ForumSoftwareinstallation, enduserfreundlich? – grafische Installer
Thomas Warnecke – Sonntag, 15. April 2007 21:45 Uhr

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit 4 Jahren intensiv mit Linux und bin privat vollständig umgestiegen. Was mir in dieser Zeit aufgefallen ist, sind die verschiedenen Möglichkeiten Software unter Linux zu installieren. Da gibt es z.B. den reinen Sourcecode, Binärpakete als RPM oder dep, gar keine Installer (einfach entpacken und Klick auf ausführbare Datei) und grafische Installer.

Warum es Sourcecode gibt ist mir klar und das Compilieren auf einem eigenen System auch. Was ich jedoch gerade für Umsteiger sehr super finde, sind die einfachen Installer wie bei:

GoogleEarth, Moneyplex, World of Padman oder Doom3

z.B. war ich auf der Suche nach Spielen und habe dabei Doom3, Quake4, World of Padman oder AlienArena gefunden, die sich leicht über einen Installer in das home-Verzeichnis installieren.

Meine Frage: Warum werden nicht mehr kommerzielle Spiele auf diese Art und Weise vertrieben? Was ist der technische Unterschied zu RPMs oder dep-Paketen? Werden eventuell jedes Mal alle libs neu in das home-Verzeichnis gepackt oder ist der Weg über den grafischen Installer auf bestimmte Distris beschränkt?

Gruß
Thomas

P.S. Ich möchte damit nicht auf das EXE-System von Windows verweisen und ich möchte diese auch nit unter Linux fördern (das hat viele Nachteile!), aber für den “DAU” ist dieser Weg recht bequem.

2 Antworten
Lutz Golke – Montag, 16. April 2007 09:19 Uhr

Moin,

was auf den ersten Blick so toll und einfach aussieht hat IMHO ein
paar gravierende Nachteile. Mir ist ein sauber ertelltes .deb, passend
zu meiner Distribution/Version, welches automatisch für die Auflösung der
geforderten Abhängigkeiten sorgt, deutlich lieber als so ein statisch gelinktes Monster oder eines bei dem man erstmal im Kleingedruckten nachlesen muss, welche Libs denn zusätzlich händisch zu installieren seien, mit .bin-Installer. Bei dynamisch gelinkten Programmen, die am Packagemanagement vorbei installiert werden, läufst du weiterhin Gefahr, dass sie nach einem Update der Libs irgendwann einfach mal nicht mehr funktionieren (Versionskonflikte), weil dpkg/rpm/sonstige eben nichts von deren Abhängigkeiten wusste. Vom verschwendeten Festplattenplatz bei all den statisch gelinkten Programmen rede ich lieber nicht, scheint in Zeiten von xxxGB-Platten ja auch niemanden mehr zu
interessieren.
Diese Installer sind halt ein Kompromiss, besser als gar kein Linux-Programm aber eben nicht optimal. Ich gebe aber zu, dass ich kein Spieler bin und somit auf diese Software zum größten Teil sowieso verzichten kann.

jm2c,
Lutz

Maik Danstedt – Mittwoch, 18. April 2007 14:36 Uhr

Hi,

die Installer die Du meinst packen tatsächlich alle notwendigen Bibliotheken mit in das Installationsverzeichnis, egal ob eine passende Version schon auf dem Rechner vorhanden ist oder nicht.
Vorteil ist, daß das Programm auf jeden Fall läuft, Nachteil ist, die Installation ist unnötig groß.

Windows ist in dem Punkt ja auch nicht trivial, nur sind Installer dort halt gang und gebe. Mit nicht trivial meine ich, daß Windowsprogramme auch ihre libs haben wollen und die ins system32 kopieren, dabei werden auch schon mal neuere Versionen mit altem Sch… überklatscht (ein Klassiker ist hier die MDAC). Auch wollen die Programme registriert werden, etc.
Einige Windowsprogramme sind eh erst lauffähig wenn bestimmte Laufzeitbibliotheken installiert wurden (z.B. VB6, DX9 etc.) – alles in allem macht Windows nicht so viel anders als wir es von unserem Linux her kennen. Einzig das Frontend (der Installer) ist anders.

Grüße,
MaDMaik