Ich habe vor einigen Wochen mit Erstaunen das Editorial von Jörg im LinuxUser [1?] gelesen. Der traut sich was un?d wettert über die Gangart von Shuttleworth und darüber, was aus Ubuntu wohl wird. Es ist schon ziemlich lange her, da bin ich von zenwalk zu ubuntu gewechselt. Ich mochte zenwalk und mag es immer noch. Es ist schlicht, auf das Wesentliche reduziert und verzichtet auf den aufgeblasenen Desktopverwaltungsunterstützungsdiensteapparat von anderen Distributionen. Allein mein Netbook wollte mit zenwalk nicht so recht sparsam sein. Die Chipsätze und Energieverwaltung waren dann doch nur mit viel Handarbeit vernünftig zu betreiben. Ubuntu kam mit dem Netbook dann besser klar. Stromverbrauch, Geräuschentwicklung, Geräteverwaltung: alles bestens.
So kam nur noch Ubuntu ins Haus. Und auf die Server. Man ist eben troy. Bis zu diesem Moment, als 10.10 auf den Schirm kam. Ich war ziemlich fassungslos. So einen Schrott kann man doch nicht auf so viele Leute loslassen. Ubuntu war doch DIE Distribution für Anwender. Ich habe noch kein Bedienkonzept erlebt, das so nervt, wie Unity. Jeder schreibt sich ja heute Usability auf die Fahnen. Meist wird es nicht besser, sondern nur anders. Microsofts Ribbons waren so ein Beispiel. Apple konnte man eine ausgefeilte Bedienphilosophie [2] für eine Zeit lang abnehmen, heute kann ich auch den immer gleichen Hochglanz-Look nicht mehr sehn. Allerdings muss man den meisten Bemühungen doch zugestehen, dass sie das Ergebnis mal dem einen oder anderen Anwender gezeigt haben und ihm bei der Benutzung zugesehen haben.
Bei der Entwicklung von Unity schien niemand damit gerechnet zu haben, dass ein Mensch damit arbeiten muss. Vom Wollen mal abgesehen. Ich habe mir einige Zeit gelassen, vielleicht würde ich mich ja an Unity gewöhnen. Ich bin nicht mehr der Jüngste. Himmel hilf, wenn sich mal was ändert. Aber es ging nicht. Die angeblich so benutzerfreundliche Oberfläche führt zu einem Mausarm und extremer Nervosität. Alles hakt, klemmt und schmiert ab. Ich habe dann noch openbox als window manager ausprobiert und dabei festgestellt, dass nicht das Netbook lahmt. Mit openbox war flüssiges Arbeiten wieder möglich. Und dann las ich das Editorial von Jörg.
Ich war zwar skeptisch, habe Linux Mint Debian Edition [3] dann doch heruntergeladen und installiert. Von der Ubuntu-Systempartition habe ich noch nicht einmal ein Backup gemacht. So sauer war ich auf die verkorkste Netbook-Distribution. Und nun Debian? Dann die Überraschung: LMDE ist schick. Es ist schnell, obwohl ich gnome und damit Metacity als window manager nutze. Debian war vor 15 Jahren meine erste Distribution. Lange Zeit war es mir zu stabil, einfach viel zu altbacken. Das habe ich anfangs noch mit einer Beta-Version von KDE kompensiert. LMDE ist dagegen frischer und die Idee vom Rollieren ist ganz nett. Das automatische Updaten hakt zwar öfter mal – beim Wechsel von OpenOffice zu LibreOffice zum Beispiel oder auf eine neue c++ Version. Da muss man mit Hand nachhelfen. Benutzerfreundlich ist so was vielleicht auch nicht. Allerdings weiß ich, was ich dann zu tun habe.
Ich habe nun ein gespaltenes Verhältnis zu Ubuntu. Auf der einen Seite hat es jahrelang gut funktioniert. Und nur, weil man die GUI nicht mehr benutzen kann, darf man doch wegen einer verkackten Idee nicht alles über den Haufen werfen? Ich habe mir vorgenommen, dass ich mir Ubuntu noch einmal ansehe, wenn man es wieder benutzen kann. Auf der anderen Seite…Vielleicht kommt es ja, wie Jörg beschrieben [4] hat. Ich denke ja auch, dass es mittelfristig eher mobile Geräte sind, die den Alltag meistern. E-Mails schreiben, suchen, socializen, surfen – inzwischen nutze ich zu schätzungsweise 95% das Handy. Klar, braucht es hier dringend ein vernünftiges Bedienkonzept. Aber Unity? Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Es tut mir leid, Schatz, wir hatten eine schöne Zeit, aber im Moment sollten wir uns ein wenig Zeit geben…
Infos
[1] Editorial des LinuxUser 3/2011: https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/LinuxUser/2011/03/Editorial
[2] Apples Human Interface Guidelines: http://developer.apple.com/library/mac/#documentation/UserExperience/Conceptual/AppleHIGuidelines/XHIGIntro/XHIGIntro.html
[3] Linux Mint Debian Edition: http://blog.linuxmint.com/?p=1604
[4] Editorial des LinuxUser 2/2011: https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Print-Artikel/LinuxUser/2011/02/Editorial







Nach Test einiger anderen Distros, bin ich reumütig wieder zu SUSE zurück gekehrt. Zum einen entwickelt sich die Distro stetig aber ohne große Ausreißer fürwärts. Zum anderen stehe ich (evtl. als Berufs Windows erzwungener) mit GNOME auf kriegsfuß. Somit bin ich wieder bei openSUSE gelandet. Ich habe einfach satt irgend welchen main stream firlefanz hinther zu rennen. Ich suche eine Stabile aber aktuelle Distro – die auch alternativen nicht außer acht läßt. Dieses bietet mir alles openSUSE. Mit Zypper kann ich DistUpdates machen ohne neu installation. KDE ist immer in der aktuellsten Version verfügbar. Und auch alle alternativen für Spezial… Mehr »
Kann ich nur bestätigen.
