6L160M0_L39WBGVG-part1 swap swap defaults 0 0
/dev/disk/by-id/scsi-SATA_Maxtor_6L160M0_L39WBGVG-part2 / ext3 acl,user_xattr 1 1
/dev/disk/by-id/scsi-SATA_Maxtor_6L160M0_L39WBGVG-part3 /home ext3 acl,user_xattr 1 2
proc /proc proc defaults 0 0
sysfs /sys sysfs noauto 0 0
debugfs /sys/kernel/debug debugfs noauto 0 0
usbfs /proc/bus/usb usbfs noauto 0 0
devpts /dev/pts devpts mode=0620,gid=5 0 0

Dieter Drewanz – Montag, 03. November 2008 22:38 Uhr

Gib mal in der Konsole “cat /etc/mtab” ein und vergleiche die Einträge mit vor einstecken des USB-Sticks mit den Einträgen mit eingesteckten USB-Stick. Z.B. eine solche Zeile könnte dann mehr sein: /dev/sdf1 /media/usbstick vfat rw,nosuid,nodev,quiet,shortname=mixed,uid=1000,gid=1000,umask=077,iocharset=utf8 0 0

Als root geht vermutlich das schreiben. Das liegt vermutlich an den Suse Default Einstellungen, die einem manchmal das Leben schwer machen können. Aus den obigen ermittelten Angaben kannst du in der “/etc/fstab” (als root) dann folgendes angepasst ergänzen [2]:

/dev/sdf1 /media/usbstick auto rw,user,noauto 0 0

Immer vorher eine Sicherungskopie machen. Ich empfehle dir “mc” den Midnight Commander (Dateimanager) zu installieren. Bei einigen Suse Distros kann man leider nicht mehr als root einfache Editoren auf der X11 Oberfläche User verwenden zB. im xterm “sudo kate /etc/fstab” geht leider nicht mehr. Und wenn alles nicht hilft, dann kann man den Wahnsinn [1] auch loswerden. Siehe einen der unteren Links. Wenn Du die UUID deines Stick kennst, dann kannst Du ihn immer auf ein festes Verzeichnis legen [3]. Etwas zu knapp, etwas zu viele Informationen und Möglichkeiten…(sorry)

[1] http://de.opensuse.org/SDB:9.1:_klassisch_mounten_statt_subfs
[2] http://www.ubuntu-forum.de/artikel/5033/usb-stick-mounten.html
[3] http://www.linuxwiki.de/UUID

Gilbert Strickler – Dienstag, 04. November 2008 17:35 Uhr

Warum formatierst du den USB-Stick nicht einfach? Zum Beispiel mit gparted?

Gruss Gil

Ulf B. – Mittwoch, 05. November 2008 00:17 Uhr

Bei einigen Suse Distros kann man leider nicht mehr als root einfache Editoren auf der X11 Oberfläche User verwenden zB. im xterm “sudo kate /etc/fstab” geht leider nicht mehr.

OK, sudo muss natürlich entsprechend konfiguriert sein. Aber es gibt ja alternativen. Entweder man öffnet eine Root-Shell (Befehlsfenster – Systemverwaltermodus) und gibt dort z.B. kedit /etc/fstab an oder man öffnet z.B. unter KDE mit alt+F2 (= Befehls ausführen) eine Eingabezeile und gibt dort kdesu kate /etc/fstab (der Befehl geht natürlich auch auf einem xterm sofern dieses richtig konfiguriert ist.

Ciao
Ulf

Wimpy * – Donnerstag, 06. November 2008 16:14 Uhr

Also, etc/fstab mit Kate zu editieren ist kein Problem im Konqueror im Systemverwaltungsmodus. Allerdings ging nach Eingabe von
/dev/sdc1 /media/TREKSTOR auto rw,user,noauto 0 0
gar nichts mehr (Ein-Aushängen, sicher entfernen, die Systeminfo öffnen etc).
Das habe ich wieder rückgängig gemacht.
Der Rat mit “klassisch mounten” ist für mich eher ein Rückschritt, den ich nicht machen möchte. Ein Beispiel:
Ich habe 1975 bei meinem Auto die Zündung mit der Stroboskoplampe eingestellt und den Unterbrecherabstand mit dem Schließwinkelmeßgerät. Das Ventilspiel mithilfe eines Prüfbleches und Kontermuttern eingestellt. Das Alles alle 5000 Km. Dazu müßte ich heute die digitale Motorelektronik ausbauen, und statt selbstnachstellenden hydraulischen Ventilen wieder mechanische einbauen. Das wird wohl niemand ernsthaft empfehlen.
Übertragen auf die Computertechnik würde ich sagen: damit lockt man keinen Windows-User hinter dem warmen Ofen hervor.
Ich meine, mit SUSE 11.0 ist das bisher beste SUSE vorhanden, es hat halt einen Bug.
Der Stick wird ja schon problemlos automatisch eingebunden, es kommt ein Pop-up mit Wahlmöglichkeit “Öffnen oder Nichts unternehmen”. Öffnen und lesen geht, der Bug ist nur, daß mit dem Schreibzugriff etwas hakt. Deswegen will ich nicht das Kind mit dem Bad ausschütten und gleich zurück in frühere Vorgehensweise.
Das mit dem Formatieren mit GParted habe ich noch nicht versucht (nicht getraut).
Wimpy

