ForumIst es ratsam einen Virenscanner für LINUX zu installieren, wenn ja wie geht das
Norbert Riedel – Dienstag, 23. Januar 2007 19:50 Uhr

Hallo,

ich habe nahezu komplett auf Linux (SUSE 10 oss) umgestellt. Linux hat zwar eine eigene Firewall, wie aber ist es mit einem Virenscanner. Ich bin über einen Router mit DSL 2000 am Netz, bin ich mit Linux sicher vor Viren, oder sollte eine Viren-SW installiert werden. Ich habe von AntiVir die SW heruntergeladen, vefüge jetzt über den *.tar file wie geht es jetzt weiter; mit tar -xvf antivir.tar auspacken aber was dann. Wer kann mir eine verständliche Anleitung schicken ( ich bin Linux betreffend noch kein Experte ). Oder lasse ich die Installation weil Linux sicher vor Viren ist.
Ich bin für jede Antwort dankbar.

Norbert Riedel

3 Antworten
Ugglan – Mittwoch, 24. Januar 2007 04:58 Uhr

Hallo Norbert,

in Kürze: Soweit mir bekannt, gibt es zur Zeit keine Linux-Viren in freier Wildbahn. Das kann sich natürlich über Nacht ändern, außerdem könnten Viren Betriebssystem-unabhängig über z.B. Java-Code und Dokumente mit Makrofunktionen ausgeführt werden. In der Regel sind aber auch Makroviren auf Windows ausgerichtet und laufen auf Linux nicht, weil Verzeichnispfade oder Dienste nicht existieren oder schlicht die Zugriffsrechte fehlen.

Falls Du nur mit Linux arbeitest und auch keine Dateien aus dem Internet an Windows-Rechner weitergibst (im LAN oder z.B. an Bekannte), würde ich mir den Virenscanner schenken.

In diesem Fall tust Du mehr für Deine Sicherheit, wenn Du die Netzwerkdienste auf Deinem Rechner durchgehst und alles konsequent abschaltest oder deinstallierst, was Du nicht benutzt.

Soviel meine Ansicht zum Thema Viren.

Viel Grüße,

Ugglan

Roland Welcker – Donnerstag, 25. Januar 2007 10:54 Uhr

Ist einleuchtend, aber welche Netzwerkdienste brauche ich denn, wenn der Rechner nur einen Router hat und an kein Netz angeschlossen ist?
Roland

Ugglan – Montag, 05. Februar 2007 15:48 Uhr

> […] welche Netzwerkdienste brauche ich denn, wenn der Rechner
> nur einen Router hat und an kein Netz angeschlossen ist?

Der Begriff “Dienst” ist etwas irreführend. Mit Netzwerkdienst ist schlicht alles gemeint, was Daten aus dem Netz empfängt oder sendet. Dazu gehört ein Browser genauso wie der Webserver Apache, den viele Distris mit installieren und starten, auch wenn das für die wenigsten Desktop-Kisten Sinn macht. Des weiteren läuft vermutlich ein ssh-Client (sicheres Remote-Login; Standard unter *nix, in der Win-Welt leider kaum verbreitet), und diverse Clients für Netzwerkdienste abseits des WWW, wie Netzwerk- und Druckerfreigaben, ftp, BitTorrent, Chat…

Was Du davon brauchst, hängt davon ab, was Du im Netzwerk machen willst und ist mit einem Satz nicht zu beantworten. Viele Protokolle, wie ftp, werden fast ausschließlich von anderen Programmen genutzt, die dann evtl. nicht mehr oder nur eingeschränkt laufen.

Für eine reine Surfkiste würde ich http, ftp und ssh drauflassen sowie das Protokoll, über das sich Deine Distri ihre Updates besorgt :-) . Den Rest erstmal nur deaktivieren, falls einige Dienste doch noch gebraucht werden.

Gruß

Ugglan

Benjamin Quest – Mittwoch, 24. Januar 2007 21:16 Uhr

Da gab es schon mal eine interessante Diskussion hier [1]. An dem Stand hat sich meines Wissens nicht wesentlich was verändert. Dann gab es vor einem Jahr jemanden, der die gängigsten Windowsviren mal in den Emulator WINE geschickt hat [2]. Linuxviren in freier Wildbahn? Das Gerücht taucht immer wieder mal auf und wird meist von Virenscannerprogrammherstellern irgendwie lanciert.

Klar wirklich SICHER ist nix auf der Welt. Ein Virenscanner unter LInux hat aber noch andere Vorteile: man muß ja nicht jeden Schei#, den man geschickt bekommt (und gegen den man immun ist) eventuell unachtsam forwarden und weiterstreuen … bei mir übernimmt das Scannen aber eh der Provider und soviele Datenträger von anderen Maschinen bekomme ich nicht unter den Laser, daß es sich dafür lohnen würde.

Ergo würde ich sagen, solange Du keinen Mailserver betreiben willst, sondern nur “Desktop-Linux” fährst würde ich mir keine großen Gedanken machen. Wenn Du einen hohen Datendursatz von Fremdrechnern hast, dann eventuell schon, nicht primär zum eigenen Schutz, sondern eher den Windows-Kollegen gegenüber.

Benjamin

[1] https://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=15976
[2] http://os.newsforge.com/article.pl?sid=05/01/25/1430222&from=rss

BiBaBuzemann – Donnerstag, 25. Januar 2007 18:56 Uhr

Hallo,
ist natürlich alles richtig was die anderen sagen.
Falls du aber mal so ein ding ausprobieren willst, kannst du dir hier [1] downloaden.
Mit “tar -xzvf antivir-workstation-pers.tar.gz” auspacken in das verzeichniss wechseln und mit root rechten die datei install z.B.: “./install” oder “sh install” ausführen. Einfach den anweisungen folge leisten.Anschließend ein fach in der konsole oder einem xterm “antivir-gui” eingeben. Vorher aber deinen benutzer in die /etc/group in der neuen gruppe antivir eintragen, einmal abmelden und wieder anmelden.Außerdem solltest du ein Funktionierendes Java installiert haben damit die Graphische schnittstelle funktioniert. sonst kannst du den Scanner nur als komandozeilen Tool nutzen, und musst dich dann halt mit den vielen Optionen auseinandersetzen, in dem fall ein fach “antivir –help” eingeben.

Wie schon gesagt ob du da dann was drauf findest wage ich zwar zu bezweifeln da es praktisch keine Linuxvieren gibt. Aber vielleicht hast du ja spass dran.

[1] http://www.free-av.de/