Ich verwende eine alte HP Vectra (Pentium pro 233Mhz) als Router. Da ich sie einmal hatte, hatte ich ein minimales System mit Suse9.1 mit 2.6er kernel drauf gebracht. Das lief auch ganz gut bis zur Kernel-Version 2.6.5-7. Beim nächsten online-update des kernels war es dann vorbei. Der kernel läßt sich nicht mehr laden. Nach der uncompress-meldung fällt die Maschine auf einen Warmstart zurück. Na gut, habe ich mir also den Vorgängerkernel wieder aktiviert und Suse geschrieben. Leider keine Antwort bekommen.
Aber es scheint auch kein Problem von Suse zu sein. Mit einer Knoppix mit 2.6er Kernel >2.6.5 passiert es ebenfalls. Sieht also nach einem Kernelbug oder einem Hardwareproblem aus, welches durch Änderungen im kernel jetzt wirksam wird. Der 2.6.5 läuft jedenfall problemlos und performant.
Zwei Fragen: Kennt jemand das Problem? Und wenn nein, wie kann man denn da näher rankommen, wo das Problem auftritt. Für einen Bugreport sind die Infos, die ich habe sehr dürftig. Damit traue ich mich jedenfalls nicht ins bugreportsystem.
Es muß alles wegsemmeln bevor der kernel die erste Meldung ins log schreibt, denn da kommt nichts an. ACPI und dergleichen abschalten beim boot habe ich probiert. Das ändert alles nichts.
Ohne naehere hardwareconfigdetails und die Kernelconfig kommste da wohl nicht weiter bitte mal die hardware genauer spezifizieren!
gruß mike
Hallo Günther,
Mike hat erst mal Recht, dass konkrete Hilfe nur mit konkreter Kernel-Konfiguration möglich ist. Allerdings vermute ich, dass Dir da die Kennung fehlt und Du nur den Standard-Kernel von SuSE genommen hast. Insofern ist es doch ein SuSE-Problem, weil die die spezielle Konfiguration vornehmen. Ich habe zwar nur eine HP Kayak mit Dual-Pentium 500 (ist also nicht voll vergleichbar). Dort läuft ein debian mit Kernel 2.6.10 (vorher 2.6.9, 2.6.7 und auch 2.4.x) ohne Probleme.
Wird mit lilo oder mit grub gebootet?
Wird mit initrd oder ohne initrd gebootet?
Ist die root-Partition auf IDE oder SCSI?
Ist der boot-sektor auf der gleichen Platte?
Soviel Fragen, die erst mal eine Rolle spielen können.
mfg
Andreas
ok, mehr details
Vectra VE 5/xxx series 4, pentium pro 233 MHz, 192MB HS
IDE-Festplatte 8GB, realtek Netzkarte + Fritzcard dsl, onboard grafik (cirrus logic)
Chipsätze soweit ich sie rausgekriegt habe:
Intel 82371SB PIIX3 Natoma/TritonII
Intel 440FX-82441FX PMC Natoma
letzter bei mir laufender kernel 2.6.5-7.111-default von suse
boot mit grub und initrd, ide Platte standardmäßig zerlegt (boot, /, home)
tja, aber wie gesagt mit einer knoppix 3.6 aus dem Sonderheft 4/2004 vom Linuxmagazin habe ich denselben Effekt, wenn ich versuche den 2.6er kernel der da mit drauf ist zu booten. Der 2.4er laeuft problemlos und die Suse kernel für die 9.1 bis zu obiger Version ebenfalls.
Ich habe probeweise auch mal die 9.2er installation angeworfen. Da bricht ebenfalls alles beim Laden des kernels zusammen.
Ich finde das schon ein bischen schade, denn eine der großen Stärken von Linux ist es ja, daß es auch auf alter hardware läuft. Es ist ja vermutlich auch nur eine winzige Inkompatibilität, die da reingerutscht ist. Wäre schon schön, die wieder rauszukriegen. Man muß diese Wegwerfgesellschaft ja nicht unbedingt fördern und für einen kleinen Rooter reichen 200 megaherz doch allemal.
Hallo Guenther,
schon mal versucht ohne initrd zu booten? Mit einer IDE-Platte ist diese nämlich meist unnötig.
Unter knoppix
failsafe26
versuchen.
Bitte
/boot/config-2.6.x
posten (x als Versionsnummer), um zu sehen, was SuSE da reingepackt hat.
mfg
Andreas
Hi Andreas
danke fuer den Tip, ich glaube, ich nähere mich dem Problem.
Ich habe mal die Suse-Configs verglichen und da sind die Unterschiede gar nicht so groß.
