Hallo an alle!
Als “alter Windows-Hase” (seit Win95 dabei) habe ich nun gündlich die Nase voll von instabilen und Viren-anfälligen Systemen!
Seit diesem Weihnachten bin ich zu Linux (SUSE Linux 10.0) gewechselt.
Gibt es Tipps, wie man Linux zu verstehen lernt? Ich meine vom Aufbau und der Anwendung her? “Learning by doing” ist ja ganz nett, aber ich habe so ein Talent, dabei immer was falsch zu machen, und anschließend komplett neu-installieren zu müssen (wer Windows kennt, wird mich verstehen!). Gibt es EMPFEHLENSWERTE Bücher dazu, oder andere kompetente Quellen?
Für Hinweise, Ratschläge, Tipps&Tricks wäre ich dankbar!
Ich bin auch noch nicht so lange “dabei”, kann aber schon viele Sachen. Ich habe Bücher gelesen wie z.B den Kofler oder das Linux Buch aus dem Sybex Verlag. Auf Tuxhardware.de gibt es z.B. viele Linux Bücher. Am besten hilft dir wahrscheinlich das Internet. Ansonsten habe ich alles durch ausprobieren gelernt und keine Angst viel kaputt machen kannst du nicht. Wir sind ja nicht bei Windows!
Hi,
ich würde mir auch ein Testsystem auf einer anderen Partition aufziehen damit
du dein Produktivsystem nicht immer zerlegst.
Martin
Hallo Stephan,
ein empfehlenswertes Buch ist das Linux (Installation, Konfiguration, Anwendung) von Michael Kofler. Zur Zeit gibt es von dem Buch noch eine guenstige Jubilaeumsausgabe.
Dann gibt es von O`Reilly Buecher (Linux in a Nutshell) und die openbooks im Internet. Von dem Verlag gibt es noch ein kleines Minibuch fuer Linux, das praktisch ist, wenn man auf der Konsole arbeitet.
Es gibt noch von bhv Taschenbucher (gut ist das, wo shell Kommandozeilenprogramme an Beispielen erklaert sind und eine kleine Einfuehrung in C dabei ist).
Bei der Auswahl darauf achten, dass nicht zu viel Platz fuer graphische Oberflaechenbeschreibung und Abbildungen verbraucht wird. In Uni Buchhandlungen sind oft viele Buecher vorraetig (nicht wie viele dort gucken und dann im internet kaufen). Der lokale Buchhaendler kann die Bucher in der Regel auch alle beschaffen.
Und dann gibt es noch die verschiedenen Linuxmagazine. Relativ viel Auswahl haben hier oft die Bahnhofskioske. In Ruhe das Sortiment durchsehen. Dort wo ich die Magazine sichten darf, kaufe ich auch. Siehe hier im Forum auch mal ganz unten die “Partner Sites” Liste mit Links.
Zur Zeit im Ausland beorge ich mir ab und zu das Linux Magazine international. In einigen deutschen Bahnhofskiosken gibt es die englische Version auch zu kaufen, damit das Englisch nicht ganz vergessen wird… bei Linux braucht man Englisch, da einige Readme nur in Englisch gibt ….
Ansonsten googeln und noch mal googeln…
Viel Spass im Club der “Bastler”
[1] http://www.kofler.cc/linux7.html
[2] http://www.oreilly.de/openbook/
Also ich empfehle Einsteigern meist das Linuxpaten-Projekt [1]. Damit hat man einen persönlichen Ansprechpartner zur Hand. Aber auch im Netz gibt es viele Anleitungen, letztens bin ich über [2] gestolpert. In meinem Blog versuche ich auch gelegentlich Artikel zu verfassen, speziell über Probleme, über die meine Patenkinder gestolpert sind [3] (nach “Linuxeinstieg” suchen).
Aber auch im IRC gibt es viel Support. Beispielweise #linuxpaten oder #opensuse auf Freenode. Es gibt oft auch Channels zu einzelnen Programmen, in denen einem gern geholfen wird (beispielweise #amarok).
