ForumKamera auf USB wird nicht mehr erkannt
guido bruns – Mittwoch, 02. März 2005 22:46 Uhr

Hallo Leute,

als Anfänger plage ich mich mal wieder mit einem Problem, dem ich nicht auf die Spur komme. Meine Digitalkamera hat bisher gut funktioniert, erst jetzt seid ein paar Tagen wird sie nicht mehr erkannt. Ich arbeite mit SUSE 9.0 und habe dazu eine Vivitar Vivicam 3735. Sonst habe ich sie über ein USB Kabel mit dem Rechner verbunden und sie wurde mir als zusätzliches Laufwerk auf der Arbeitsoberfläche dargestellt.
Wenn ich sie jetzt einstecke bekomme ich in der /var/log/messages folgende Meldung: “xxx kernel: hub.c: connect-debounce failed, port 1 disabled “

Ich wüßte nicht dass ich etwas an der Koniguration geändert hätte.

Über jede Hilfe wäre ich dankbar, ich hoffe das ich sie dann auch verstehe;-)

gruß
guido

1 Antwort
guido bruns – Donnerstag, 03. März 2005 14:13 Uhr

Ich hab noch etwas festgestellt:
Obwohl die Kamera nicht angeschlossen ist, habe ich ein Laufwerk sda1 unter /media

Das hatte ich sonst nur nach dem einstecken.
jetzt wollte ich es mal aushängen, bekomme aber nach umount die Meldung:
umount: /media/sda1 ist nicht eingehängt
Es wird mir aber ja im Konqueror angezeigt.
Ok, dachte ich! Nicht eingehängt, dann schließe ich die Kamera an und mounte sie. Aber:
mount: Konnte /media/sda1 nicht in /etc/fstab oder /etc/mtab finden

Was soll ich tun?

Guido

Benjamin Quest – Donnerstag, 03. März 2005 16:38 Uhr

… bin mir nicht sicher ob SuSE mit der Version 9.0 schon angefangen hat mit udev und subfs oder supermount. Drei Böhmische Dörfer für Dich, also nochmal in –verbose mode: SuSE versucht Dir das Leben leicht zu machen indem es eine eingesteckte kamera versucht automatisch einzubinden, dazu muß es folgendes tun: das Gerät erkennen, daraufhin eine Geräteklasse auswählen, einen Ordner in /mnt anlegen (/mnt/camera zum Beispiel), und einen Eintrag in die fstab und die mtab schreiben. Die fstab dürfte wohl die am meisten händisch editierte Datei von Linux sein, gleich nach der XFree86.conf. In der fstab findest Du nun die Anweisungen an das System, wie es mit den Laufwerken und Partitionen umzugehen hat.

Wenn Du die fstab veränderst, dann mach vorher eine Kopie davon unter anderem Namen (fstab_old).

Laß die Kamera ausgesteckt, öffne eine Konsole und gib su kate /etc/fstab ein. Oder öffne die Datei klassisch, der Texteditor sollte aber root Rechte haben. Wenn in der fstab noch ein Eintrag zu sda1 ist, dann nimm diese Zeile raus. Sollte es die letzte Zeile der Datei sein, stelle sicher noch eine leere Zeile unten dran zu lassen. Datei sichern (und vor der Modifikation unter anderem Namen gesichert haben). Selbiges Procedere führst Du mit der /etc/mtab durch, da sollte die Kamera auch /dev/sda1 heißen. System neu starten. Wenn dein Problem nur durch einen wie auch immer gearteten “verschlucker” hervorgerufen wurde solltest Du die Kamera jetzt wieder normal anschließen können.

In Konqueror in der Adresszeile auch mal man:/mount eingeben.

[1] http://www.die.net/doc/linux/man/man8/mount.8.html

guido bruns – Freitag, 04. März 2005 08:24 Uhr

Hallo Benjamin

ich habe jetzt mal in die fstab eingetragen:
/dev/sda1 /media/sda1 auto ro,noauto,user,exec 0 0
ein Eintrag sda1 war vorher nicht drin. Ich habe mich bei dem Eintrag an denen von CD und DVD orientiert.

in die mtab habe ich dann nur geschrieben:
/dev/sda1

sollte ich da etwas dazu schreiben?

ich habe dann versucht sda1 zu mounten, bekomme aber als Antwort:
mount: /dev/sda1 ist kein gültiges blockorientiertes Gerät

Es ist aber nach dem einstecken aber auch nichts von selbst erkannt worden.

Noch mal zu dem in /media angezeigten Laufwerk sda1, welches ja gar nicht da ist.
Kann ich das nicht einfach löschen?
Sollte ich prüfen ob das irgendwo noch eingebunden ist?

