ForumLinux auf USB-Stick: Partitionierung und WLAN-Treiber
Ugglan – Mittwoch, 21. Juni 2006 10:04 Uhr

Hallo Communinty,
ich bin beruflich viel mit dem Notebook unterwegs und möchte das gerne nach Feierabend mit einer Live-Distri auf CD bzw. USB-Stick nutzen.

Dazu zwei Fragen, die bei Dokumentationen/FAQs irgendwie immer unter den Tisch fallen:

1.Installation einer Live-Distri auf USB-Stick:
Ich muß den Stick weiterhin als Wechselmedium unter Windows nutzen können, die Distri muß (muß sie?) also auf eine eigene Partition, für die Daten gibt’s eine FAT32-Partition, dazu muß das Teil bootbar sein.
Wie kommt denn Windows mit partitionierten Sticks klar?! Geht das problemlos wie mit einer einzigen Partition, oder zickt es dann rum?

2.Geeignete WLAN-(PCMCIA-)Karte:
Ich möchte mich nicht auf eine (selbstangepaßte) CD-Distri festlegen, und auch nicht ständig einen Datenträger mit Treibern/Installationsskripen neben der CD herumtragen.
Welche Karten/Chipsätze laufen denn jetzt nativ unter Linux? Das heißt ohne proprietäre Treiber oder Firmware, so daß die Sache von Anfang an ohne Download oder das Einbinden von Datenträgern läuft. Der Prism54-Chipsatz wird wohl gut unterstützt, aber die Firmware muß anscheinend wieder extra besorgt werden, da sie aufgrund von Lizenzbedingungen nicht in den Kernel eingebunden werden darf.
Da ich noch keine WLAN-Karte habe, möchte ich gleich eine aussuchen, die unkompliziert und auch unter Kernel 2.8… noch läuft.

Vielen Dank für Erfahrungsberichte, Hinweise oder Links,

Ugglan

4 Antworten
Florian E.J. Fruth – Mittwoch, 21. Juni 2006 23:11 Uhr

zu 1. würde ich sagen schau dir mal spblinux [1] an. das habe ich selber schon ausprobiert. es ist minimalistisch und ist normal auf usb-sticks mit 64-128mb einsetzbar. ein weiterer vorteil ist, das es sich auf einem fat-datei system wohl fühlt und keine extra partitionen benötigt, da die files in .tgz files gepackt sind und erst beim booten in eine ram-disk entpackt werden.
zu 2. kann ich dir leider nicht weiterhelfen ;)

fejf

[1] http://spblinux.sourceforge.net/

Ugglan – Donnerstag, 22. Juni 2006 13:12 Uhr

Hallo Florian,

danke für den Tip, spblinux kannte ich noch nicht. Sieht sehr interessant aus, wenn sich meine benötigten Programme darauf befinden, wäre es das, was ich suche.

Ugglan

Benjamin Quest – Donnerstag, 22. Juni 2006 10:19 Uhr

Zu 1): Windows ignoriert Partitionen mit ihm unbekannten Dateisystemtypen geflissentlich.

Zu 2): Mit der richtigen Distribution auf dem Stick sollten die wenigsten WLAN Chipsätze ein Problem bereiten. Die letzte MEPIS und die letzte Ubuntu haben beispielsweise meine PCMCIA D-Link Air DWL-610 nahtlos erkannt. Es gibt auch einige “Bauanleitungen” für die eigene USB Distribution.

Jetzt habe ich selber eine Frage: reicht ein Bootbares Live-CD-*.iso auf einer USB-Stick Partition wenn das BIOS von USB Booten kann, oder sollte man besser die Distribution regulär installieren ???

Gruß
Benjamin

Ugglan – Donnerstag, 22. Juni 2006 13:58 Uhr

Hallo Benjamin,

1) Naja, Linux ignoriert unbekannte Dateisysteme ja auch :-) (zumindest tauchen sie nicht in fstab oder /mnt oder so auf); ich meinte eigentlich, ob Windows in jedem Fall das fat-Dateisystem einbindet, egal was sich noch an Partitionen auf dem Stick tummelt.

2) Da eine Live-Distri auf dem Stick nur ca. 128MB beanspruchen soll, möchte ich daneben schon mit einer “ausgewachsenen” CD-Distri arbeiten können (wir reden hier von ca. 3 Monaten Auslandseinsatz!); die USB-Distri sehe ich nicht als vollwertigen Ersatz an, sondern als Ergänzung und immer-dabei-Linux.

