Hallo!
Ich möchte für ein Produktivnetzwerk einen Linux Server aufsetzen, der zentral die Daten der Clients speichert und verwaltet (u.a. auch eine SQL-Datenbank).
Da ich das System gegen einen möglichen Festplattencrash sichern muss, möchte ich Raid Level 1 verwenden, dass vom Mainboard des Servers (ASUS A7V600-X) unterstützt wird.
Sprich: Ich habe ein neues Raid-Array angelegt (2x WD 80GB Platte) und dann die Installation des c’t Debian Servers gestartet (erkennt auch wunderbar die SATA-Platten, …). Allerdings zeigt mir das System BEIDE Platten an. Sollte nicht bloss eine angezeigt werden, da die andere ja nur Mirror ist? Ich kann die zweite Platte /dev/sdb auch per fdisk betrachten, allerdings ist diese leer. Keine Partitionen, keine Daten, nix :-(
Muss ich Hardware RAID irgendwo noch aktivieren oder hat das mit Linux nix zu tun? Wie gut ist eigentlich Software-Raid von Linux? Ist das sinnvoll?
Schon jetzt Danke für jede Hilfe.
Hallo,
wenn Du mit dem RAID-Controller ein Hardware-Raid aufsetzt, hat das mit dem Betriebssystem nichts zu tun. Der richtige Treiber ist natürlich erforderlich. Bei Raid 1 bekommt Linux nur 1 Platte zu sehen.
Bei Software-Raid ist das anders. Her erscheinen beide Platten.
Hast Du vielleicht aus versehen Raid 0 eingestellt?
Gruß
Andreas
Hi zusammen!
Ich habe mit Software-RAID unter Linux mehr als schlechte Erfahrungen gemacht; habe auf meinem Mainboard einen HPT374-Chipsatz der wirklich nur als HD-Controller taugt.
Was du tun könntest (billige Version :-)): Synchronisiere die Platten mit dem rsync-Kommando über einen Cron-Job (ist kein RAID-1, hat sich in der Praxis und für zu Hause allerdings bewährt); für solche Server wo sich dauernd Daten ändern wie bei dir, ist diese Lösung eher nicht zu empfehlen.
Hier sei auf “richtige”-Hardware-RAID-Controller wie z.B. die Controller der Firma 3ware verwiesen. Die funktionieren auch explizit unter Linux.
Grüße,
Dominik
Software RAIDs sind natürlich lange nicht so performant wie Hardware RAIDs,
haben aber einen entscheidenden Vorteil: Wenn der “Controller” ausfällt, dann
kann man die Platten auf einem anderen Rechner schnell wieder ans laufen
bekommen. Das wird jeder zu schätzen wissen, dem schon mal ein Hardware RAID
Controller ausgefallen ist… und der dann feststellen durfte das der Ersatz
vom selben Typ/Hersteller wie der nun kaputte eine inkompatibele Firmware
Version nutzt und mit den RAID-Platten so nichts anfangen kann.
Finde mal die Firmwareversion eines kaputten Controllers raus… und versuche
die passende Version dann noch im Netz zu finden und den neuen Controller damit
herunterzurüsten und das alles während die Kollegen schimpfen, weil sie nicht
an ihre ausfallgesicherten (weil RAID5) Daten rankommen. Mir kommt nach einer
solchen Erfahrung kein Hardware RAID mehr ins Haus, meine Daten sind mir
deutlich wichtiger als der Durchsatz.
Was du tun könntest (billige Version :-)): Synchronisiere die Platten mit dem rsync-Kommando über einen Cron-Job
Um Gottes Willen. Nur gut, dass Du das nicht ernst meinst.
Weia.
Werner: Richte Dir doch schlicht ein MD RAID1 ein. Ich habe hier seit sehr langer Zeit ein äußerst stabiles RAID5 mit ca. 360 GB netto unter Linux MD am Laufen, das hat noch nie gehakt. Auf einer Suse bietet Dir der Yast das gleich bei der Installation an, und Suse startet das dann auch automagisch. Unter Debian – keine Ahnung. Notfalls eine /etc/raidtab bauen und gut is. -> man raidtab
Abgesehen davon – welcher RAID-Controller ist denn auf dem Board? Asus verbaut meistens Promise-Chips. Mit dem Linux-Treiber dafür solltest Du eigentlich auch weiter kommen.
