ForumFestplattenrettung nach Formatierung mit Yast2
Thomas Warnecke – Montag, 26. Januar 2009 17:30 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe ein mega Problem. Ich hatte ein Suse 10.3 am Laufen. Dieses wollte ich neu aufsetzen und wurde beim Partitionieren abgelengt. So hat Suse selber Partitionen angelegt und meine Datenpartition überschrieben. Gleich als ich es bemerkt hatte, habe ich die Installation abgebrochen. Es wurden also keine neue Daten auf die HD geschrieben. Jetzt versuche ich mich gerade an Testdisk.

Testdisk zeigt zwar die alten Partionen an, aber gerade die Datenpartition ist leer. Es befindet sich nur ein lost+found Ordner drin :( Jetzt läuft gerade der intesive Check.

Die Festplatte war vorher und nachher mit EXT3 formatiert. Weiß jemand, ob YAST die Daten so zerstört, dass ein WIederherstellen nicht mehr möglich ist???

Danke
Thomas

1 Antwort
Aanoonymus Wrriter – Dienstag, 27. Januar 2009 10:01 Uhr

Da ich nicht weiß, was Suse und vor allem YaST bei der Installation so tun und treiben (weiß das eigentlich irgendwer?), kann ich dir nur sagen, was ich an dieser Stelle tun würde.

Wenn die Partitionen bzw. die Partitionstabelle überschrieben wurde (natürlich immer unter der Annahme, dass du einfach eine Platte hast, auf der eine Partitionstabelle ist, kein LVM, kein RAID, kein was-auch-immer … einfach nur eine Platte), ist das, was du getan hast, schonmal kein schlechter Weg.

Allerdings sind auf jeden Fall alte Strukturen überschrieben worden, da ja neue Partitionsgrenzen und neue Filesystem-Header auf die Platte geschrieben wurden – zumindest geh ich jetzt nach dem was du geschrieben hast, mal davon aus.

Wenn du die Partitionstabelle wieder so hast, wie sie war, kannst du, insofern du dich an deine Parameter von ext2/3 erinnerst, versuchen, dass Dateisystem wieder herzustellen.

Das solltest du idealerweise auf einem Image der Partition versuchen, also zuerst mit

dd if=/dev/[s|h]dX of=/irgendwo-mit-viel-platz/image-name bs=8k

einen Dump der Partition erstellen. Ansonsten hast du halt nur einen Schuss. Wäre Nervenkitzel.

Wenn du das hast, kannst du mal versuchen mit

mkfs.ext2 -S /irgendwo-mit-viel-platz/image-name

den Superblock wieder herzustellen. Danach mal einen

mount -o loop /irgendwo-mit-viel-platz/image-name loop-verzeichnis

das Image zu mount und gucken was passiert. Wenn du Glück hast, hast du jetzt zumindest die Möglichkeit, einen e2fsck zu starten (also natürlich auf das nicht gemountete Image …) und du kriegst zumindest einen Teil deiner Daten wieder. Wahrscheinlich bist du aber gekniffen, mit dem oben, dann musst du per Hand versuchen, ein Superblock-Backup zu finden und zu benutzen.

Mit

mkfs.ext2 -n /dev/[s|h]dX

guckst du, in welchen Blöcken mkfs die Backups vom Superblock speichern würde und hoffst, dass die Blocksize, die da verwendet wird, auch deine Blocksize war oder du erinnerst dich an die Optionen, mit denen du dein Filesystem erzeugt hast. Und verwendest die dann auch bei dem Aufruf oben.

Mit den Infos, die da angezeigt werden (und das -n nicht vergessen, sonst hast du danach sehr viel Platz auf deiner Datenpartition und kannst endgültig ein neues, unbelastetes Datenleben anfangen), kannst du die Position eines Backup-Superblocks ausrechnen.

Wenn deine Blocksize 4096 ist (was recht wahrscheinlich ist), dann nimmst du die erste Position, die dir mkfs angezeigt hat mal 4 (weil 4096 = 4k und mount arbeitet mit k) und versuchst einen mount mit

mount -t ext2 -o sb=4*Position,loop,ro /irgendwo-mit-viel-platz/image-name loop-dir

Wenn das nicht klappt, nächste Backup des Superblocks verwenden.

Idealerweise versuchst du immer mit ext2 und ro zu mounten, zumindest tue ich das, weil ich ext3 auch nicht so richtig vertraue, dass es dann nicht irgendwas fancy mit dem journal versucht.

Es kann sein, dass oben Tippfehler drin sind, die man-pages sind dein Freund. Wenn das Recovery über die Superblock-Backups nicht klappt, bist du ziemlich gekniffen. Und wenn du dein Filesystem mit irgendwelchen fancy Optionen erstellt hast, ist jetzt der Zeitpunkt für echtes Gedächtnistraining.

Ich konnte mit der obigen Methode fast alle beschädigten Dateisysteme mit denen ich bisher zu tun hatte, wieder so mounten, dass ich zumindest einen Teil der Daten runterbekommen habe.

Es gibt auch mehrere Anleitungen im Internet, die obiges wahrscheinlich besser erklären, ich hab ziemlich viel aus dem Gedächtnis geschrieben.

Good luck!

Thomas Warnecke – Dienstag, 27. Januar 2009 14:24 Uhr

Danke für die Super Anleitung. Werde mir gleich mal ne 500er Platte fürs dd besorgen und mit der dann alles testen. Hatte heute vor lauter Verzweifelung “R-Linux” über die Platte laufen lassen. Nach 5 1/2 Stunden hat er zumindest einige Daten angezeigt, wenn auch durchnummeriert und nicht mehr in der vorhandenen Struktur.

Also Daten müssen demnach noch da sein. Ich hoffe es klappt!

Gruß
Thomas

Marcel Hilzinger – Dienstag, 27. Januar 2009 15:00 Uhr

Wenn die Partition die gleich Größe hat, dann sollte eigentlich nicht viel passiert sein, d.h die Daten sind noch vorhanden. Eventuell kann Dir auch folgender Artikel zum Ext3-Undelete weiterhelfen:

http://www.xs4all.nl/~carlo17/howto/undelete_ext3.html

Ich würde aber in jedem Fall mit einem Image weiterarbeiten, wie oben schon geraten wurde.