Wessen Brot ich ess…….. [UPDATE]

Wessen Brot ich ess…….. [UPDATE]

Quebec broke law in buying Microsoft software (Externer Link)

Da passt ja das Einstein Zitat, ganz zufällig…. ;)

Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Missbrauch.“ Albert Einstein

es fängt ganz harmlos an. Zuerst sponsern wir den Social Event. Ich will ja meine Marke mit einem guten Gefühl verknüpfen. Und natürlich schicke ich einen Sprecher der nix anderes zu tun hat als sich vor zu bereiten. Ich stelle dem sogar extra Mittel aus meinem Etat zur Verfügung und publiziere das auch mit Stolz geschwollener Brust.

Der Jurist fragt: „Qui Bono“ – Wem nützt es. Warum bezahle ich für etwas (Social Event) ohne „Gegenleistung“ ??!!

Seit vielen Jahren bin ich schon aktiv bei der FSFE [0] und dem FFII e.V. [1] Ich habe es live mitbekommen wie diese Firma in Brüssel oder am Markt vorgeht. Wir führen Gespräche mit Mitarbeitern und IT Verantwortlichen aus Wirtschaft, Verwaltung und Ministerien. Dabei stellt sich immer wieder ein „Knackpunkt“ der Freien Software heraus. Die sogenannte Rückvergütung. Grob skizziert funktioniert das so: Ich verpflichte mich ausschließlich bei einem gewissen Hersteller oder Händler zu kaufen. Und dieser verspricht im Gegenzug eine „Rückvergütung“ je nach Umsatz oder anderen Kennzahlen. Öffentliche Haushalte, die ja gekürzt werden damit die System relevanten Banken weiter Provisionen ausschütten können, müssen mit solchen Rückvergütungen rechnen und planen diese ein. Wenn nun solch eine übergeordnete Stelle solche Verträge eingeht, entstehen dann weiter unten in der Hierarchie idiotische Situationen wie die folgende:

In der Grundschule meiner Tochter wurde eingebrochen. Unter anderem wurde ein Schulserver gestohlen. Wir Eltern erhielten einen Brandbrief des Fördervereins der Schule, dass sie ganz dringend einen neuen Server brauchen, denn bspw. das Computerkabinett wäre nun nicht mehr zu benutzen. Sie baten um Spendengeld für Hardware und Lizenzen. Ich ging mit diesem Brief zum Direktor und offenbarte mich, als Open Source Mensch, mit dem Angebot neue Hardware zu sponsern sowie die notwendige Open Source Software zu installieren und konfigurieren. Alles kostenlos. Weil aber die Knebelverträge mit MS und seinen Lakaien nicht gebrochen werden dürfen, mussten die Kinder ½ Jahr ohne Computerkabinett auskommen. Bis das Geld zusammen gekratzt wurde. Logisch, neue Schulbücher oder Farbe für die Turnhallenwand war dann nicht mehr drin.

Außerdem hat kein Unternehmen in Europa höhere Wettbewerbsstrafen bezahlt als „Kleinweich“! (497,2 Millionen Euro) Aber OK, das zahlt ja am Ende der Benutzer. Siehe die Story oben.

Als Aussteller habe ich ja noch genügend Gelegenheiten bei dem Veranstalter meinen Unmut über diese Entscheidung kund zu tun. Aber wenn man schon mal die Gelegenheit hat, dass sich MS Bedienstete als solche auf eine Open Source Veranstaltung begeben, sollte Mensch das zum konstruktiven Dialog nutzen. Ganz nach dem chinesischen Motto: „Lächeln ist die schönste Art dem Gegner die Zähne zu zeigen“ Für mich ist das kein Zufall, dass MS ein Dateisystem auf dem Markt bringt das Closed Source favorisiert [heise] und dann den Linuxtag sponsert. Mit billigen Glasperlen und Alkohol wurden auch die Ureinwohner von den Kolonialisten betäubt und anschließend beraubt.

Für mich klingt das wie aus dem BWL Lehrbuch für das 2./3. Semester: Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, mach ihn dir zum „Freund“. (Und drücke ihn solange an dein Herz – bis er keine Luft mehr hat zum Atmen.)

