Liebe Linux-Freunde,
ich bin noch ziemlicher Linux-Neuling und habe seit einigen Monaten Suse Linux 9.3 neben Windows auf meinem PC. Sobald ich einige Aufgaben erledigt habe (VPN zu einem windows Server 2003 mit Remote-Software, Kauf eines Linux-tauglichen Scanners, Finden einer guten Online-Banking-Software mit HBCI, etc.) möchte ich Linux ganz für meine Arbeit nutzen. Mir gefällt das offene System und Microsoft möchte ich wegen seiner Geschäftspolitik und beherrschenden Stellung nicht mehr als nötig unterstützen.
Nun habe ich eine Frage zum Wechsel auf eine neue Distribution wenn die Sicherheitsupdates enden. Soviel ich weiß bei Suse nach 2Jahren (Schade, dass nur so kurze Zeit).
Kann ich mir den nicht unerheblichen Aufwand, alle 2 Jahre ein neues System zu konfigurieren und individuell einzurichten, erleichtern?
Kann man z.B. die Konfigurationsdateien in /home weiterbenutzen, Dateien aus /etc in das neue System kopieren? Gibt es sonst noch gute Tipps?
Einen Rat aus diesem Forum habe ich schon umgesetzt und mir eine weitere Linux-Partition angelegt, in die ich ein neues System installieren während ich das alte so lange noch weiter nutzen kann.
Vielen Dank für Euren Rat
Jürgen Dieckerhoff
Ich hab ohne Probleme von Suse9.3 zu Suse10 updatet. Ist bei der Installation ein extra Menuepunkt. Also die alte Version muss nicht vorher gelöscht werden, im Gegenteil sie wirden als Installationsgrundlage genommen. Die meisten Sachen liefen einwandfrei weider, einzelne Programme, insbesondere aus anderen Quellen machen manchmal Probleme. Ich würde ein Update empfehlen, auch wenn es einzelne Probleme geben kann.
Dagegen sprechen würde extrem alte Hardware, die nicht mehr unterstützt wird. Aber da haste auch bei Windows schlechte Karten.
Man sollte einigermassen der Zeit folgen, muss ja nicht immer das allerneuste sein, aber Suse 10 dürfte mit allen Updates ausgereift sein.
Falls Du genug Platz auf einer extra Pation hast, kannst Du unter Yast vorher das jetzige System sicher und notfalls zurückschreiben. Geht zb. auch auf einer externen USB-Platte.
Was übringens auf jeden Fall zu empfehlen ist /home auf eine extra Partion.
Gruss Peter
Lieber Peter,
danke für Deine Infos. Ich habe in diesem Forum und auch sonst schon von einigen Schwierigkeiten mit Upgrades gelesen und dass ein neu installiertes System im allgemeinen weniger Arbeit machen würde. Schön, dass es bei Dir so gut ging. Bis die Updates von Suse 9.3 enden, dauert es ja noch ein wenig, evtl. sieht das Ganze mit der nächsten Distribution schon anders aus.
Viele Grüsse Jürgen
Hi Jürgen,
Habe seit SuSE 6.x schon einige Updates mit gemacht, hat im großen und ganzen bei den neueren Versionen ganz ordentlich funktioniert. Das es mit manchen Kombinationen manchmal Probleme gibt, ist normal (fast unendliche Zahl an möglichen Harwarekombinationen) und bei anderen BS / Distros nicht anders. Du solltest Dich von den Problemen nicht irritieren lassen, die meisten Probleme landen hier oder in einem anderem Forum. Wenn man jetzt noch die Doppelten abzieht, kommt man denke ich unter die 1% Wahrscheinlichkeit, das etwas größeres nicht funktioniert. Potentielle Problemkinder sind hier eigentlich Grafiktreiber, WLAN-Treiber und spezielle nachträglich eingerichtete Treiber. Insbesondere die Closed-Source Treiber machen hier ärger.
Ansonsten gilt wie immer, vor dem Update alle wichtigen Daten sichern. Evtl. falls ausreichend HD-Speicher vorhanden die Gelegenheit zum repartitionieren benutzen. So bietet sich folgende Partitionierung besonders an:
/boot (Bootloader) / (root System1) / (root System2) Erweitert (Rest) /home (gemeinsam für beide Systeme) swap (gemeinsam und ca. so groß wie RAM) Dabei enthält z.B. System1 das Arbeissystem, und System2 das Test- bzw. Updatesystem. So könnte man z.B. System1 auf System2 mit dd duplizieren (vorausgesetzt Partitionen sind gleich groß) und anschließend updaten. Hat alles geklappt wird System2 das Arbeitssystem und System1 dient für Updates, Fall-Back oder zum experimentieren.
Ciao
Ulf
Hallo Ulf,
danke für Deine Tips. Habe mir die Festplatte in etwa entsprechend Deinem Vorschlag eingerichtet:
1. windows
2. / System 1
3. / System 2
4. swap
5. /home System 1 (habe befürchtet, dass ich bei einer einzigen /home – Part.
beim Experimentieren ggf. das andere System störe)
6. /home System 2 ( Part. 5 + 6 klein, ca. 1 GB)
7. /daten ( ext3 für beide Systeme)
8. Daten NTFS für windows
9. Daten FAT32 für Linux und windows
10. Bootmagic (noch ein “Relikt” aus Nur-windows-Zeiten)
Bisher erweist es sich so als praktisch.
Viele Grüße
Jürgen
Hi Jürgen,
war leider ein paar Tage wegen Datenrücksicherung nicht Online. Aber jetzt zu Deiner Aufteilung.
5. /home System 1 (habe befürchtet, dass ich bei einer einzigen /home – Part. beim Experimentieren ggf. das andere System störe)
6. /home System 2 ( Part. 5 + 6 klein, ca. 1 GB)
Ist natürlich der sichere Weg, wenn man stark unterschiedliche Systeme/Versionen einzelner Desktops bzw. Programme verwendet.
7. /daten ( ext3 für beide Systeme)
8. Daten NTFS für windows
9. Daten FAT32 für Linux und windows
Hier hätte ich aber nicht so fein Unterteilt. Die Partition 7. kann man natürlich prima unter den beiden Partitionen 5. und 6. als z.B. $HOME/Documents einhängen. Zudem hätte ich sie dann aber auch unter Windows via Ext2/3 Reader verwendet (siehe Links unter [1] und unter [2] einen kleinen Erfahrungsaustausch zu diesem Thema). Zudem kann man Partition 8. via NTFS-FS mittlerweile recht gut unter Linux zumindest lesen. Damit könnte man sich dann meines erachtens die Partition 9. sparen.
Ansonsten Danke, war auch eine gute Anregung für mich. ;-)
Ciao
Ulf
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Ext2#Weblinks
[2] http://www.hackerboard.de/thread.php?threadid=10158