Projektmanagement mit OpenProject 15

Aus LinuxUser 04/2025

Projektmanagement mit OpenProject 15

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Planungshelfer

Die professionelle, webbasierte Projektmanagementlösung OpenProject eignet sich nicht nur für Unternehmen, sondern in der kostenlosen Community-Edition auch für Heimanwender.

Projektmanagement ist die große Schwester der To-do-Liste, mit der Sie sich an die wichtigsten anstehenden Aufgaben erinnern. In der großen Lösung verwalten Sie nicht nur einzelne Aufgaben, sondern setzen sie zu größeren Projekten zusammen. Außerdem definieren Sie Abhängigkeiten: Was muss erledigt sein, bevor Sie mit einer anderen Teilaufgabe beginnen können? An den Projekten können kleine und große Teams beteiligt sein. Die Verwaltung findet in einer Weboberfläche statt, sodass Sie bei entsprechender Konfiguration überall auf die Projektdaten zugreifen können.

Wir stellen Ihnen hier die Projektmanagementanwendung OpenProject [1] vor, bei der Ende 2024 ein großer Sprung zum Major-Release 15 erfolgte. Wir testeten die derzeit aktuelle Version 15.2.1. Sie erfahren, wie Sie das Tool zum Laufen bringen, wahlweise im Schnellverfahren mit einem Docker-Container oder mit einer regulären Installation unter Ubuntu. Darüber hinaus führen wir Sie durch das Setup eines Beispielprojekts.

Vorschau

Abbildung 1 zeigt einige der Features von OpenProject im Einsatz. Rechts oben sehen Sie die Liste der Arbeitspakete. Mit ihnen erzeugen und verwalten Sie Aufgaben und Meilensteine, kombinieren sie zu Phasen und legen zeitliche Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Aufgaben fest.

Abbildung 1: Die profitaugliche Projektmanagementanwendung OpenProject lässt sich in der Community-Edition auch für private Projekte nutzen.

Abbildung 1: Die profitaugliche Projektmanagementanwendung OpenProject lässt sich in der Community-Edition auch für private Projekte nutzen.

Unten links stellt die Software die Abhängigkeiten in einem sogenannten Gantt-Diagramm dar, dem Klassiker der Projektmanagementgrafiken. Es handelt sich dabei aber nicht nur um ein generiertes Bild: Sie können darin interaktiv Aufgaben verschieben, indem Sie Balken per Maus nach links oder rechts bewegen.

Das ganz unten liegende Fenster zeigt einen klassischen Kalender mit Informationen zu nahenden Deadlines. Links oben im Hintergrund ist das Wiki-Modul aktiv, in dem Sie Informationen zu Ihrem Projekt sammeln und Dateien als Anhänge ablegen.

OpenProject erlaubt das Anlegen mehrerer Benutzer, die Sie verschiedenen Projekten zuordnen. Aber auch wenn Sie nur Ihre eigenen Bastel- oder Renovierungsprojekte damit verwalten, erweisen sich viele Features als nützlich.

Schnellschuss

Wollen Sie ohne Umschweife loslegen, empfiehlt sich der Einsatz von Docker [2] oder Podman [3]. Einen dieser leistungsfähigen Containervirtualisierer zu installieren, ist für praktisch jeden Rechner eine gute Idee: Mit Containern können Sie in sehr vielen Fällen auf langwierige Softwareinstallationen verzichten und Programme und Dienste mit einem Einzeiler in der Shell starten.

Unter Ubuntu spielen Sie das Paket docker.io ein, fügen Ihr Benutzerkonto der neuen Gruppe docker hinzu und beenden die laufende Session, damit die Gruppenmitgliedschaft greift (Listing 1, Zeile 2 bis 4).

Die nötigen Befehle für das Setup von Podman sehen Sie ab Zeile 6. Sie können Podman im Anschluss mit den üblichen Docker-Befehlen steuern. Für andere Distributionen sind die Abläufe ähnlich überschaubar und auf den Webseiten von Docker und Podman beschrieben.

