Wenn das DVD-Laufwerk kaputt ist und USB auch nicht mehr so richtig arbeitet, dann kann man trotzdem eine neue Distribution installieren.
Der Weg dazu führt über die Netzwerkkarte. Wer schon einmal einen Gebrauchtrechner bei E-Bay gekauft hat, kennt das Problem vielleicht. Das Schnäppchen für 20 Euro erweist sich als (fast) Computerschrott, das CD-Laufwerk liest keine Medien mehr und statt USB 2.0 verfügt der Rechner nur über USB 1.0. Alternativ verfügt der Rechner zwar über USB 2.0 und sogar ein DVD-Laufwerk, aber der ehemalige Besitzer hat ein BIOS-Passwort gesetzt, das sich auch durch entfernen der Batterie nicht zurücksetzen lässt und meldet sich dummerweise auf Anfragen nicht mehr.
Selbst bei diesen zwei Worst-Case-Szenarien lässt sich auf einem solchen Rechner noch ein Linux installieren, da die meisten PCs und Notebooks so vorkonfiguriert sind, dass Sie auch über die Netzwerkkarte booten können. Bei Firmenrechnern ist dieser Eintrag in der Regel aktiv, da die interne IT die meisten PCs auf diese Art und Weise neu installiert.
Für eine Installation komplett über das Netzwerk braucht man einen Server mit TFTP-Boot, DHCP und NFS. Entsprechende Beschreibungen dazu gibt es im Internet und auch hier auf der LinuxCommunity, das Setup dürfte aber unter den meisten Distributionen eine Stunde oder mehr in Anspruch nehmen, zudem muss man ziemlich weit ins System eindringen.
Einfacher geht es mit Ubuntu: Einfach in einen Rechner mit funktionierendem CD-ROM und Internetanbindung eine Live-CD einlegen und nach dem Start der Live-CD den folgenden Befehl ausführen:
wget 'http://users.sch.gr/alkisg/tosteki/index.php?action=dlattach;topic=2525.0;attach=1421' -O /tmp/livecd-netboot && sudo sh /tmp/livecd-netboot
Er installiert auf dem Live-System die benötigte Software und richtet die benötigten Dienste auch gleich ein. Läuft das Script schließt man den “kaputten” Rechner per Cross-Kabel am “Server” an und bootet den kaputten Rechner über die Netzwerkkarte. Jetzt kann man Ubuntu wie gewohnt installieren.
Anleitung und Script stammen vom Ubuntu-Wiki: https://wiki.ubuntu.com/LiveCDNetboot






D.h. die Installation läuft auf einem anderen PC, der mit dem Installationsmedium gebootet wird.
Der Nachteil dieser Methode ist natürlich, dass man etwas aufpassen sollte, um den anderen Rechner nicht platt zu machen.
Bei einem Desktop-Rechner sicherlich kein Problem, stimmt. Bei einem Notebook geht die hier beschriebene Methode aber deutlich schneller. In manchen Fällen hat man schon installiert, bevor man überhaupt den Rechner soweit zerlegt hat, dass man an die Festplatte herankommt. Dann braucht man noch einen 2.5-Zoll-3,5-Zoll-Adapter, usw.