ForumLinux Netzwerk für Dummies
Reimar – Donnerstag, 03. Januar 2008 11:35 Uhr

Hallo zusammen,

ich möchte in unserem Feuerwehrgerätehaus ein kleines Netzwerk (ca. 5 Rechner) aufbauen.
Linux möchten wir aus folgenden Gründen einsetzen:
– ICH mag’s einfach (auch wenn ich’s noch nicht geschafft habe seit Suse V6.4 es so nebenher zu installieren)
– weniger/keine Probleme mit Vieren
– keine Probleme mit illegaler Software auf den Rechnern (etwa durch eifrige Jugenfeuerwehrmitglieder)
– Es fuscht nicht jeder in der Konfiguration rum

Meine Idee ist die:
– Suse 10.2 (weil ich mir das gekauft habe)
– Ein Rechner als Server und Haupt PC mit gespiegelter HDD (wegen der vielen Bilder). Der Rechner soll nur dann laufen wenn er selbst oder ein anderer Rechner gestartet wird (Remote heist das glaube ich)
– Server/Rooter, … als Tor zum WWW
– Die anderen PC in den jeweiligen Schulungsräumen als Satelit um den Server rum mit einer kleinen HDD.
– Ein Drucker/Scanner (evtl. Kombination) irgendwo im Gerätehaus als Teil des Netzwerkes

Die PC’s werden Spenden aus der Bevölkerung sein, somit haben die unterschiedlichste Konfigurationen was aber mittlerweile kein Problem mehr sein dürfte (oder ?)

Gibt es eine ander Möglichkeit für den Server? Etwa eine Blackbox mit HDD, die nicht viel Strom braucht, nix kostet :-) und unverwüstlich konfiguriert ist?

Vorab vielen Dank für jede Anregung
Reimar

3 Antworten
Dieter Drewanz – Donnerstag, 03. Januar 2008 20:25 Uhr

Hallo Reimar,

das finde ich toll, dass Du es mit Linux probieren willst. Es wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen, aber ich bin sicher Du findest hier genügend Unterstützung, auch wenn es etwas dauert bis die Antworten eintrudeln. Vielleicht ist noch ein örtlicher Linux Club in der Nähe oder jemand am Ort der sicher gerne Hilft. Linuxianer sind zwaar auch mal “Eigenbrödler”, aber auch diese helfen gerne Leuten, die für Feuerwehr, Rotes Kreuz und ähnliche, ihre Freizeit einsetzen um der Allgemeinheit zu helfen.

Betreffend der Anlage wäre es sinnvoll zu wissen, wie die Rechner räumlich verteilt sein werden. Wegen der Remote-Steuerung und dem Stromverbrauch wird das benötigt. Die Frage mit dem Stromverbrauch ist sehr gut. In einem Blog zu einem anderen Thema habe ich da etwas geschrieben (100W 7/24 180..200 Euro pro Jahr Stromkosten).

Wenn alle Geräte in einme Raum sind, DSL-Router, Server, Rechner, dann ist die Fernsteuerung recht einfach möglich mit einer (zentralen Master) and Slave Steckdosenleiste und Steckdosenverteilerleisten. Wenn ein Rechner eingeschaltet wird, dann werden DSL-Router und Server auch mit eingeschaltet. Shutdown müßtest Du mit einem Skript beim Server lösen, indem Du diesen weiterleitest an den Server und dieser nur dort ausgeführt wird, wenn der letzte Rechner herunterfährt (eventuell ist dieser zu verzögern, damit der Server vorher down ist, bevor die Masterleiste abschaltet). Wenn nur das DSL-Modem (Leistungsaufnahme 6-12W in der Regel) sich in einem anderen Raum befindet, dann könnte sich eine der günstigen Steckdosenfernsteuerungen (Leistungsaufnahme ca. 2W) fürs DSL-Modem/Router lohnen. Mein Multifunktionsdrucker (Leistungsaufnahme 15W-25W) Scanner/Drucker/Fax hängt auch an einer Steckdosenfernsteuerung. Ich empfehle Dir dass Du eine LAN fähigen Drucker nimmst. Ich habe diesen bei mir am DSL-Router (4 LAN Anschlüsse) angeschlossen. Was mir am Tintendrucker nichs so gefällt, dass beim Netzeinschalten immer Druckkopfreinigen macht.