Listing 1

Containervirtualisierer

### Docker einrichten
$ sudo apt install -y docker.io
$ sudo adduser $USER docker
$ sudo killall -u $USER
### Podman einrichten
$ sudo apt install -y podman-docker
$ mkdir -p $HOME/.config/containers/
$ echo -e "[registries.search]
$ registries = ['docker.io']" | tee -a $HOME/.config/containers/registries.conf

Nach der Installation starten Sie ein frisch aufgesetztes OpenProject-System [4] mit dem Kommando aus Listing 2. Wie üblich lädt Docker zunächst einige Dateien aus dem Docker Hub herunter und startet die Initialisierung (Abbildung 2). Danach rufen Sie im Browser die URL http://localhost:8080 auf, woraufhin der Login-Dialog von OpenProject erscheint.

Listing 2

Start via Docker / Podman

$ docker run -it -p 8080:80 \
  -e OPENPROJECT_SECRET_KEY_BASE=secret \
  -e OPENPROJECT_HOST__NAME=localhost:8080 \
  -e OPENPROJECT_HTTPS=false \
  -e OPENPROJECT_DEFAULT__LANGUAGE=de \
  openproject/openproject:15
Abbildung 2: Sobald die Meldung <span class="ui-element">Use Ctrl-C to stop</span> erscheint, hat Docker den OpenProject-Start abgeschlossen.

Abbildung 2: Sobald die Meldung Use Ctrl-C to stop erscheint, hat Docker den OpenProject-Start abgeschlossen.

Zur Anmeldung verwenden Sie als Benutzernamen und Passwort jeweils admin. In der folgenden Maske fragt OpenProject ein neues Passwort ab. Falls Ihr Browser vorschlägt, ein selbst generiertes einzusetzen, akzeptieren Sie diesen Vorschlag und klicken auf Speichern. Sie gelangen danach auf die Hauptseite der Anwendung (Abbildung 3).

Abbildung 3: Nach dem Login erscheint die Hauptseite von OpenProject.

Abbildung 3: Nach dem Login erscheint die Hauptseite von OpenProject.

Demo-Projekte

Die Docker-basierte Installation enthält zwei Demoprojekte mit den Namen Demo-Projekt und Scrum-Projekt. Bei Scrum handelt es sich um eine bei Entwicklern beliebte agile Projektmanagementmethode. Wenn Sie sich damit beschäftigen möchten, gilt es zunächst, einiges an Vokabular zu lernen: Da gibt es Product Owner, Scrum Master, Stakeholder, Sprints und Product Backlogs, was wir in dieser Einführung nicht vertiefen. Wir werfen stattdessen einen Blick auf das klassischer aufgebaute Demo-Projekt.

Klicken Sie links oben auf Projekt auswählen und dann im Ausklappmenü auf Demo-Projekt. Im Hauptbereich in der Mitte und rechts sehen Sie die Übersichtsseite des Demo-Projekts, in der Sie nach unten scrollen können. Am linken Rand ersetzt die Software das allgemeine Menü durch das für Projekte. Was genau die Übersicht anzeigt, lässt sich konfigurieren; OpenProject hält dafür diverse Widgets bereit. Das Ziel ist, dass Sie in der Übersicht mit einem Blick erkennen, ob sich das Projekt auf einem guten Weg befindet und wie weit Sie bereits vorangekommen sind. Das Menü am linken Rand verbergen Sie, indem Sie links oben auf das Hamburger-Icon klicken. Das erweist sich dann als hilfreich, wenn Sie einen kleinen Monitor verwenden und selbst im Vollbildmodus zu viele Inhalte verborgen bleiben. Ein erneuter Klick auf das Icon bringt das Menü zurück.

