hallo zusammen…
ich habe vor, mich von windows zu verabschieden und komplett auf linux umzusteigen. da ich, wie gesagt, ein neueinsteiger bin, bzw. sein würde, kommt es mir bei der wahl der distribution vor allem auf eine leichte installation an, auf eine leichte bedienbarkeit und auf handbücher, und das natürlich alles bitte in deutsch, da mein englisch nicht so besonders ist :o) und natürlich ist mir die multimediafähigkeit auch wichtig.
welche distribution könnt ihr mir empfehlen? habe zwar schon einige tests und empfehlungen gelesen bzw. bekommen, aber so richtig überzeugt hat mich bisher noch kein anbieter. suse soll ja in deutschland marktführend sein, aber ist es auch die beste wahl? wie ist denn suse 10.0. im vergleich zu 9.3.? sollte man eher die alte version nehmen oder doch besser die neue? was sind die vor- und nachteile der anderen anbieter? ….
ich hoffe auf zahlreiche und konstruktive zuschriften…
danke und gruß
frank
Für den “blutigen” Anfänger empfiehlt sich meines Erachtens eine schlanke Distribution. Hoch gehandelt wird Ubuntu (mit dem Desktop-Environment Gnome) oder der Abkömmling Kubuntu (mit dem Desktop-Environment KDE). Für beide gibt es ein DVD-Image, das eine Live-Version (startet von der DVD ohne die Festplatte anzurühren), mit der du herumtesten kannst bis du deinen Favoriten gefunden hast, und zugleich eine installierbare Version enthält.
Die Nutzung einer Live-Version ist ein schneller Test, wie LINUX mit deiner Hardware klarkommt.
Mein persönlicher Favorit ist und bleibt Mandriva-Linux, dass ich dir wärmstens empfehle.
SuSe kommt – der Art der im Forum hier geschilderten Probleme nach zu urteilen – meines Erachtens für Anfänger eher nicht in Frage.
Für Einsteiger grundsätzlich geeignet sind Ubuntu, SuSE und Mandriva. Ich möchte Dir drei Ratschläge ans Herz legen:
1. Probiere eine Live-CD Deines “Wunschsystems” aus, um herauszufinden, wie gut Deine Hardware unterstützt wird.
2. Beim Multimediabereich haben wir es weniger mit technischen als viel mehr mit rechtlichen Problemen zu tun (Patente auf MP3, mit unfreien Lizenzbedingungen). Deswegen tut da viel Zeugs nicht “out of the box”, obwohl es sich problemlos nachrüsten läßt.
3. Investiere in Literatur. Gerade die SuSE-Boxen haben den Ruf, exzellente Handbücher mitzubringen, die hochgradig einsteigerfreundlich sind.
Hallo,
Ich kann Punkt 3 nur beipflichten, zumindest war es bis Suse 9.3 noch so.
In der Suse 10.0 Box fehlt leider das Administrationshandbuch, welches gerade
in Sachen Grundlagen sehr gut ist.
Vielleicht wäre es der Bücher wegen günstiger, die Suse 9.3 (Vollversion) zu
kaufen und anschließend auf 10.0 zu aktualisieren.
mfg
Rico
Wenn es denn auch englischsprachig sein darf (KDE und die anderen Programme kann man eh immer eindeutschen) kann ich auch noch Libranet 3.0 empfehlen. Ist definitiv ihr Geld wert. Wenn Dir der Preis zu hoch ist (90$, es gibt kein gedrucktes Handbuch), dann solltest Du mal MEPIS einen Schwung geben. Ist meiner Meinung nach besser als Ubuntu (Live-CD braucht keine Benutzereingaben, Installation von der Live-CD aus, bessere Konfigurationstools im Bereich Wireless, Netzwerk, hervorragende Systemwiederherstellung von Grub und Xconf aus dem Live-Betrieb heraus).
Vorteil der beiden ist, daß sie auf Debian basieren und Du Dir dadurch viel Update-Mühe ersparen kannst. Außerdem liefen beide bei mir (und LN läuft und läuft) sehr stabil und ohne Zicken.