Betreffend alter Rechner die Du bekommst, könnte es sein, dass Suse 10.2 eventuell doch etwas zu viel Resourcen verlangt. Nicht bei jeder Hardware wirst Du mit dem neuen Kernel glücklich sein. Für schwächere Rechner gehen auch Linuxdistros mit 2.4er Kernel wie Damn Small Linux, Mepis (mit abgespecktem KDE), Xubuntu 6.06, Debian 4er. Bei mir laufen diese auf “schwachen Rechnern” von 500Mhz bis 950 MHz mit 256MB Speicher ohne Probleme. Nur Divx/Mpg4 ab ca 1500×1000 fangen an zu ruckeln.

Als Server kann meistens einer der älteren Rechner ausreichen. Siehe dazu auch mal meine Messungen der Verbrauchs in dem Blog. Meistens können diese eine größere Festplatte nicht mehr (aus dem Grunde werden PC auch abgegeben). Dann gibt es immer die Erweiterungsmöglichkeit mit einer externen USB HD. Ich hatte eine 320 GB USB HD an einem Rechner der die 32GB Grenze kannte und es kein BIOS update für das Motherboard gab. Es gibt auch LAN Festplattengehäuse.

Es gibt billige entsprechende Minirechner, die wenig Strom aufnehmen: Ein Shuttle PC, ein ausgedientes Notebook (USB 2 läßt sich für die exteren HD mit PCMII-Karte nachrüsten), Thin Clients, mini-itx Rechner. Für günstige Mini-PC habe ich noch einen Link beigefügt. Vielleicht kommt mal jemand zufällig so weit ins Ausland und kann einen mitbringen (für mich auch!, linux-community moderator darf Dir in dem Falle meine Emailaddr geben).

Es gibt auch LAN Festplattengehäuse, wenn der Server nicht noch weitere Aufgaben für das Internet erfüllen muß. Dann ist ein Netzwerk nur aus DSL-Router, LAN-Festplatte und vier Arbeitsplatzrechner möglich. Ein Server kann später noch ergänzt werden.

Denke das reicht erst mal. Und viel Erfolg!

[1] https://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=24338
[2] http://www.ewayco.com/

Andreas M. – Donnerstag, 03. Januar 2008 21:01 Uhr

Hallo Reimar,

frag’ doch mal den PC Händler um die Ecke, ob er für Euch nicht einen PC als Server spenden kann.

Die zweite Platte für den Server wäre zu überlegen, weil sie zusätzlich 10W Leistung aufnimmt.

Besser ist natürlich ein neuer PC wegen der höheren Ausfallsicherheit.
Für ein neues NAS, also die schwarze Box, mußt du 500 – 600 € auf den Tisch legen.

Für den Internetzugang bevorzuge ich DSL Router. Das finde ich einfacher und sicherer. Den Linux-Server kann man ja trotzdem mit Squid als Webcache verwenden.

In der c’t 24/07 wurde ein leiser und sparsamer Windows Home Server selbst konfiguriert. Die Hardware eignet sich natürlich viel besser für Linux ;-)
Das Gerät kostet in Summe der Einzelteile ca. 500€ und nimmt bei 2 SATA-Platten ca. 50W auf.

Für ein NAS muß man auch mit 30-40W Leistungsaufnahme rechnen und ist damit bei weitem nicht so flexibel.

Gruß
Andreas

Ulf B. – Dienstag, 08. Januar 2008 00:27 Uhr

Hi,

so einen ähnlichen Server mit der Möglichkeit zur Hardware-Virtualisierung habe ich mir gerade zusammen geschraubt. Mit einer 500GB HDD, 2GB RAM, AMD BE-2300, MB mit integrierter Grafikkarte und Energieeffizienten Netzteil lag das System dann bei ca. 400,-€. Mit einer zweiten HDD kommt man dann noch mal ca. 100,-€ höher. Stromaufnahme ca. 100W (ein NAS kommt mit Netzteil unter vergleichbarer Last auf ca. 75W hat aber eine kleinere Lebensdauer und unflexibler).

Die Auswahl sollte man so treffen, das insbesondere die HDDs 24/7 fest sind (bei einigen Multimediaplatten und den meisten RAID-Platten der Fall – erkennt man meist an dem geringfügig höheren Preis). Alle Komponenten sollten zur Steigerung der Lebensdauer möglichst Kühl bleiben (Abfrage der Temperaturen per sensors [1]). Meines Erachtens sollte der Server sowie bei Tintenstrahldruckern auch dieser nicht abgeschaltet werden. Zum einen steigt die Lebensdauer der meisten Komponenten, zum anderen ist der Stromverbrauch beim Einschalten (Lüfterhochdrehen / Booten = Volllast / Druckerreinigung) wesentlich höher als im normalbetrieb). Nur bei mehrtägigen Abschalten, lohnt sich das. Evtl. kann aber auch ein Suspend to RAM (sofern Unterstützt) weiter helfen den Stromverbrauch zu reduzieren.