Im Demo-Projekt geht es um die Organisation einer Open-Source-Konferenz. Die Entwickler haben das Projekt in die Phasen Organisation und Nachbereitung aufgeteilt und dafür jeweils mehrere Aufgaben und je einen Meilenstein definiert. Für eine entsprechende Auflistung klicken Sie im Menü auf Arbeitspakete (Abbildung 4). Meilensteine kennzeichnen oft den Abschluss einer Phase, also das Erreichen eines wichtigen Teilziels. Nach einem solchen Meilenstein startet die nächste Phase, deren Aufgaben man erst erledigen kann, wenn man die der vorangehenden Phase erledigt hat.

Abbildung 4: Das <span class="ui-element">Demo-Projekt</span> beschreibt die Organisation einer Open-Source-Konferenz.

Abbildung 4: Das Demo-Projekt beschreibt die Organisation einer Open-Source-Konferenz.

Die hierarchisch angeordneten Listeneinträge erkennen Sie an den Einrückungen. Auf der ersten Ebene liegen die beiden Phasen und die Meilensteine. Um die Unterpunkte einzuklappen, klicken Sie auf das nach unten zeigende Pfeilsymbol vor dem jeweiligen Thema. Dadurch ändert sich das Symbol und zeigt dann nach rechts. Ein erneuter Klick darauf klappt das Paket wieder auf und zeigt die enthaltenen Unterpunkte.

Die Aufgaben liegen zum Teil auf der zweiten Ebene und zum Teil auf der dritten: Dann sind es Unteraufgaben. Das hilft, wenn eine Aufgabe so komplex ist, dass man sie besser in mehrere Teilaufgaben aufgliedert. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel Teilaufgaben ausblenden, um einen groben Überblick zu erhalten.

Beziehungen

Bewegen Sie den Mauszeiger über einen der Einträge, wird er blau hinterlegt und am rechten Rand der Zeile erscheinen drei Punkte. Klicken Sie diese an, öffnet sich ein Kontextmenü, das unter anderem die beiden Einträge Detailansicht öffnen und Vollbildansicht öffnen enthält. Dasselbe Kontextmenü erreichen Sie auch über einen Rechtsklick auf eine beliebige Stelle der Zeile. Beide Menüpunkte führen Sie zu ausführlichen Informationen über den jeweiligen Eintrag.

Probieren Sie das mit der Aufgabe Datum und Ort der Konferenz festlegen mit der ID 3. Zunächst erscheint eine Übersicht, in der Sie den Status, eine optionale Aufgabenbeschreibung, zuständige Personen, Aufwandsschätzungen, die Priorität sowie Anfang und Ende der Bearbeitung sehen. Im Reiter Beziehungen erkennen Sie, welche Abhängigkeiten es zwischen dieser und anderen Aufgaben gibt (Abbildung 5).

Abbildung 5: &Uuml;ber die Beziehungen finden Sie Vorg&auml;nger und Nachfolger einer Aufgabe.

Abbildung 5: Über die Beziehungen finden Sie Vorgänger und Nachfolger einer Aufgabe.

Ein Nachfolger definiert eine Aufgabe, deren Bearbeitung erst beginnen kann, wenn Sie die aktuelle Aufgabe erledigt haben. Entsprechend handelt es sich bei einem Vorgänger um eine Aufgabe, die Sie erledigen müssen, bevor Sie mit der aktuellen Aufgabe anfangen. Das ist also dieselbe Abhängigkeit, jeweils aus verschiedenen Perspektiven betrachtet: Ist A ein Vorgänger von B, dann ist B ein Nachfolger von A.

Im Beispiel hat die Aufgabe Datum und Ort der Konferenz festlegen zwei Nachfolger: Teilnehmende zur Konferenz einladen und Konferenz-Webseite einrichten. Das ergibt deswegen Sinn, weil Sie keine Einladungen verschicken können, solange nicht feststeht, wo und wann die Konferenz stattfindet.