Wenn Lokalisierung eine große Rolle spielt würde ich zu Mandriva raten, die 2006 läuft bei mir als Zweitsystem und hat noch so zwei drei nervige kleine Macken die hoffentlich noch ausgebügelt werden. Mandriva hat den Vorteil, daß es nur noch einmal jährlich erscheint, Du somit etwas Ruhe hast alles einzurichten.
SuSE empfehle ich nur noch risikofreudigen Einsteigern. YAST/Sax2 sind die besten Konfigurationstools, aber leider ist SuSE gelegentlich zu aktuell und kann (muß nicht) ganz blöde Zicken machen. Zudem ist SuSE’s hauseigene Paketverwaltung bei einem Upgrade mit zuvor installierten externen Paketen regelmäßig überfordert, das heißt, wenn Du den Releasezyklus von SuSE hinterherhecheln willst (und sie machen es einem regelmäßig schwer das nicht zu tun) mußt Du ständig die Multimediapakete wieder installieren.
In punkto Paketaktualität ist SuSE sehr gut versorgt, Mandriva auch, bei Debian kommt es darauf an was Du mit dem System machen willst: stable ist immer einen Schritt (bis zwei) hinterher (Libranet), testing (MEPIS) ist recht aktuell, unstable ist ziemlich aktuell, reicht aber auch noch nicht an SuSE heran und ist wie es sage unstable (aber als das würde ich eine SuSE bei Releasezeitpunkt auch bezeichnen). Du kannst bei Debian aber auch mischen. Auf meiner LN läuft KDE 3.4.2 und amaroK 1.3.5 kanz hervorragend.
Letztlich hängt es davon ab, was Du mit dem System machen willst. Hauptsächlich arbeiten und deine Ruhe haben? Debian ! (oder seine pflegeleichten Varianten) Immer die neusten Sachen ausprobieren ? Suse. Mandrake 10.1 konnte ich uneingeschränkt für beides empfehlen, Mandriva 2006 ist aber auch eine Bank (nur bei mir macht das Wireless netapplet Zicken, dafür ist es die einzige mit der man halbwegs WLAN roaming machen kann, ich hoffe sie entkäfern sie noch ein bißchen, dann wäre Mandriva perfekt). Wenn es dann doch eine SuSE sein muß, nimm besser eine 9.3 und alle Patche als eine 10.0.
Dokumentation: Mandriva Powerpack als DVD für 38 EUR (bei ixsoft) plus der Koffler war immer ungefähr der Preis einer SuSE Pro Box, heuer ist SuSE billiger, also wäre mein Vorschlag: Mandriva free oder MEPIS herunterladen und den Koffler kaufen. Bessere Doku gibt es kaum und der Koffler deckt auch andere Distributionen ab.
Noch ein Vorteil von Debian (Ubuntu/Mepis/LN/Kanotix/Knoppix) sind die Foren und das Wiki von Ubuntu. Noch sind die debianbasierten Systeme so eng beieinander, daß sich das meiste davon auf die anderen Distris übertragen läßt.
Benjamin
P.S.: LN3.0 ist gerade unverkäuflich (wird umstrukturiert), aber ich denke eine Mail an den Support könnte weiterhelfen.
Hallo,
ich finde, das gerade SuSE für Anfänger genau das richtige ist. Vorallem da dort ein dickes, in deutsch, verfasstes Handbuch dabei ist. Und solange meine keine exotische Hardware hat funktioniert auch alles reibungslos. Wenn man natürlich besondere Ansprüche hat bekommt man mit jeder Distripution ein Problem.
Ansonsten gibt es ja immer noch den kostenlosen 90 Tag Installationssupport bzw. die “LC” ;-)
Wir testen bei uns gerade SuSE 10 als Windows Desktopersatz und meiner Meinung nach ist es genau das richtig für Umsteiger/Anfänger.
Ob SuSE 9.3 oder 10.0 ist nicht so wichtig, es sei denn man legt wert auf z.B. Open Office 2.0 RC1 oder sonstige top aktuelle Packet.
Gruß
AS