Ulf B. – Donnerstag, 06. November 2008 23:03 Uhr

Hi Winpy,

ich bin Deiner Ansicht bei der Automatik. Auch das neu Formatieren (nicht mit GParted sondern besser auf der Console oder im YaST wenn es komfortabel sein soll), würde ich Dir nicht generell empfehlen.

Meine Vermutung ist, dass Du einen madigen Stick hast, bzw. Dein USB Anschluss am Rechner nicht richtig funktioniert.

Folgendermaßen würde ich an das Problem herangehen:

Stecke den USB-Stick an verschiedene USB-Ports (=Stecker) und überprüfe ob sich das verhalten ändert Alle Updates von OpenSUSE einspielen Überprüfen ob der Stick einen Schreibschutzriegel hat, wenn nein OK, wenn ja diesen ein paar mal umschalten und anschließend auf “Unlock” stellen Probiere ein mal einen anderen Stick (von Bekannten oder sonst jemanden). Ciao
Ulf

Wimpy * – Freitag, 07. November 2008 09:54 Uhr

Hi Ulf,
der Stick hat keinen Schreibschutz. Ich habe noch einen INTENSO 4 GB, da waren allerdings nur Jpeg-Bilder, die waren ratzfatz gelöscht. Das mit dem madigen Stick könnte stimmen, oder es liegt an problematischen Systemfiles der Datensicherung. Beim K3B-Brennen konnte man z.B. einstellen: “Berechtigungen erhalten”
Ich habe alle Updates und den neuesten (stabilen) Kernel 2.6.25.18-0.2-pae i686.
An einem anderen USB-Port war keine Änderung.
Bei YAST gibt’s einen Partitionierer, vielleicht sollte ich formatieren versuchen und in Zukunft keine problematischen Files mehr speichern, lieber auf CD/DVD.
Wie ist das, der Stick darf nicht eingehängt sein?
Gruß Wimpy

Ulf B. – Freitag, 07. November 2008 20:18 Uhr

Hi Wimpy,

zu den ersten Angaben – OK. Aber wie meinst Du das mit dem K3B?

Zu den Rechten kann ich nur eins sagen. Sie hängen vom verwendeten Dateisystem ab. Wenn Du FAT verwendest (was bei den meisten Sticks von Hause aus der Fall ist), dass kennt keine Rechte. Das weißt ja sicher, Linux kann nur nach Vorgabe Rechte verteilen. Bin mir nicht ganz Sicher wo man diese einstellt, aber normalerweise bekommen unter OpenSUSE 11.0 alle Benutzer mit grafischer Oberfläche den Entscheidungsdialog was man mit dem neuen Device machen möchte. Der jenige, welcher im Dialog “Im neuen Fenster anzeigen” (oder eine andere Aktion welche den Stick mounted) anklickt wird er unter den Rechten dieses Benutzers gemounted (also eingebunden). Anmerkung: Durch einen Fehler war es bis vor kurzen immer unter den Rechten des zuletzt angemeldeten Benutzers. Verwendest Du ein Linux Dateisystem (z.B. ext3, welches mit einigen Programmen ebenfalls unter Windows gelesen werden kann), dann bleiben die Rechte erhalten. Eine ähnlich Funktion wie bei CD’s gibt es bei Memorysticks meines Wissens nicht (diese wird bei CD’s meines erachtens in der RockRidge [1] Erweiterung gespeichert).

Ich glaube nicht das es an der Datei selber liegt. Eher das es beim entfernen ohne unmounten (Kontextmenuepunkt “Laufwerkseinbindung Lösen”) zu inkonsistenzen im Dateisystem gekommen ist. Werden noch Daten benötigt, kannst Du ein Programm wie PhotoRec [2] verwenden um diese wieder her zustellen (ein Versuch ist es Wert). Wenn die Daten nicht benötigt werden oder die Sicherung abgeschlossen ist solltest Du den Memory Stick auf jeden Fall neu Formatieren. Dazu solltest Du am besten im root-terminal (“Befehlsfenster (Systemverwaltermodus)”) mit mformat oder besser mit mkfs.vfat jeweils gefolgt von den Parametern und dem Devicenahmen (Achtung ist dieses der Falsche Devicename, Formatiert die Linux normalerweise ohne Rückfrage auch Dein “root” Dateisystem auf Deinem Rechner).