Gantt-Diagramme

Klicken Sie auf den kleinen nach links zeigenden Pfeil neben der Überschrift Arbeitspakete im Menü, um zum Hauptmenü für das Projekt zurückzukehren. Wählen Sie dort Gantt-Diagramme (Abbildung 6). Sie sehen dann den zeitlichen Verlauf der Phasen (orangefarbene Balken), Aufgaben (blaue Balken) und Meilensteine (grüne Karos).

Abbildung 6: Das Gantt-Diagramm zeigt alle Phasen, Aufgaben und Meilensteine. Es erlaubt ein schnelles Anpassen einzelner Eintr&auml;ge.

Abbildung 6: Das Gantt-Diagramm zeigt alle Phasen, Aufgaben und Meilensteine. Es erlaubt ein schnelles Anpassen einzelner Einträge.

Bereits verstrichene Deadlines markiert die Software fett und in Rot. Bei den unterschiedlich langen Balken entsprechen der linke und rechte Rand dem Anfangs- und Enddatum der jeweiligen Aufgabe oder Phase; Meilensteine definieren einzelne Zeitpunkte.

Alles, was Sie hier sehen, lässt sich mit der Maus verändern: Klicken Sie auf den Anfangs- oder Endpunkt einer Phase oder Aufgabe beziehungsweise auf einen Meilenstein, halten Sie die Taste gedrückt und ziehen Sie dann die Markierung an eine neue Stelle. Solange Sie die Maustaste nicht loslassen, ändert sich dabei die Datumsangabe, was auf den Tag genaue Änderungen ermöglicht.

Sie können einen Balken auch in der Mitte anfassen und am Stück verschieben. Er bleibt dann gleich lang und ändert Anfangs- und Enddatum gleichzeitig. Beachten Sie: OpenProject fehlt eine Undo-Funktion, also die Möglichkeit, automatisch zu einem vorherigen Zustand zurückzukehren. Fehlerhafte Änderungen lassen sich aber korrigieren, sofern Sie den vorherigen Zustand kennen.

Besonders interessant sind die dünnen blauen Linien zwischen einigen Balken: Sie kennzeichnen im Gantt-Diagramm die erwähnten Beziehungen (Vorgänger/Nachfolger). In Abbildung 6 sehen Sie eine solche Beziehung zwischen der zweiten und der siebten Zeile. Versuchen Sie, die Aufgabe aus Zeile 7 nach links zu verschieben, dann bricht OpenProject den Vorgang ab und zeigt eine Fehlermeldung an (Abbildung 7).

Abbildung 7: Eine abh&auml;ngige Aufgabe (Nachfolger) kann nicht vor dem Abschluss ihres Vorg&auml;ngers beginnen.

Abbildung 7: Eine abhängige Aufgabe (Nachfolger) kann nicht vor dem Abschluss ihres Vorgängers beginnen.

Um in der Gantt-Ansicht neue Aufgaben zu erstellen, klicken Sie unten links auf +**Erstelle neues Arbeitspaket und tragen einen Namen für die Aufgabe ein. Anschließend ziehen Sie rechts davon im Gantt-Diagramm einen Balken auf und legen damit Anfang und Ende fest.

Boards

Mit Boards enthält OpenProject ein Projektmanagement-Tool ähnlich eines Whiteboards: Sie teilen die freie Fläche in mehrere Spalten mit unterschiedlichen Bedeutungen auf und kleben dann Karten in diese Spalten, die einzelne Aufgaben repräsentieren. Ändert sich der Status einer Aufgabe, bewegen Sie die Karte in eine andere Spalte. Die Software unterstützt dieses Prinzip auf viele verschiedene Arten, die allerdings fast alle nur in der Bezahlversion verfügbar sind. Sie kostet mindestens 1785 Euro pro Jahr und ist damit für Privatanwender uninteressant.