So, und jetzt wünsche ich viel Spaß mit deinem neuen System :-)
[1] http://linuxpaten.de
[2] http://linux-fuer-alle.de/
[3] http://krohlas.de/blog/
“Learning by doing” ist ja ganz nett, aber ich habe so ein Talent, dabei immer was falsch zu machen, und anschließend komplett neu-installieren zu müssen (wer Windows kennt, wird mich verstehen!)
Das System zerschießt man sich mit unnötigen Konfigurationsorgien und mit dem Wunsch, ständig die neueste Hardware und die neuesten Programme zu benutzen. Wenn man auf diese drei Dinge verzichtet, kann man produktiv mit dem Rechner arbeiten.
Erst einmal solltest du dir also überlegen, was du mit deinem Rechner überhaupt machen willst und dir dann die passende Software aussuchen. Und dann mit dieser Software warm werden. Ein allgemeines Linux-Buch wird dir zunächst die Bedienung der Oberflächen nahebringen, die du dir aber sicher auch selbst erschließen kannst. Danach kommen dann sofort Hilfen zu Konfiguration — genau das, was ein Anfänger, der nur mit dem Rechner arbeiten will tunlichst einem Profi überlassen sollte.
Solltest du aber selbst dein eigener Admin sein wollen, kommst du nicht drum herum, durch halb zerschossene Systeme zu waten und diese wieder flott zu kriegen. Das ist schließlich die Herausforderung am Admin-sein. Im Gegensatz zu Windows ist es auch nahezu immer möglich, ein durch Unachtsamkeit beschädigtes System wieder gerade zu biegen.
Ein genereller Rat: Kleiner Gang, nicht zu viel auf einmal einstellen. Wenn etwas kaputt ist, gleich heil machen, nicht warten, bis alles in Unordnung ist.
Jan
Bei den ersten SuSE Versionen – als SuSE noch keine eigenständige Distribution, sondern ein eingedeutschtes Slackware war – war das Linux Anwenderhandbuch als Sourcecode (LaTeX) dabei. Obwohl ich damals bereits mehrere Jahre Erfahrung mit anderen Unix Systemen hatte, war es immer ein Vergnügen darin zu schmökern, habs mir deshalb auch auf irgend einer Messe gekauft. Die 7. Auflage findest Du unter http://www.linux-ag.de/linux/LHB/, ob es noch aufgelegt wird weiss ich nicht, falls es Dir gefällt kannst Du ja mal bei Amazon.de oder Buecher.de suchen.
Viel Spass
Ingo
Hallo Alle zusammen,
auch ich kann noch meinen Senf dazugeben:
Ich habe Linux über einen Computerclub kennengelernt. Vertieft wurde das ganze wissen noch durch Lehrgänge (Handwerkskammer und Computerclub).
Was man aber für ein “Bastelsystem” noch machen kann ist ein VMWare installieren. Dort kann man dann so viel probieren wie man lustig ist. Leider ist die VMWare nicht kostenlos :-(
Have a lot of fun…
Karsten
Wow, bin überwältig von der vielen und vorallem freundlichen Hilfe! So macht Linux lernen doch Spaß!
Danke an alle!
Stephan
Hm, ich melde mich mal von der “Lernen durch Kaputtmachen” Fraktion. Den Kofler habe ich erst viel später besorgt, Internet und Foren und Manpages und die zum Teil gute Dokumentation brachten mich immer weitgehend weiter. Als Benutzer des Systems habe ich auch immer noch nicht programmieren gelernt, schlicht weil ich MIT dem Computer arbeiten will und nicht AM Computer. Soweit die (abgedroschen klingende) Intention.
