ForumSuSE 9.2 (bzw. KDE) hängt nach Update auf neuen Kernel
Markus Hutterer – Sonntag, 06. Februar 2005 12:40 Uhr

Hallo,

ch habe SuSE Linux 9.2 gestern auf folgender Hardware installiert:

Intel PIII 600 MHz
704 MB RAM
3 x HDD (8 GB, 10 GB, 30 GB)
1 x CDRW Plextor 40x IDE
1 x DVD-ROM Pioneer SCSI an Dawi DC-2964F Host-Controller (tmscsim)
GeForce 3 Ti 500
SB Live Player

Installation problemlos
Installation Firefox 1.0: keine Probleme

Updates über YOU:
automatisches Update: alle bis auf Kernel: keine Probleme
Update nVidia-Treiber: keine Probleme
Update auf neuen Kernel: beim und nach dem Update ebenfalls keine Probleme, aber jetzt:

PC startet, Anmeldebildschirm erscheint. Anmeldung klappt noch, danach dauert es ca. 5 – 10 Sekunden dann hängt der Rechner. Keine Reaktion mehr auf Maus- und/oder Tastatureingaben. Ich kann nur noch per Resetschalter am PC neu starten.

Ich bin noch absoluter Linux-Neuling und jetzt ratlos.
Kann ich irgendwie feststellen, ob nur KDE hängt oder das ganze System (da aber Tastatur nicht mal mehr auf NUM-Taste reagiert vermute ich ganzes System).
Wie kann ich den Fehler finden? Oder endet es wie bei Windows in den meisten solchen Fällen – also neu installieren?

Viele Grüße aus Regensburg
Markus

4 Antworten
Anonymer Tux – Sonntag, 06. Februar 2005 13:21 Uhr

Hallo!

Also wie bei Windows endet es normalerweise nicht… aber zieh bitte auch nicht so einen Vergleich, denn du hast hier ja schon tief ins System eingegriffen was du bei Windows überhaupt nicht kannst.

Boote doch bitte mal in einen anderen Runlevel, z.B. 3 (weiss jetz nich genau welchen Parameter du bei SuSE beim Booten übergeben musst) welcher KDM nicht startet oder starte dein System von einer Live CD wie z.B. Knoppix und poste bitte mal die Ausgaben von /var/log/message von deiner Festplatte (nicht die von Knoppix), da man dort oft Fehler ausmachen kann. Auch wäre es interessant zu wissen auf welche Kernel Version du ein Update gemacht hast. Wenn es nur daran hing kannst du z.B. aus einem anderen Runlevel heraus den Kernel per YaST Befehlszeilentool wieder deinstallieren und den originalen verwenden.

Also neu installieren ist normalerweise das letzte was man tut; es sei denn man hat keine Geduld. Die Fehlersuche hilft dir – gerade als Neuling – auch dein System besser kennenzulernen.

Andreas Matthus – Sonntag, 06. Februar 2005 13:37 Uhr

Hallo Markus,

starte das System ins runlevel 3. Wie das geht steht unter
http://info.ccone.at/INFO/mandrake/9.0/de/troubleshooting-runlevels.html
Damit wird die grafische Umgebung nicht gestartet. Wenn es dann auch nach einiger Zeit keine Probleme gibt, liegt es an irgendeinem Teil in der grafischen Umgebung (X oder KDE oder Programme, die unter KDE gestartet werden).

Wenn man einen zweiten Rechner (z. B. Notebook) hat, kann man beide über ein gekreuztes Netzwerkabel verbinden und mit
ping _IP_Adresse_des_anderen_Rechners
überprüfen, ob dieser noch läuft. Voraussetzung ist, dass beide Netzkarten im gleichen Segment liegen.
Z. B.
Rechner A
192.168.0.71 netmask 255.255.255.0 broadcast 192.168.0.255
Rechner B
192.168.0.72 netmask 255.255.255.0 broadcast 192.168.0.255

Dann von Rechner A
ping 192.168.0.72
und von Rechner B
ping 192.168.0.71

Wenn das ping klappt sollte man ssh auf dem bockigen Rechner starten lassen (runleveleditor [gibt es auch im nichtgrafischen Modus von YaST unter SuSE) oder rcssh start). Dann kann man vom entfernten Rechner mit
ssh _IP_Adresse_des_anderen_Rechners
auf die Konsole zugreifen und die grafische Oberfläche starten
rckdm start
Wenn Tastatur und Maus hängen, kann man so noch vom entfernten Rechner überprüfen, ob das gesamte System hängt.
Ich hatte ähnliche Erscheinungen mit einer TV-Karte. da wurde wirklich nur Maus/Tastatur abgehängt. Ich konnte das TV-Programm aus der ferne killen, KDE neu starten und hatte so das schuldige Programm. Wenn der zweite Rechner nur windoofs :-( hat, kann man mit putty.exe genauso auf ssh zugreifen.