Eine ebenfalls nur in der Enterprise-Version enthaltene Board-Variante nennt sich Action-Board. Dort arbeiten Sie mit Spalten, die verschiedene Zustände repräsentieren. Fügen Sie dem Board eine Spalte In Bearbeitung und eine weitere Spalte Erledigt hinzu, befüllt das Programm beide automatisch mit den Aufgaben, die den jeweiligen Status erreicht haben. Wenn Sie eine Karte per Drag & Drop in die Spalte Erledigt ziehen, ändert das automatisch auch den Zustand.

Das Verwenden von Action-Boards ist sehr intuitiv, vor allem, wenn man eine entsprechende Arbeitsweise am physischen Whiteboard gewohnt ist. Neben den Action-Boards gibt es noch weitere Enterprise-only-Board-Typen, darunter die in der Softwareentwicklung beliebten Agile-Sprint- und Kanban-Boards. Auch das Zuordnen von Aufgaben an Projektmitarbeiter klappt über Boards. Dabei stehen die Spalten dann für einzelne Mitarbeiter oder Gruppen.

Die Gratisversion bietet nur das Basis-Board. Hier können Sie Spalten anlegen, Aufgaben als Karten in den Spalten platzieren und sie per Drag & Drop verschieben (Abbildung 8). Im Demo-Projekt ist das Basis-Board mit den Spalten Wunschliste, Engere Auswahl und Prioritätenliste für heute vorbelegt. Es lassen sich aber auch eigene Ordnungskriterien verwenden.

Abbildung 8: Auf dem Board ziehen Sie Aufgabenkarten per Drag&nbsp;&amp;&nbsp;Drop in andere Spalten.

Abbildung 8: Auf dem Board ziehen Sie Aufgabenkarten per Drag & Drop in andere Spalten.

Ein neues Board besitzt zunächst keine Listen, neu angelegte Listen stehen zunächst leer. Um eine Aufgabe einer Liste hinzuzufügen, müssen Sie entweder die Job-ID oder Teile des Titels kennen. Es fehlt eine Möglichkeit, die Arbeitspaketliste und das Board in einer geteilten Ansicht zu betrachten. Es hilft auch nur bedingt, die Liste in einem zweiten Browserfenster zu öffnen, denn zwischen zwei Fenstern ist kein Drag & Drop möglich. Immerhin sehen Sie dann aber die IDs, sodass Sie Aufgaben trotzdem schnell zum Board hinzufügen.

Eigenes Projekt

Nach diesem ersten Blick auf die wichtigsten Features starten wir mit einem eigenen Projekt namens Linux-PC**2025, bei dem es um das Zusammenstellen eines Linux-kompatiblen PCs geht.

Klicken Sie auf der Startseite links oben auf das grüne Plus-Symbol und wählen Sie aus dem Ausklappmenü den Eintrag +**Projekt. Vorlagen gibt es nicht. Als Name tragen Sie “Linux-PC 2025” ein, es handelt sich um kein Unterprojekt. Klicken Sie auf das Pfeilsymbol vor Erweiterte Einstellungen, füllen Sie das Feld Beschreibung aus und setzen Sie den Projektstatus auf nicht gestartet. Klicken Sie dann auf Speichern.

Sie gelangen nun automatisch zur Projektübersicht, in der Sie Arbeitspakete hinzufügen. Klicken Sie auf Arbeitspakete und dann in der (leeren) Tabelle unten auf +**Erstelle neues Arbeitspaket. Standardmäßig handelt es sich um eine Aufgabe; tragen Sie im leeren Feld davor einen Titel dafür ein. Sie können sich dabei an den Aufgaben aus Abbildung 9 orientieren.

Einige der Aufgaben erscheinen eingerückt, was sie als Unteraufgaben definiert. So fungiert Installation Debian-VM als Unteraufgabe von Installation Virtualisierer, was wiederum eine Unteraufgabe von Softwareinstallation ist. Übernehmen Sie auch diese Einrückungen, indem Sie jeweils einen Eintrag rechts anklicken und aus dem Kontextmenü In Hierarchie einrücken wählen.