Was ich wirklich sehr sehr sehr empfehlen kann ist, sich ein Debianderivat zu installieren und dieses BEHUTSAM zu aktualisieren. So hast Du auf jeden Fall ein ausfallsicheres Arbeitstier. Zum Herumspielen und Linuxen bietet sich, wie einer der Vorposter schon schrieb, eine zweite Linux-Installation an. Dort kannst Du dann den Userinhärenten Upgrade und Update-Trieb voll ausleben und wirst sehen was Du davon hast. Die Dokumente, mit denen Du arbeiten willst (bzw. die Ordner) solltest DU dann von der Spiel-Distribution entweder mit Symlinks ansteuern, oder bei der Arbeitsdistri die Rechte so setzen, daß die Gruppe Users zugriff hat (so Du alleiniger Nutzer deines Systems bist), denn auch bei mehreren Distributionen möchte bitte jede einen eigenen User bekommen, sonst gibt es Kuddelmuddel.
Ich kann die Installation einer Zweitdistribution auf jeden Fall absolut empfehlen, auch wenn es sich nach Overkill anhört. Es gibt nichts schöneres als in den Systeminnereien zu arbeiten, OHNE das ungute Gefühl, bei einem Fehler eventuell was zu zerschießen und womöglich die anfallende Arbeit danach nicht mehr termingerecht erledigen zu können.
Außerdem versetzt Dich das in die Lage, neue Distributionen zuerst auf Herz und Nieren zu testen, bevor Du dein laufendes System “auf Gedeih und Verderb” dem Distributor anvertraust. Das geht nämlich in schönster Regelmäßigkeit ins Beinkleid, auch wenn es absolut erstaunlich ist, daß 95% der Sachen glatt gehen bei einem Dist-Upgrade.
Debianbasierte Systeme für zum ganz einfach installieren: MEPIS, Ubuntu, Kubuntu, Kanotix (toll in der Basisinstallation, etwas “hakelig” in der Pflege, da Debian unstable), Knoppix. Ansonsten ist PCLinuxOS noch ein guter Wurf. Mandriva empfehle ich auch gerne als Hauptdistribution, allerdings bin ich von der aktuellen 2006 nicht begeistert. Aber auf Deinem System kann sie toll laufen, einfach ausprobieren. SuSE war ich am Ende einfach Leid, eine kürzliche Installation der 10.0 hat mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker gerissen, die Basisinstallation lief super, das Nachrüsten bzw. updaten (leider ohne Internet also von zuvor präparierten Datenträgern) war eine Qual. SuSE verbaut auch zum teil echt unfertige Software, gerade mit ihrem angepaßten OpenOffice 2.0 haben sie sich nicht mit Ruhm bekleckert, aber evtl. ist da dann schon ein Update da. Ist sowieso besser eine Vorhalbjahres-SuSE mit Patchen zu nehmen, als das neuste vom Neuen. Also von meiner ganz persönlichen Erfahrung heraus rate ich zu bebianbasierten Distributionen. Yast hin oder her. Zwei wunderbare Debian-Links sind anbei.
Benjamin
[1] http://www.debian-administration.org/
[2] http://debiananwenderhandbuch.de/
Herzlich willkommen in der Linux-Welt !
Meine Empfehlung:
Das große Buch zu SUSE Linux 10
Anleitungen zu Installation, Einrichtung & Co.
Dieses topaktuelle große Buch ebnet Ihnen kompetent den Weg in die neue Linuxwelt. Konsequent verständliche Anleitungen machen die Installation von SUSE Linux 10 ebenso…
Verlag: Data-Becker
Autor: Eßer, Hans-Georg / Dölle, Mirko
erschienen: 12/2005
Best.Nr.: DB-2550
Preis: 34,95 EUR
Nach meiner Meinung ideal für Einsteiger oder Umsteiger, da auf alle Themen in einer Sprache eingegangen wird, die das Thema verständlich machen. Die Authoren sind gleichen wie der Zeitschrift easyLinux (ebenfalls zu empfehlen).
Viel Spass, nicht gleich aufgeben, wenn es etwas anders geht als bei anderen Betriebssystem – dafür langfristig westenlich kostengünstiger ist !
Gruss, Karl