Wenn man KDE nutzt mag das vielleicht zutreffen. Mir selber gefällt Gnome jedoch wesentlich besser und ich komme gut damit zurecht. openSUSE flog damals direkt wieder runter, zu hakelig und unübersichtlich… Aber das ist wohl der ewige Streit, welcher Desktop nun besser ist ;)
openSUSE – hat noch am meisten Kongruenz zu Windows.
Doch ist die Schleichwerbung für openSUSE sehr vom eigenem Empfinden gefärbt.
Es gibt auch noch andere, stabile, und gut zu bedienende Distributionen. Linux Mint bietet eine hohe Usability und einen schicken Desktop, auch in der KDE-Version zu haben. Von mir selbst ein halbes Jahr im Einsatz.
Fedora ist stabil und aktuell. CrunchBang Linux ist superschnell und schlank. Und mit der OpenBox-Environment komme selbst ich als Windows-Admin sehr gut klar.
Also lautet mein Fazit: OpenSUSE hat sicher eine treue Benutzergemeinde, doch es lohnt sich auch der Blick auf andere Distributionen.
Hi Tux,
habe mittlerweile fast alles mögliche und unmögliche ausprobiert. Aber das hatte ich ja geschrieben. Aber so rund (problemlos), aktuell und flexibel – war sonst keine andere. Aber wie oben schon geschrieben wurde, es hängt halt auch immer sehr stark von den eigenen Vorlieben und auch persönlichen Erfahrungen ab. Das ist für mich auch ein Grund Linux zu verwenden. Es sollte sich für jeden etwas finden lassen, mit dem er/sie Persönlich zurecht kommt.
Gruß
Ulf
Du nimmst den Mund mit Deiner Lobeshymne auf openSUSE ganz schön voll :) Als Linux-Neuling auf der Suche nach ‘meiner’ Distribution habe ich auch openSUSE (11.4) ausprobiert. Es kommt meinen Wunschvorstellungen (KDE & rolling release) schon recht nahe, beinhaltet aber einige unschöne Stolperfallen (z.B. Netzwerkkonfiguration -> YaST vs. Network Manager, oder bereits vorhandene Linux-Installationen werden im Boot-Menü nicht berücksichtigt). Dazu kommt die Unübersichtlichkeit der Paketquellen. Die Idee, mit dem Tumbleweed-Repo ein rolling release anzubieten ist gut, nur leider unzureichend dokumentiert, was mir den Spaß schnell versaut hat (siehe auch den Post von ‘Tarzan’: https://www.linux-community.de/Archiv/Tipp-der-Woche/Update-Tumbleweed-fuer-OpenSuse-einrichten ). Mit LMDE geht das einfacher.… Mehr »
Entschuldigung – aber da komme ich nicht ganz mit: Linux-Neuling und rolling-releases? Warum lernst Du nicht erst mal “Linux” an Hand einer wirklich stabilen und ausgereiften Distribution kennen? Wenn Du dann nach 1-2 oder 3 Jahren Beschäftigung damit sagst: O.K. das reicht mir nicht aus – ich will jetzt mal was anderes probieren, dann könnte ich das verstehen. Ich persönlich bewege mich nun seit ziemlich genau 10 Jahren (Mandrake 8.0 war meine erste Linux-Erfahrung) in dieser Welt und ich bin immer noch der Meinung, daß ich zum arbeiten nicht immer und immer wieder den allerletzten und allerneusten “Schrei” brauche. Eine… Mehr »
Hallo, Heinz-Stefan! Meine Logik zum Mitkommen: – ich möchte ‘Linux lernen’ – die Erfahrung sagt, dass man aus Fehlern besonders gut lernt – folglich nehme ich den komplexesten Fall (Gentoo GNU/Linux rolling release, Kompilieren vom Sourcecode) und lerne ihn zu meistern Das ist der intensivste und schnellste Weg, sich so tief in die Materie einzuarbeiten, dass man danach mit jeder Distribution zurechtkommt. Da ich das für den Beruf lerne, hab ich’s eilig :) Zu rolling releases: ich find’s toll, dass es sie gibt. Man muss sie ja nicht als Arbeitsumgebung nehmen; aber als Zweit- oder Drittinstallation zum Ausprobieren des ‘allerneusten… Mehr »
Hallo James, seit Etch überwiegend Debian “stable”, was im Moment heißt, 4 Rechner (2 davon als Server). Dazu meinen “jeden-Tag-mit-rumschlepp-Laptop” mit Mandriva 2010.2. Letzterer aus drei Gründen: Das UMTS-Modem (Merlin-Karte) läßt sich in nicht mehr als 30 sek. einrichten. Der Rechner läuft nicht weniger stabil und problemlos wie Debian “stable” und hat alle upgrades 2009.0 => 2009.1 => 2010.0 => 2010.1 => 2010.2 klaglos mitgemacht. Und drittens – bin ich zu faul an der Kiste was zu ändern, so lange sie funktioniert! :-) Dazu kommen dann immer noch einige Test- und Bastelsysteme, entweder in Virtualisierung – oder (wie z.Z. Mageia)… Mehr »
Hallöchen,
kurze Frage dazu: Wie muss Conky (ist doch Conky da rechts ;)) einrichten, dass es so aussieht.