Abbildung 9: So gliedern Sie das Projekt <span class="ui-element">Linux-PC**2025</span> in mehrere Aufgaben.

Abbildung 9: So gliedern Sie das Projekt Linux-PC**2025 in mehrere Aufgaben.

Zwischen einigen Aufgaben bestehen Abhängigkeiten: So kann etwa die Softwareinstallation erst nach Abschluss der Aufgabe Linux-Installation starten. Wechseln Sie zurück zur Projektübersicht und dann zu Gantt-Diagramme. Klicken Sie einen beliebigen Eintrag an und wählen Sie aus dem Kontextmenü Detailansicht öffnen aus. Falls der Platz auf dem Bildschirm knapp wird, schließen Sie das Menü über das Hamburger-Symbol links oben.

Sie sollten nun eine dreigeteilte Ansicht sehen. Links erscheinen die Aufgaben, in der Mitte das leere Gantt-Diagramm – Sie haben ja noch keine Termine festgelegt. Rechts sehen Sie die Übersicht zur ausgewählten Aufgabe. Klicken Sie rechts auf die Überschrift Beziehungen. Für jede Kombination von Aufgaben A und B, bei denen A erledigt sein muss, bevor B beginnt, wählen Sie links den Eintrag B aus, klicken dann rechts auf +**Beziehung und wählen Vorgänger. Im sich öffnenden Suchdialog tippen Sie die ID von A ein, wählen den angezeigten Treffer aus und klicken auf Hinzufügen. Rechts erscheinen die neuen Vorgänger in einer Liste.

Jetzt gilt es, grobe Zeitfenster für die einzelnen Aufgaben zu planen. Da Sie vorher die Abhängigkeiten definiert haben, ist eine Fehlplanung nicht möglich. Klicken Sie jeweils eine Aufgabe an und ziehen Sie im Diagrammbereich einen Balken auf, der sinnvoll erscheint. Über die Plus- und Minus-Symbole rechts oben verändern Sie die Zeitskala im Diagramm, sodass Sie das Gesamtprojekt je nach Bedarf in wenigen Tagen erledigen oder es auf viele Monate strecken. Bei Aufgaben, die sich grundsätzlich gleichzeitig abarbeiten lassen, wählen Sie, ob Sie sie parallel oder nacheinander erledigen (Abbildung 10).

Abbildung 10: Parallel oder in Reihe? Manche Aufgaben lassen sich auch gleichzeitig erledigen.

Abbildung 10: Parallel oder in Reihe? Manche Aufgaben lassen sich auch gleichzeitig erledigen.

Beim Bearbeiten oder dem Abschluss einer Aufgabe ändern Sie deren Status. Klicken Sie dazu in der jeweiligen Zeile auf den Status Neu und wählen Sie stattdessen In Bearbeitung oder Erledigt aus. Die erledigten Aufgaben verschwinden aus der Übersicht.

Mehr Features

Mit diesem ersten Projekt können Sie nun eigene Experimente starten: Finden Sie heraus, wie Sie einzelnen Aufgaben Informationen hinzufügen, etwa Links zu relevanten Webseiten oder Dateien wie eine PDF-Preisliste vom PC-Händler. Ergänzen Sie Meilensteine und Phasen und ordnen Sie die Aufgaben den Phasen zu. Legen Sie Benutzerkonten an und binden Sie Freunde oder Familienmitglieder in das Projekt ein.

Im Projektmenü verbirgt sich unter Wiki die Möglichkeit, das Projekt ausführlich zu dokumentieren. Sie legen darin Seiten an, die Sie hierarchisch organisieren. Im Editor fügen Sie Tabellen oder Bilder hinzu und arbeiten mit den aus Textverarbeitungen bekannten Absatzformaten wie Überschrift**1 bis Überschrift**5 und Absatz für normalen Text und Schriftformatierungen. Darüber hinaus platzieren Sie hier Links auf externe und interne Quellen. Den klassischen Wiki-Mechanismus, schnell auf eine andere, schon vorhandene Wiki-Seite zu verlinken, kennt diese Implementierung allerdings nicht.