Ich habe mich oben leider verguckt. Der 2.6.5-7.111 läuft nicht. Ich habe ja gerade nach dem verunglückten online-update einen älteren kernel wieder reaktiviert und ihn in die grub-Konfiguration als default eingetragen. Nach einigem Experimentieren mit den gespeicherten Patches sieht es nun so aus:
letzter laufender kernel: 2.6.5-7.75
wenn ich mir ein diff mache der Konfigurationen zwischen der .75 und der .111, dann ergeben sich folgende Konfigurationsunterschiede:
24c24
< CONFIG_LOG_BUF_SHIFT=14
---
> CONFIG_LOG_BUF_SHIFT=17
108d107
< CONFIG_VSYSCALL_GTOD=y
301c300
< CONFIG_FTL=m
---
> # CONFIG_FTL is not set
303c302
< CONFIG_INFTL=m
---
> # CONFIG_INFTL is not set
600a600
> CONFIG_MEGARAID_LEGACY=m
625c625
< # CONFIG_SCSI_INIA100 is not set
---
> CONFIG_SCSI_INIA100=m
1167a1168
> CONFIG_E1000_NEW=m
1897c1898
< # CONFIG_MWAVE is not set
---
> CONFIG_MWAVE=m
2867c2868
< CONFIG_RELEASE="7.75"
---
> CONFIG_RELEASE=”7.111″
Eigentlich kommen da nur die VSYSCALL oder die beiden FTL-Optionen in Frage, ggf. diese Megaraid-Option falls es ein Konfigurationsproblem ist, oder?
Hallo Guenther,
das sind wirklich nur wenig Unterschiede, wobei sowieso fraglich ist, wass der Schritt von 2.6.5-7.75 zu 2.6.5-7.111 überhaupt bringt. Ich hätte die ketzerische Idee, den Original 2.6.10 zu saugen und selbst zu übersetzen. Allerdings sind dann keine SuSE-“Anpassungen” drin. In jedem Fall würde bei Updatewillen allein das Neuübersetzen helfen. Also SuSE-Kernel-Quellen holen, die Änderung in der config ausführen und compilieren. Als einzigen für den frühen Abbruch des Systemstarts relevanten Unterschied sehe ich
CONFIG_VSYSCALL_GTOD=y
Die anderen Sachen werden als Modul konfiguriert und sind somit erst später von Bedeutung.
mfg
Andreas
Falls es hilft: Dies ist kein Pentium Pro (Sockel 8), sondern ein gewöhnlicher Pentium 233 MMX (Sockel 7). Mit dem 233MHz Pentium mit Multimedia-Befehlserweiterung verabschiedete sich Intel vom Sockel 7 und wandte sich dem Slot 1 zu, dessen Prozessor auf der Entwicklung des Pentium Pro basiert. Der im vorliegenden Board eingesetzte Chipsatz stammt nicht von Intel. Es handelt sich laut Handbuch um den SIS 5581 (North) kombiniert mit dem NS87317 (South)für die heute mit “Legacy” bezeichneten Peripherieschnittstellen.
[1] http://h200004.www2.hp.com/bc/docs/support/SupportManual/bpv03974/bpv03974.pdf
Hm, cpuinfo sagt:
processor : 0
vendor_id : GenuineIntel
cpu family : 6
model : 1
model name : Pentium Pro
stepping : 9
cpu MHz : 233.049
cache size : 256 KB
Die Chipsatzbezeichnungen habe ich in /var/lib/hardware/unique-keys gefunden.
Seltsam.
Die Modellbezeichnung habe ich über die id-Kennung von hp ermittelt, auf dem Gehäuse drauf steht außer vectra ja nichts Genaues sonst.
Eigentlich würde ich der Hardwareerkennung von Linux trauen. Vielleicht hat einer mal im Innenleben des Gehäuses das Board ausgetauscht. Ist eine Maschine, die verschrottet werden sollte und ich fand, daß es schade drum ist. Bis zu obigem kernel hatte ich ja auch keine Probleme damit. Linux ließ sich problemlos installieren und läuft bis heute auch tip-top. Nur kernel-upgrades gehen eben nicht mehr. Und da muß sich offensichtlich in der Standardgenerierung was prinzipielles geändert haben, da ja auch mit knoppix&2.6er kernel kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist.
Einerseits ist es schade um die Zeit, aber andererseits wurmt es mich, so ein Problem ungelöst hängen zu lassen. Irgendwie kriege ich das raus. Werde mir wohl doch mal Compiler und Sourcen installieren und mit eigener kernel-Generierung experimentieren. Eigentlich wollte ich das vermeiden – was soll ein Compiler auf einem Router. Aber mit Crosscompile anzufangen habe ich noch weniger Lust.