Haben Mepis und Ubuntu denn Deine Karte ad hoc erkannt, oder war noch ein Download von Treiber/Firmware nötig (vielleicht automatisiert bei der Installation)?

10: Ohne WLAN kein Internet;
ohne Internet kein WLAN;
GOTO 10

Zum Iso-Image auf USB-Srick:
Das würde nur funktionieren, wenn USB-Sticks genauso wie eine CD organisiert sind (zumindest muß der Bootloader an der gleichen Stelle stehen) und das Image mitt “dd” direkt auf das Device “USB-Stick” geschrieben wird (wobei Du Deinen Stick auf die Speichergröße des Images reduzierst).

Schiebst Du das Image in eine eigene Partition, bleibt der Bootbereich des Sticks leer; dann müsste man vom Bootbereich sowas wie einen “Link” auf das Image setzen.

Ich muß gestehen, daß ich bisher zu faul und zu ängstlich war, um einfach meinen Stick zu nehmen und eine Live-Distri draufzuschmeißen. Der ist einfach viel zu praktisch, als daß ich ein paar Tage ohne ihn auskommen will :-) .

Beste Grüße

Ugglan

Benjamin Quest – Donnerstag, 22. Juni 2006 16:09 Uhr

OK, also bei meiner externen HD habe ich eine zweite Partition erstellt und ext3 formatiert. Unter Windows gibt es nur die vfat Partition, KDE fragt michbeim einschalten der HD für jede Partition extra was ich gern mit ihr täte (nichts, in Konq öffnen, in Systemordner öffnen). Beide Partitionen sind primäre Partitionen. Ich weiß jetzt nicht ob Windows FAT-Partitionen erkennt, die nicht die erste Partition sind wenn ein unbekanntes Dateisystem die erste Partition stellt. Aber dem Problem kann man ja vorbeugen.

Linux ignoriert die Fremdpartitionen zwar auch, aber es fremdelt halt grundsätzlich schon mal viel weniger :-)

Mit einem 2GB Stick könnte man ein 3 Monats-Linux schon komfortabel machen … aber wenn der Stick nur die User-Einstellungen und Dokumente enthalten soll, dann bietet sich MEPIS sehr an. Mepis hat eine on-the-go Funktion, die ich zugegebenermaßen noch nicht ausprobiert habe. Die otg Funktion kopiert Dir deine pers. EInstellungen in einen Ordner deiner Wahl und läßt sich dann im Live-Betrieb wieder einbinden.

Mepis und Ubuntu haben beide im Live-Modus die WLAN karte erkannt, ohne ndiswrapper oder Treiber-CD. Einfach nur ESSID angeben (und WEP Schlüssel) ifdown wlan0 ifup wlan0 und da ist das Netz. Wie es mit anderen Karten aussieht kann ich schlecht sagen, allerdings weiß ich daß MEPIS immer noch einige extra-Module baut (sl-modem z.B.), ob die auch schon auf der Live-CD drauf sind weiß ich nicht, aber ich vermute, daß Warren an WLAN Treibern alles draufpackt was geht. Eine Garantie ist das aber natürlich nicht. Das neuste MEPIS ist ohnehin ein Kubuntu mit Kirsche auf der Sahne. RC2 ist gerade draußen, die Final ist für den 10.7. angesagt. Ich hatte die beta4 installiert und bin sehr angetan (bisher updates mit apt/synaptic).

Ansonsten ist Knoppix oder Kanotix noch ein guter Wurf, da waren allerdings noch ndiswrappereien für das WLAN nötig. Kanotix easter edition, Knoppix 5.0.1.

Grüße
Benjamin

Ugglan – Donnerstag, 22. Juni 2006 19:39 Uhr

Hallo Benjamin,

> Mepis und Ubuntu haben beide im Live-Modus die WLAN karte erkannt, ohne ndiswrapper oder Treiber-CD.
> Ansonsten ist Knoppix oder Kanotix noch ein guter Wurf, da waren allerdings noch ndiswrappereien für das WLAN nötig. Kanotix easter edition, Knoppix 5.0.1.