Benjamin Quest – Freitag, 04. März 2005 10:24 Uhr

/media/sda1 nicht löschen, den Ordner (es ist ein Ordner, kein Laufwerk) braucht es. Die Anderen Einträge sind soweit korrekt. Um die fstab “ans System zu übergeben” solltest Du einmal neu starten.

Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher ob die SuSE mit ihren Automatismen Dir da keinen Strich durch die Rechnung macht. Ansonsen gibt es auf dem SuSE Support Portal einen Artikel, wie man das “alte”, also das klassische manuelle Mountverhalten wiederherstellt. Dazu mußt Du supermount oder automount oder udev oder subfs (das steht aber im Artikel) deaktivieren. Dann sollte es mit der oben beschriebenen Methode auf jeden Fall gehen.

Ist aber nur ein Workaround, wie man den Automaten wieder in Gang setzt findest Du wahrscheinlich eher in den Mailinglisten von SuSE, obwohl ich zugebe, daß die Suche dort etwas beschwerlich ist.

Um zu sehen, ob Dein Gerät grundsätzlich “angekommen” ist, mach mal ein dmesg auf der Konsole, dann Kamera einstecken, dann noch ein dmesg. Die letzten paar Zeilen sollten Deine Kamera betreffen. Wenn da NIX kommt, dann ist wohl eher der USB Port tot (oder was im USB subsystem faul).

Benjamin

guido bruns – Freitag, 04. März 2005 13:44 Uhr

Hi Benjamin,

auch nach Neustart keine Besserung.
Bei dmesg sind einige neue Zeilen nachdem ich die Kamera einstecke.

Noch mal zu dem Ordener sda1:
Die Kamera hat ja lange einwandfrei funktioniert. Wenn sie nicht einsteckt war, gab es den Ordner sda1 nicht. Sobald die Kamera eingesteckt wurde, war plötzlich das Verzeichnis auf der Arbeitsoberfläche da. Vielleicht liege ich damit ja voll daneben, aber stutzig macht mich das.

Benjamin Quest – Freitag, 04. März 2005 16:10 Uhr

OK, USB lebt, hotplug ist tot. Oder wie lauten die neuen Zeilen nach 2. dmesg …

Schau Dir bitte mal die SuSE Support-Portal Lösung an.

Zur Erklärung: Grundzustand deines funktionierenden Systems ohne Kamera: kein Eintrag in der fstab keiner in der mtab und kein Ordner in /media.
Kamera einstecken -> hotplug entdeckt kamera, udev klamüsert Geräteklasse raus, submount (?) legt den Ordner /media/geraet an und wer sich um die Einträge in der fstab und der mtab kümmert weiß ich jetzt nicht (subfs??).

Auf deiner Arbeitsfläche erschien kein Verzeichnis sondern nur ein Link zu /media/gerät. sda1 ist ein Ordner und ein Gerät /media/sda1 ist ein Ordner in den der Inhalt vom Gerät /dev/sda1 gespiegelt wird.

Wenn Du noch eine Aktion identifizieren könntest, die für das plötzliche Fehlverhalten von hotplug verantwortlich sein könnte … nix gemacht?, einfach so von heute auf morgen ging es nicht mehr? Dann solltest Du mal einen Plattencheck machen.

Mich macht eher deine original /var/log Fehlermeldung stutzig, aber wenn dmesg Vollzug meldet, ist das Hub nicht tot. Trotzdem mal andere hubs ausprobiert?

guido bruns – Dienstag, 15. März 2005 11:39 Uhr

Hallo Benjamin,

offenbr ist es gar nicht mein Rechner, sondern die Kamera, die die Probleme macht. Ich hatte sie jetzt mal mit zu einem Bekannten mit XT.Dort eingesteckt, sagt der Rechner zunächst neue Hardware gefunden, dann daß es Probleme mit der Hardware gibt und er sie nicht öffnen kann. Das Verbindungskabel dringelassen und mal eine andere Kamera versucht und es ging.

Ich denke ich werde mich jetzt mal mit der Kamera befassen.
Danke dir trotzdem für deine Hilfe.

guido

guido bruns – Mittwoch, 23. März 2005 11:58 Uhr

Da bin ich wieder,
mit der Kamera bin ich nicht weitergekommen.
Hab also mal wieder jemanden besucht, diesmal einen MAC-Nutzer.
Siehe da, die Kamera wird sofort einwandfrei erkannt.
Also darf ich bei mir weiter nach dem Fehler suchen.
Da das ganze nur eines von vielen Problen ist, kann ich nur sagen, daß es einen Laien, der mit Linux anfangen will nicht nicht gerade leicht gemacht wird.
Um Missverständnissen vorzubeugen: das ist kein Vorwurf.

Na dann will ich mal weiter nach Informationen suchen, die etwas mit dem Thema zu tun haben und die ich auch verstehe (wenigstens ein bisschen).

einen schönen Tag noch

Guido