Bei der FSFE und FFII e.V. sowie unter: http://stopsoftwarepatents.org/ gibt es noch eine Menge Argumentationsfutter. Und es sind ja auch noch ein paar Tage Zeit zum lesen. Ich habe leider bisher keinen offiziellen Termin gefunden wann der Mensch von MS spricht. [2] Ich werde den Termin aber sofort hier, in meinem Blog und über Twitter (User: Majestyx Tags: #linuxtag #MS #M$) Online stellen, sobald ich ihn weiß.

Wer jetzt noch Interesse bekommen hat und zufällig zu der Zeit in Berlin ist – schreibt mir einfach und ich schicke noch eine Einladung zu. Auf einen schönen Linuxtag 2010 !!!!

LINKS:

[heise] http://www.heise.de/open/artikel/Die-Woche-Ein-Patent-mit-grosser-Zukunft-1015259.html

[0] http://www.fsfe.org/index.de.html

[1] http://www.ffii.org/

[2] http://www.linuxtag.org/2010/de/presse/newsarchiv/entry/article/linuxtag-2010-programm-und-keynote-speaker-stehen-fest.html

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MarKre
15 Jahre her

Hallo Michael, ich habe Deinen interessanten Beitrag mit ein wenig Bauchschmerzen gelesen. Bauchschmerzen deshalb, weil das Argumentationsmuster behördlicher Einrichtungen, sich mit Open-Source und GNU/Linux zu beschäftigen und diese mittel- bis langfristig selbst einzusetzen, immer das gleiche ist: Man benötigt für einen ordnungsgemäßen Behördenbetrieb unbedingt die entsprechende Software, die es unter GNU/Linux nicht gibt. Man hat nicht einmal geringste Anstrengungen unternommen und ggf. Studien in Auftrag gegeben, um derartige Eventualitäten festzustellen, zu begegnen und nach Lösungen zu suchen, “bügelt” aber vorab jegliches Nachdenken ab. Diese Art und Weise, mit der auch steuergeldlich erheblich (an proprietären Lizenzen) gespaart werden könnte, ist einfach… Mehr »

Michael (Majestyx) Kappes
15 Jahre her
Reply to  MarKre

Hallo,

für Beide Kommentare möchte ich mich hier nochmal Bedanken. Wegen des Linuxtages komme ich aber erst ht. zu einer Antwort. Ja, es gibt bei der FSFE oder auch FSF (Weltweit) Anprechpartner.

Weiterhin verweise ich hier nur kz. auf das Projekt LIMUX

http://www.muenchen.de/limux

Ahoi
Majestyx

Fredl
15 Jahre her

Der Bericht hat viele Schwachpunkte.

1.Wenn nachweislich tatsächlich eingebrochen wurde, warum sollte dann die Schule für Lizenzen, die bezahlt wurden, noch mals bezahlen?

2. Es gibt auch bei Microsoft Firmen -bzw Schulversionen, die man um einen Spottpreis erwerben kann – z.b. gibt es Office 2007 Enterprise um 12 Euro! Auch für Windows gibt es eben günstigere Linzenzen

3. ich zweifle an der Selbstlosigkeit u. “nein ich will kein Geld für meine Programme” Leistung, auf dauer, d.h. wollen Linuxprogrammier nie Geld verdienen? Warum gibt es dann Kaufversionen?

Michael (Majestyx) Kappes
15 Jahre her
Reply to  Fredl

Zu 1. Kann ich nichts genaues dazu sagen. Aber der Förderverein der Schule bestimmt. IMHO ging es um Eine SVR Lizenz. Die sind pro CPU?! Zu 2. Es geht hier nicht um “billig” oder nicht. Stichwort Lehrmittel – FREIHEIT. Und Freiheit kann Mensch nicht kaufen. Zur Zeiten werden alleinstehenden Müttern mit Harz4 die Bezüge weiter gekürzt. Und der würden Sie auch noch 12€ mehr abknöpfen? Zu 3. Natürlich wollen/müßen OpenSource Menschen sich auch Ihr Essen kaufen. 3.a. Wie wäre es mal mit googeln vor polemisieren? wenn ich: “open source geschäftsmodell” eintippe bekomme ich Ungefähr 38.300 Ergebnisse (0,26 Sekunden) Sie können… Mehr »

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