Noch mehr Möglichkeiten finden Sie über den Projekt-Menüpunkt Projektkonfiguration. Ein Klick auf Module aktiviert zusätzliche Features, darunter ein Forum und einen Kalender (Abbildung 11). Diese Einstellungen sind jeweils projektspezifisch, weil Sie nicht immer alle Features benötigen werden.

Abbildung 11: &Uuml;ber <span class="ui-element">Module</span> schalten Sie weitere Features f&uuml;r ein Projekt frei, wie diesen Kalender.

Abbildung 11: Über Module schalten Sie weitere Features für ein Projekt frei, wie diesen Kalender.

Klicken Sie ganz rechts oben auf Ihr Benutzer-Icon und wählen im Menü den Eintrag Administration, dann gelangen Sie zu den systemweiten Einstellungen. Hier konfigurieren Sie zum Beispiel einen Mailserver, der den Versand von Benachrichtigungen ermöglicht. Daneben erreichen Sie an dieser Stelle die Benutzerverwaltung, wo Sie beispielsweise neue Konten einrichten.

Permanenter Container

Wenn Sie sich nach den ersten Experimenten entscheiden, ein echtes Projekt mit OpenProject zu verwalten, dann modifizieren Sie die Installation ein wenig. Der Demo-Docker-Container speichert Ihre Änderungen in einer Datenbank, die nur im Container lebt und verloren geht, sobald Sie den Container löschen.

Docker erlaubt jedoch, Verzeichnisse vom Hostsystem in den Container zu mappen. Die OpenProject-Entwickler schlagen vor, dafür das Verzeichnis /var/lib/openproject/ samt zweier Unterverzeichnisse zu erstellen und es nach /var/openproject/ im Container zu mappen. Im Test funktionierte das jedoch nicht.

Erzeugen Sie stattdessen mit den Kommandos aus den ersten beiden Zeilen von Listing 3 zwei Docker-Volumes. Mit dem Aufruf aus den folgenden Zeilen mappen Sie diese Volumes in den Unterordner /var/openproject/ im Container. Dort legt unter anderem der Datenbank-Server PostgreSQL seine Dateien ab.

Listing 3

Docker mit Verzeichnis-Mapping starten

$ docker volume create openproject-pgdata
$ docker volume create openproject-assets
$ docker run -d -p 8080:80 --name openproject \
  -e OPENPROJECT_HOST__NAME=openproject.example.com:8080 \
  -e OPENPROJECT_SECRET_KEY_BASE=secret \
  -e OPENPROJECT_HTTPS=false \
  -e OPENPROJECT_DEFAULT__LANGUAGE=de \
  -v openproject-pgdata:/var/openproject/pgdata \
  -v openproject-assets:/var/openproject/assets \
  openproject/openproject:15

In Zeile 4 geben Sie statt openproject.example.com den Rechnernamen der Maschine an, auf der Sie den Container starten: Das ist nötig, wenn Sie später von anderen Rechnern im lokalen Netz auf den Server zugreifen wollen. Falls Sie das nicht planen, verwenden Sie den Rechnernamen localhost. Das Wort secret in Zeile 5 ersetzen Sie durch eine zufällige Folge von Buchstaben und Zahlen, die Sie sich selbst ausdenken oder mit dem Kommando pwgen 20:*1 erstellen.

Den laufenden Container stoppen Sie später mit docker stop openproject und starten ihn erneut mit docker start openproject. Nach dem Entfernen des Containers können Sie erneut das Kommando aus Listing 3 ausführen. Der dann wieder frisch aufgesetzte OpenProject-Container findet Ihre im Docker-Volume gespeicherte Datenbank.

