Forumgibt es einen freien Audio-Sampler?
GoaSkin – Dienstag, 25. März 2008 23:54 Uhr

Ein Sampler ist in jedem Musikstudio eine wichtige Komponente. Traditionell handelt es sich dabei um
ein Gerät, das individuelle Audio-Daten für jede denkbare Tonhöhe eines Instrumentes in den Speicher
lädt, um diese mit Hilfe eines MIDI-Keyboards abzuspielen. Heutzutage erledigt dies meist Software, da
Sampler-Programme kaum Rechenleistung beanspruchen und zu dem einfacher zu bedienen sind als
ein Gerät mit kleinem LCD-Display und aufwendiger Menüführung. Während es für die DSSI-Schnittstelle
massig Synthesizer-Applikationen gibt wurde ich nach einem Sampler nicht fündig – noch nicht einmal
als eigenständiges Programm für den Jack-Audioserver. DSSI erlaubt zwar (bedingt) auch die Nutzung
von Windows-VST-Plugins, jedoch gibt es auch für diese Schnittstelle scheinbar nur kommerzielle
Applikationen, deren Einsatz unter Linux auf das Problem stößt, daß Sample-CDs nicht erkannt werden,
solange es sich nicht um Giga-Sampler-Dateien mit einem gewöhnlichen CD-Dateisystem handelt. Weit
verbreitet sind AKAI-CDs, die mit speziell partitionierten Wechseldatenträgern samt Dateisysteme
arbeiten, die in einem mit WINE geladenen Plugin nicht sinngemäß eingelesen werden können.

Ich produziere zwar normalerweise mit Logic Audio unter Mac OS X, würde gerne aber wieder einmal
austesten, was sich in einer Linux-Umgebung bei Einsatz von Rosegarden alles machen lässt. Was
Samples betrifft lassen sich zwar Soundfont-Dateien prima nutzen; dieses Format wird aber bei
Musikern kaum genutzt, da es in einer Zeit als Sample-Format bestand, als Computer bei der
Musikproduktion allein zum Speichern und abspielen von MIDI-Daten genutzt wurden und als
Tonquellen ausschließlich externe Geräte dienten, die mit anderen Formaten arbeiteten und sich heute
als Standard zur rechnerbasierten Musikproduktion etablierten.

2 Antworten
Ulf B. – Mittwoch, 26. März 2008 20:41 Uhr

Hi GoaSkin,

wieder ich ;-). Muss aber zugeben, dass ich hier gar keine Aktien drin habe. Aber ich habe mal in meinen Archiven geblättert. Dort stolpert man über diverse Programme, kann aber deren Eignung mangels wissen nichts sagen.

Aber eine kurze Recherche im Internet hat mich auf das LinuxSampler [1] Projekt gebracht. Dort gibt es wohl eine übersicht gängiger Sampler. Außerdem habe ich in der Linux-User 12/2007 den Artikel Tonstudio@home [2] gefunden. Evtl. hilft Dir etwas davon ja weiter.

Ciao
Ulf

[1] http://www.linuxsampler.org/
[2] http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/12/902-dvd-jacklab/

GoaSkin – Samstag, 29. März 2008 20:03 Uhr

Jo danke… werd ich mir mal genauer anschauen. Beherrscht immerhin schon einmal Gigasampler-Dateien.

Zu AKAI habe ich einen FS-Treiber und Kommandozeilentools zum rippen gefunden aber keinen Sampler.
Sollte eine Frage der Zeit sein, bis der Code implementiert ist oder zumindest auf Basis dieser Tools AKAI-
CDs nutzbar sind.

Dieter Drewanz – Donnerstag, 27. März 2008 23:06 Uhr

Hi GoaSkin,
es gibt eine Version von Ubuntu, namens Ubuntu Studio mit vielen Audioprogrammen. Vielleicht enthält das, was Du benötigst.

[1] http://www.netzwelt.de/news/76996-ubuntu-studio-kostenlose-multimediasuite-im.html

GoaSkin – Samstag, 29. März 2008 20:01 Uhr

Es gibt mittlerweile mehrere Audio-Distributionen, wobei es sich immer um verfremdete Distributionen
anderer handelt. Meine Erfahrung ist, daß man von diesen besser die Finger lassen sollte und besser
beraten ist, eine herkömmliche Distribution zu nutzen. Das Problem bei den Audio-Distributionen ist, daß
bis zu ihrem Erscheinen die Mutter-Distribution meist bereits schon veraltet ist und die angepassten
Versionen auch nicht so schnell gepflegt werden (so auch SuSE JAD).

Die normalen Distributionen lassen sich besser nutzen, wenn ein Realtime-Kernel installiert ist. Die
ganzen Anwendungen gibts in Community-Paketen.