Kann jemand die config posten oder eine Anleitung geben?
Conky von hand einzurichten erscheint mir recht umständlich.
Danke schön..
LG NIssl
Das ist das Conky_grey Theme. Zu finden auf gnome-look.org: http://gnome-look.org/content/show.php/?content=137272.
Die ganze config hier zu listen, ist etwas zu umfangreich. Außerdem werden die grafischen Elemente eh mit dem Theme geliefert.
Ein schöner Artikel über conky und die Konfiguration mit Hilfe von Tools war in der UbuntuUser 1/2011.
Marcus
Bin ebenfalls von Ubuntu zu LMDE gewechselt und habe es keine Sekunde bereut.
Auf der einen Seite bin ich auch mit Unity nicht wirklich glücklich. Ich kann mir zwar die ungefähre Richtung vorstellen in die es gehen soll, und sehe hier durchaus in ferner Zukunft einen Sinn dahinter, andererseits sind gerade Power-User mit dem Ding einfach gehindert an Ihrer Arbeit. Aber, hey, das ist ja Linux! Das Einfachste was geht ist ja, Unity runter, Gnome Desktop wieder rauf. Man muß ja nicht, wenn man nicht will. Und zum Thema Gnome – ich bin schon gespannt auf Gnome Shell. Wird wahrscheinlich ein ähnlicher K(r)ampf, und ich fürchte, da rennen die Gnome Entwickler mit Vollgas… Mehr »
Also ich bin jetzt mittlerweile auch sicherlich gut 8 Jahre Linux-User und habe auch schon jede erdenkliche Distribution getestet. Was hier über Ubuntu gesagt wird ist operflächlich und einfach nur dumm. Wenn man sich auf sein PC, Notebook oder gar Netbook die Ubuntu Netbook Edition installiert dann brauch man sich über die Unity-Oberfläche nicht zu wundern. Wenn man nicht weiß was man installieren soll, dann informiert man sich als Uer erstmal und installiert nicht gleich irgendwas und beschwert sich dann über die Distri nur weil man zu blöd war sich zu informieren. Ich für meinen Teil habe auf meinem Netbook… Mehr »
Ubuntu will mit 11.04 komplett auf Unity wechseln. Also auch das “normale” Ubuntu wird die Untiy-Oberfläche bekommen.
Dafür, dass es Dich nervt, wenn alle meckern, kannst Du ganz deutlich Deine Meinung sagen :-) Trotzdem vielen Dank für Deinen Hinweis, denn ich war ja selbst hin und her gerissen. Genau das ist aber der Grund, meine Geschichte auch zu posten. Ich könnte mich Dir anschließen, die verpatzte GUI ignorieren und eine eigene Lösung finden. Das habe ich auch erst getan. Auf der anderen Seite fände ich es unfair, den Leuten von Ubuntu nichts davon zu sagen – wenn auch indirekt. Es geht mir nicht einfach nur darum, zu meckern. Ich habe lange sehr gut mit Ubuntu gearbeitet. Ich… Mehr »
Vielen Dank für diesen treffenden Kommentar. Nach dem LinuxUser Artikel ein schöner Beitrag, der den Nagel auf den Kopf trifft. Ich persönlich nutze im Moment noch hochzufrieden Mint Isadora (entspricht Lucid Lynx) und bin gespannt wie in Mint die nächste LTS Version aussehen wird. Die LMDE ist mir etwas zu nervenaufreibend. Hab sie getestet – aber das ewige Upgraden kann’s nicht sein. Man tut ja nichts anderes mehr. Ich lege auch mehr Wert auf Stabilität als auf Aktualität. Neu ist nicht immer unbedingt gut. Allerdings stellt sich mir momentan auch die Frage, was ich in spätestens 1 Jahr nutzen werde:… Mehr »