Ist jetzt vielleicht ein bisschen viel auf einmal. Dann probier erstmal die Sache mit dem runlevel aus.

mfg
Andreas

[1] http://info.ccone.at/INFO/mandrake/9.0/de/troubleshooting-runlevels.html

Benjamin Quest – Montag, 07. Februar 2005 11:59 Uhr

OK, und hier die Neuling-Lösung (oder zumindest der Versuch): SuSE hat ein recht ausgefeiltes Rettungssystem (sie wissen wieso). Also DVD rein, booten Rettungssystem auswählen Reparatur anwählen und rödeln lassen. Danach kann es wieder funktioneieren, muß es aber nicht.

Ist natürlich jetzt die “Blackbox”-Lösung ohne Lerneffekt, aber SuSE verreckt ja gelegentlich leider auf manchen Systemen auch ohne etwas mitzuteilen.
b.

User9280 – Montag, 07. Februar 2005 12:36 Uhr

ich hatte den gleichen effekt – allerdings konnte ich suse noch nicht mal im failsafe-modus booten.
als ich dann im bios auf die standard-setting umgestellt hatte (also nicht die optimierten settings -> elitegroup) ist der rechner wenigsten immer minuten-weise hochgekommen: musste ich fix arbeiten :)
wenns hilft.
m.

Markus Hutterer – Montag, 07. Februar 2005 14:12 Uhr

Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten und die vielen Tipps.

Ich habe (aber wohl eher mit Glück) das Problem mittlerweile gelöst: SuSE im Failsafe-Modus gestartet und als root angemeldet. Hier dann mit init 5 in Runlevel 5 gewechselt. Dann wurde einige Dateien installiert. Danach abgemeldet und als Benutzer angemeldet: es läuft wieder.

Überlegung dahinter war folgende: Update über YOU wollte mein Root-Passwort. Zum Kernel-Update kam die Meldung, dass man nach dem Update neu starten soll, da noch einige Dateien kopiert werden müssen (oder so ähnlich, sinngemäße Wiedergabe der Meldung). Wenn ich neu starte und mich normal anmelde, kann aber wohl nichts installiert werden, sondern nur als Root.

Weiß nicht ob meine Überlegung richtig war, aber das Ergebnis ist ein Erfolg ;-)
Ich seh schon, muss noch viel über Linux lernen. Gar nicht so einfach, wenn man nur ca. 15 Jahre NT-Erfahrung hat. Soll nicht heißen, dass Linux schwieriger ist. Aber es ist anders, und man “denkt” erst mal weiterhin in “Windows”.

Viele Grüße
Markus

Andreas Matthus – Montag, 07. Februar 2005 17:41 Uhr

Hallo Markus,

Gratulation, dass es jetzt funktioniert.
Zum Glück ist linux nicht SuSE. Für Umsteiger ist SuSE eine verlockende Droge und man kann mal reinschnuppern. Es wird aber vieles hinter Klicki-und-bunti verborgen bleiben, wenn man nicht tiefer einsteigt. Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit alle Konfigurationen in Textdateien wieder zu finden und dort eventuell selbst Hand anlegen zu können. Das kostet sicher Einarbeitungszeit – die wird durch spätere Flexibilität mehr als wett gemacht.

mfg
Andreas

Vinzenz Schmid – Dienstag, 08. Februar 2005 10:24 Uhr

Ich würde deswegen SUSE nicht anschwärzen, sondern kann in allen Distros mit grafischen Windowmanagers passieren.
Das Verhalten vom PC zeigt: Bis Runlevel 3 läufts, erst mit dem Windowmanager haperts, was ich bei Updates bzw. Upgrades schon mal erlebt habe. Dann greife ich immer zu einem etwas brutalen Schnellrezept:
– Im init 3 den Midnight Commander starten (mc) und dann im Benutzerverzeichnis (/home) die unsichtbaren Verzeichnisse wie ./kde und ./gnome usw., die mit Windowmanager zu tun haben, löschen. Dabei werden jedoch alte benützerspezifische Einstellungen zum Desktop gelöscht (z.B. Schriftgrösse)
Dann init 5 starten und sich als Benützer anmelden. Es sollte funzen. Die Verzeichnisse ./kde und ./gnome werden automatisch neu erstellt und es erscheint ein jungfräuliches Desktop mit Standardeinstellungen.
Das habe ich übrigens machen müssen, als ich von KDE 3.2 zu 3.3 wechselte (von Suse 9.1 zu 9.2)