Sorry, wenn das jetzt OT ist und ich blöd frage: Was bitte soll am rsync-Kommando schlecht sein? Wenn die Sicherung regelmäßig durchgeführt wird ist das für die private Nutzung doch vollkommen ausreichend. Besser auf jeden Fall, als den ganzen Mist ständig auf irgendwelche CDs/DVDs zu sichern (ich gehe jetzt nicht davon aus, daß jeder Privatbenutzer ein DDRS-3-Laufwerk für 500 Euronen daheim stehen hat)
Mit dieser Methode kann man zumindest alte Platten, die laut geworden sind noch als Backup-Medium nutzen und sie danach wieder schlafen legen.
Grüße,
Dominik
Die Frage war aber nach RAID1. An rsync ist überhaupt nichts schlecht, aber es ist das falsche Werkzeug zum Problem. Du kämst sicherlich nicht auf den Gedanken, jemandem einen Hammer zum Eindrehen einer Schraube zu empfehlen.
In der Manpage zu raidtab steht auch für den letzten DAU sinngemäß abzuschreiben drin, wie man sich ein MD-RAID1 aufsetzt, und wer pisa-gemäß kein Englisch spricht, für den gibt es das RAID-HOWTO auch auf Deutsch.
“Alte Platten, die laut geworden sind”, würde ich niemals als Backupmedium hernehmen, sondern höchstens als Briefbeschwerer. Das Entscheidende ist nämlich nicht der Backup-, sondern der Restore-Vorgang.
Hallo!
Danke für die vielen Antworten. Habe mir dann ein MD-Raid 1 eingerichtet. Ging über die Debian-Installationsroutine problemlos.
Auf dem Board ist ein VIA-Raid verbaut.
Ich hoffe nur, dass dieses System im Ernstfall auch hält was es soll: kontinuierliches Weiterarbeiten ermöglichen und Datenverlust verhindern. Schade dass ich das RAID des Boards nicht zum Laufen bekam. Kann jemand evtl. einen Hardware-PCI-RAID Controller empfehlen? Wie gesagt: das ist ein Produktivserver in einem mittelständigen Unternehmen der sensible und wichtige Daten aufnimmt. Ein Ausfall kann schnell den Bankrott bedeuten – und in Hartz-4 Zeiten is das keine schöne aussicht. Wie sinnvoll ist es eigentlich noch ne 2. Kiste daneben zu packen die die Daten redundant sichert? Ist sowas realisierbar (wie!?) und kann der 2. Rechner bei Ausfall des ersten einfach die ganze Arbeit übernehmen (also auch mySQL Server, DHCP-Server!?).
Nochmal vielen Dank.
habe lange gegooglt bis ich was günstiges gefunden habe.
letzte woche habe ich bei http://www.leaf-computer.de die pci version bestellt.
habe 4 stück seagate 1,5TB und das funktioniert sehr gut.
ich habe 4 lan kameras die in echtzeit auf die 4 festplatten schreiben.
bin damit sehr zufrieden.
Hallo und Danke!
Also ich bin inzwischen soweit: Das Raid System (VIA-Raid) das ASUS auf dem Motherboard mitliefert ist “nur” ein Software-Raid (wird also offenbar nicht vom BIOS verwaltet). Für Windows sind Treiber/Programme mitgeliefert… was mir unter Linux natürlich nix bringt.
Es wäre nun günstig zu wissen wie ich das (und ob überhaupt möglich!?) unter Debian zum laufen bekomme!? Diese Ecke ist noch ziemlich neu für mich. Kann mir jemand aus Erfahrung helfen?
P.S.: nee, nee… dat is schon Raid 1 was ich ausgewählt habe :-)
Wenn nicht MS-Windows auf dieselbe Platte soll, vergiss die RAID-Funktion des Controller-BIOS/Treibers und nutze den Controller als normalen IDE-Controller. Linux kann ein Software-RAID allein mit Kernelmitteln mit jedem Festplattencontroller bereitstellen. Diverse Distributionen bieten dies bei der Installation auch schon an.
Jan