Tätigkeiten für den Server in seiner Freizeit findet man meist schneller als man denkt. Von einfachen Sichern der Daten auf langsamen Datenträgern bis hin zu mitloggen irgend welcher Info’s finden sich meist sehr schnell.

Alternativ kann man aber auch mit einem älteren Rechner mit Hochwertigen Komponenten starten und dort nach und nach einzelne Komponenten tauschen. Mein alter P166 mit ca. 196MB RAM und ASUS MB kam mit einer 40GB + 250GB HDD auch auf ca. 100W Stromaufnahme. Hier würde ich ein nur im Textmode laufendes debian oder openSUSE 10.3 (da im Textmode Ressourcen schonender als die Vorgänger) verwenden. Zumindest hat obiger Rechner mit openSUSE 10.3 schneller als mit 10.2 und Vorgänger gearbeitet. Empfehlenswert ist aber immer ein neuer HDD-Controller. Bei mir hat sich ein günstiger VIA-Controller mit USB 2.0, FireWire, PATA und SATA Support für etwas über 40,-€ sehr bewährt – da er alle aktuellen Schnittstellen nachrüstet.

Ciao
Ulf

[1] http://www.lm-sensors.org

Karsten Tröß – Montag, 07. Januar 2008 12:52 Uhr

Hallo Reimar,

es gäbe noch die Möglichkeit das Linux Terminal – Server – Projekt (LTSP5) zu prüfen. Wenn Du vielleicht einen Server (etwas leistungsstärkeren Rechner) als Spende bekommst ist es fast egal was die anderen PCs für eine Leistung haben, sie benötigen nicht mal eine Festplatte.

Zum Punkt aus einer Antwort von wegen große HDDs laufen wg. BIOS nicht: einfach für ca.40€ einen PCI – Controller kaufen, einbauen, Platte dranhängen, und los.

Teile uns deine Lösung bitte mit, damit auch andere was davon haben.

Bis dann
Karsten

Reimar – Dienstag, 08. Januar 2008 12:32 Uhr

Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für die Tipps. Das zeigt mir dass wir gar nicht so weit von der Realität weg sind :-)
Wir werden jetzt erst mal abwarten welche Rechner wir bekommen. Dann wird vermutlich noch eine Dokumentation über die Zutrittsberechtigung verlangt. Das könnte die von Ulf erwähnte Freizeitbeschäftigung des Servers sein.
Es werden sicher noch Fragen auftauchen wenn wir das ganze Material haben und spätestens bei der Installation der Hard- und Software werde ich mich wieder melden. Das Resultat werde ich natürlich auch Kund tun.

Noch ‘ne Softwarefrage: Ich habe mal versucht eine MS PowerPoint Präsentation in OpenOffice (von Suse 10.2) laufen zu lassen. Manche Darstellungen waren nicht wie im Original (hätte mich auch angenehm überrascht). Aber gibt es eine Möglichkeit MS-PP in OpenOffice etwa über “Pack and Go” unverändert darzustellen?

Gruß Reimar

Ulf B. – Donnerstag, 10. Januar 2008 23:22 Uhr

Hi,

also ich habe insbesondere bei PowerPoint (PP) auf OO.org eigentlich noch nie wirklich Probleme gehabt. Wichtig ist nur, dass man auf jeden Fall ein um ca. 1 Jahr neueres OO.org als die Version der PP verwendet. Da ansonsten die Features der neuen Version noch nicht haben einfließen können.

Du kannst aber dazu einfach die OpenSUSE 10.2 Repositories mit z.B. diesem Script [1] erweitern und anschließend ganz normal mit dem Updateprogramm updaten. Eine Beschreibung der Verfügbaren Repositories und deren Inhalt findest Du unter [2].

Alternativ kannst Du auch die Version 10.3 downloaden und installieren. Dort kann man die verfügbaren Repositories auch Komfortabel in YaST auswählen. Außerdem ist meiner Ansicht nach 10.3 auf älteren Systemen (insbesondere mit KDE) wesentlich flinker und Resorcenschonender (mein subjektives Empfinden).

Ciao
Ulf

[1] http://lug-vs.endlose-rekursion.de/index.php/Nuetzliche_Scripte#BASH-Script:_OpenSuSE_10.2_Repositories_aktualisieren
[2] http://www.opensuse.org/Additional_YaST_Package_Repositories