Benjamin Quest – Dienstag, 08. Februar 2005 12:12 Uhr

Naja, wenn SuSE meint nach einem Kernelupdate nochmal Daten nachinstallieren zu müssen, dann fehlt entweder die Aufforderung das System als root zu starten oder aber das Script um nach dem Userlogin nochmal nach dem root Passwort fragen zu lassen und den Kram dann zu erledigen.

IMHO Schlamperei, die in letzter Zeit bei SuSE leider häufiger vorkommt. Man denke nur an das “vergessene” mkinitrd von einem anderen Kernelupgrade…

Aguaraha – Mittwoch, 09. Februar 2005 10:58 Uhr

Kann ich so nicht nachfühlen, …
Bei mir (siehe Kommentar weiter unten) funktionierten, nach den Kernel-Update, die nvidia-Treiber nicht mehr – jedenfalls nicht mit 3D. Allerdings habe ich auch Sax vor den Neustart aufgerufen und so gab es kein einfrieren – wer weiß was die Scripte noch so alles machen.

Ciao, Aguaraha.

Vinzenz Schmid – Mittwoch, 09. Februar 2005 13:23 Uhr

Kernelupdates sind etwas mühsames. Wenn Source und Komponenten auf den neuesten Kernel-Stand gestellt werden, dann muss ich
– NVIDIA (kommerziellen) Treiber neu im init 3 kompilieren
– vpnclient im init 3 neu kompilieren
– andere selbst kompilierte Software auf ihre Funktionstüchtigkeit prüfen und sonst selber kompilieren.
Daher erstaunt es mich nicht wenn man nvidia neu kompilieren muss. Das ist übrigens auch so dokumentiert.
Und zurück zum ersten Problem des Erstposter: Ich würde aus diesem Grund Update bei einem Problem wiederholen und auch Online-Updates nach einer grösseren kernelupdate nochmals laufen lassen, damit fehlende Dateien mit root-Rechten nachinstalliert werden.
Ich habe früher mit apt-get und synaptic Pakete aktualisiert, aber dann hatte ich diverse Abhängigkeitsprobleme weshalb ich lieber zur sauberen und konservativen Aktualisierungspolitik des suse-rpm-Managers zurückgekehrt bin. (das gleiche würde bei anderen distros gelten, red hat, mandrake usw.)

Benjamin Quest – Mittwoch, 09. Februar 2005 13:43 Uhr

Kernelupdates für eine Distribution betreffen i.d.R. Sicherheitslücken und nichts weiter, keine Features, keine andere Versionsnummer, daher sollte ein Update von 2.6.7-Suse01 auf 2.6.7-Suse03 ohne neukompilieren von anderen Bestandteilen vonstatten gehen, sonst sollten Sie das besser nicht über YOU anbieten, sonst müssen sie ein ganzes Heer an NVIDIA Benutzern “abducken”.

Ein Kernelupdate auf eine höhere Versionsnummer sollte man eh nur machen, wenn man genau weiß, daß dann eine bestimmte HW endlich mit dem System funktioniert, ein Sicherheitsfixkernel sollte, wenn er über YOU bereitgestellt wird, jedenfalls eigentlich keine Probleme machen.

Aguaraha – Dienstag, 08. Februar 2005 10:59 Uhr

ich denke mal, … die nVidia-Treiber müssen immer zum verwendeten Kernel passen, oder?

Du nach der Installation des Grafiktreibers wird ein Script gestartet der die 3D-Beschleunigung einschaltet. Nach dem Neustart mit neuen Kernel bliebt das System dann irgendwann wie beschrieben hängen.

Der Start im Failsafe-Modus war genau richtig – vielleicht wurde dann auch die 3D-Beschleunigung ausgeschaltet (ich weiß es nicht genau – die Experten hier mögen mich gern widersprechen).

Ich würde dir empfehlen, die nVidia-Treiber noch mal zu Updaten. Versuch doch vorher, ob 3D geht?

Ciao, Aguaraha.