Hm, das sieht für mich so aus, als ob Mepis und Ubuntu automatisch die Windows-Partition durchsuchen und den Treiber mit ndiswrapper einbinden, während Kanotix und Knoppix das nicht tun. Kann das sein?

In dem Fall könnte ich auch den im Notebook verbauten WLAN-Chip verwenden… wobei noch das klitzekleine Problemchen wäre, daß es für den keinen Windows-Treiber auf dem Notebook gibt (läuft unter Win2000, Treiber gibt’s nur für XP). Also Treiber oder Recovery-CD besorgen, irgendwie versuchen, den benötigten Treiber zu isolieren, ins home-Verzeichnis auf dem USB-Stick kopieren und bei jedem Start manuell einbinden…

Ich will mich eigentlich von solchen Umständlichkeiten “freikaufen”. Es ist nicht das Problem, ob die Karte 20 oder 50 Eier kostet, ich möchte einfach unabhängig von Treiber-/Firmwarequellen sein.

Viele Grüße,

Ugglan

Benjamin Quest – Donnerstag, 22. Juni 2006 23:23 Uhr

Nein, das Paket ndiswrapper ist zwar bei beiden Distributionen dabei, der Treiber für die DWL-610 ist aber ein queloffener Linux-Treiber und keine Windows-dll. Hier wäre ein kompetenter WLAN Artikel [1] und hier eine Seite des linux-wlan projektes mit einer (leicht angestaubten) Hardwarekompatibilitätsliste. Mit 6 Monate alten Centrinos sollte es aber nur sehr unwahrscheinlich Probleme geben.

Grüße
BEnjamin

[1] http://www.siliconvalleyccie.com/linux-hn/wmp11-linux.htm
[2] http://www.linux-wlan.org/

Ugglan – Dienstag, 27. Juni 2006 19:00 Uhr

Hallo,

unter linux-wlan scheint was brauchbares dabei zu sein… schließlich habe ich hier noch ein paar interessante Hinweise gefunden:

http://forums.gentoo.org/viewtopic-t-458056-highlight-wlan.html

Die Suche geht weiter… ich schreibe noch mal (Zwischen-)Ergebnisse. Wenn auf Arbeit nur nicht gerade so viel los wäre :-(

Viele Grüße,

Ugglan

Ralf Moortz – Freitag, 23. Juni 2006 13:46 Uhr

Mal eben schnell:

a) Es gibt ein “plug in” fuer Windows. Nach Installation kannst Du dann mit ext2 formatierte Medien auch unter Windows voll nutzen (lesen, schreiben). D.h., Stick mit ext2 formatieren und sowohl unter Linux als auch XP etc. vollwertig nutzen. Link: http://ext2fsd.sourceforge.net/projects/projects.htm#ext2fsd

b) PuppyLinux ist ein Mini-Linux welches komplett in den RAM bootet (512 reichen vollkommen aus). Wenn Du das nutzt hast du dein CD-Laufwerk frei.

Lutz Golke – Freitag, 23. Juni 2006 15:46 Uhr

hi,

alternativ [1]

hth,
Lutz

[1] http://www.fs-driver.org

Ugglan – Dienstag, 27. Juni 2006 18:54 Uhr

Hallo,

ext2-Unterstützung für Windows löst leider das Problem mit dem Datenaustausch nicht… ich kann schließlich nicht jeden Kollegen erstmal ‘nen Treiber installieren lassen, um meinen USB-Stick zu lesen (von den Industriesteuerungen, an denen ich arbeite, gar nicht zu reden).

Für privat wird das erst interessant, wenn ich Windows auf meinem Rechner Zuhause installiere, was für den 1. April 2036 geplant ist :-) .

Viele Grüße,

Ugglan

Chris07 – Sonntag, 25. Juni 2006 17:44 Uhr

Zu 1: Versuch mal MCNLive –
siehe Links.

Du kannst den USB Stick mit FAT16 oder FAT32 benutzen, neue Partitionen nicht noetig. Installation grafisch mit ein paar klicks. Kombination von Live CD und Stick ist auch moeglich fuer alte PC’s, die nicht von USB booten koennen.
Passt auf einen 512 MB Stick.

–chris

[1] http://home.tiscali.nl/berenstraat/index_de.htm
[2] http://home.tiscali.nl/berenstraat/usblive_de.htm