Ciao
Ulf

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Rockridge
[2] http://www.cgsecurity.org/wiki/PhotoRec

Dieter Drewanz – Freitag, 07. November 2008 22:28 Uhr

Hallo Wimpy,
was gibt “dmesg” in der Konsole über den Stick aus?
ich habe einen 1GB Stick mit einer Macke (läßt sich über Grenze schreiben und überschreibt dann). Linux kann ihn noch auslesen, wo mit Win nichts mehr geht. Die Treiber berücksichtigen das Management des Sticks um die toten Zellen zu umgehen. Bei einigen Inkonsistenzen, die erkannt werden, wird das Schreiben durch den Treiber (z.T. im Kernel eingeflossen) sogar verweigert. Je nach dem, wie sorgfältig der Programmierer war, gibt es eine Fehlerausgabe, mit dmesg sichtbar, in log-files oder leider auch gar nicht.
Gruß Dieter

Wimpy * – Samstag, 08. November 2008 10:01 Uhr

Hallo Ulf und Dieter,
Das mit K3b war so gemeint: Beim Brennen auf CD/DVD kann man wählen, daß die User-Dateiberechtigungen erhalten bleiben, auch wenn die Dateisicherung als root durchgeführt wird (z.B. wenn das gesamte “home” mit verschiedenen Usern gesichert wird. Sonst wären ja alle Berechtigungen “root”.
Diese Option hat man beim Drag+Drop auf USB-Stick nicht.
Ich habe jetzt den Verdacht, daß ich den Stick einmal abgezogen habe, ohne “sicher entfernen” zu wählen. Dann wäre eine Inkonsistenz der Daten passiert.
Unter “Yast” habe ich den Stick VFAT neu formatiert. Alle Daten sind weg und ich habe probeweise einige Jpeg-Bilder gespeichert. Es funktioniert und die Berechtigung beim Neu-Einstecken ist (Benutzername) und (Users), ganz wie gewünscht.
Also Entschuldigung an die Entwickler von SUSE für meinen Verdacht eine Bugs im System, das stimmt nicht.
Der Stick ist auch in Ordnung, der Virus sitzt vor dem PC an der Tastatur.
Gruß und danke an Alle,
Wimpy

Dieter Drewanz – Samstag, 08. November 2008 15:34 Uhr

Hallo Wimpy,
die Dateiberechtigungen von FAT und Linux-Dateisystem sind generell unterschiedlich. So gibt es bei FAT keine Berechtigungen wie group, user, root, sondern nur Systemdateien, hidden, schreibgeschützt und archiviert. Es gab früher die Möglichkeit Linux auf FAT zu installieren mit UMSDOS. Bei UMSDOS wurden Zusatzdateien angelegt, die die Berechtigungen enthielten, die es es bei FAT nicht gibt.
Leider weiß ich jetzt nicht, wie die Berechtigungsumsetzung heute gemacht wird. Es gibt zwei Wege dies zu bewerkstelligen. Der erste Weg ist eine Datei, die die Angaben enthält (hidden, write protect), die Linux vom Stick ausliest (diese wird angelegt beim Formatieren unter Linux, belegt genau einen Sektor und gilt für alle Dateien/Verzeichnisse). Eine Umsetzug der Rechte für alle geht dann auf jedem Rechner, aber es muss dann wenigstens einmal auf den Stick geschreiben werden. Der andere Weg ist die Aufnahme der Information bei hal/hotplug, d.h. es wird gemerkt dass der Stick mit der (eindeutigen) UUID oder Vendor/ProduktID immer mit allen Rechten gemounted wird (z.B. beim Formatieren wird die “rule” für den Stick die Berechtigung eingetragen). Dann geht das nur auf Deinem Rechner mit allen Rechten und auf anderen Rechnern je nach den Default-Einstellungen. Soviel noch zum Hintergrund.
Eigentlich wird immer auf den Stick gleich geschrieben ohne Verzug über buffern, so dass das Abziehen meist nichts macht. Ich musste aber auch schon wenige male Sticks neu formatieren, weil mal schnell gezogen. Grad als das Fortschrittsfenster auf fertig ging, nicht sicherheitshalber wenigstens eine Sekunden gewartet, und nicht nur unter Linux.
Gruß Dieter

[1] http://en.opensuse.org/SDB:Mounting_to_Static_Mount_Points

Wimpy * – Samstag, 08. November 2008 18:02 Uhr

Hallo Dieter,
ich habe jetzt den ganzen Thread gespeichert für späteres Studium.

Ob der Stick für andere PC’s lesbar ist, wird sich noch zeigen, ich glaube schon.
Die Angaben sind:
8.0G removable media
Eingebundenes Wechsellaufwerk
Eigentümer: ws – users
Rechte: drwxrwxr-x
Basisadresse: file:///media/TREKSTOR
Gerätedatei: /dev/sdc1
Probehalber habe ich eine Datei vom Stick gelöscht (in Mülleimer) und wiederhergestellt.
Es funzt alles.
Ich sehe das Problem jetzt für gelöst an.
Gruß Wimpy