Klassische Installation mit Apt

Um die Software ohne den Container-Umweg zu installieren, bieten die Entwickler Pakete für verschiedene Distributionen und Versionen an, allerdings nicht für die aktuellsten Releases [5]. Bei Ubuntu beschränkt sich der Support auf LTS-Versionen, mit Version 22.04 als derzeit aktuellster Ausgabe.

Wir haben ausprobiert, ob die Installationsanleitung trotzdem unter Ubuntu 24.04 LTS funktioniert. Das ist leider nicht der Fall. Zwar konnten wir das Paket über Apt einspielen. Die anschließende Konfiguration scheiterte aber, weil das im Paket enthaltene Konfigurationsskript mit der neueren PostgreSQL-Version nicht zurechtkam.

Wird die von Ihnen verwendete Distributionsversion nicht unterstützt, bleibt nur, auf einen Container auszuweichen. Von der Alternative, OpenProject selbst aus dem Quellcode zu übersetzen, rät die Dokumentation explizit ab [6].

Wir haben außerdem die Installation unter Ubuntu 22.04 getestet, bei der Sie in zwei Phasen zunächst mit den Befehlen aus Listing 4 ein OpenProject-Repository zu den Paketquellen hinzufügen, die Pakete herunterladen und einspielen.

Listing 4

Installation unter Ubuntu

$ sudo apt update && sudo apt upgrade
$ sudo apt install apt-transport-https ca-certificates wget
$ sudo wget -O /etc/apt/trusted.gpg.d/openproject.asc https://dl.packager.io/srv/opf/openproject/key
$ sudo wget -O /etc/apt/sources.list.d/openproject.list https://dl.packager.io/srv/opf/openproject/stable/15/installer/ubuntu/22.04.repo
$ sudo apt update
$ sudo apt install openproject

In der zweiten Phase starten Sie mit dem Befehl sudo openproject configure das Einrichten von OpenProject und den weiteren installierten Paketen. Wählen Sie zunächst die OpenProject-Version default und bei den Fragen zur Datenbank und zum Apache-Webserver jeweils die Option install aus (Abbildung 12). Bei den meisten weiteren Fragen übernehmen Sie die Vorgaben. Als Kontakt geben Sie jedoch Ihre eigene E-Mail-Adresse ein und stellen die Standardsprache (openproject/default_language) auf Deutsch um.

Abbildung 12: Das Configure-Skript f&uuml;hrt Sie durch die Einrichtungsschritte.

Abbildung 12: Das Configure-Skript führt Sie durch die Einrichtungsschritte.

Im Anschluss spielt die Routine den Webserver Apache ein, konfiguriert das Setup-Skript und bereitet die verschiedenen Komponenten wie Webserver und Datenbank so vor, dass sie zusammenarbeiten. Das dauert eine Weile, vor allem das Einrichten der Datenbanktabellen benötigt Zeit. Der Vorgang ist abgeschlossen, sobald der Shell-Prompt wieder erscheint.

Im Webbrowser öffnen Sie nun die URL http://<I>Hostname<I>, wobei Sie als Hostname den Rechnernamen eingeben, den das Kommando hostname ausgibt. Ein schlichtes localhost genügt hier nicht, da Sie dann die Fehlermeldung Invalid host_name configuration erhalten. Verwenden Sie auch keine Portnummer, denn der Installer hat den OpenProject-Server auf den Standard-HTTP-Port 80 gelegt. Die weiteren Schritte funktionieren analog zur Docker-basierten Installation.

Fazit

OpenProject ist ein sehr komplexes, leistungsfähiges und gut durchdachtes Projektmanagement-Tool. Besonders positiv fällt auf, dass die Entwickler Wert darauf legen, Umwege zu vermeiden. An praktisch jeder Stelle können Sie unmittelbar Änderungen an einzelnen Aufgaben vornehmen – egal, ob Sie gerade das Gantt-Diagramm, die Arbeitspaketliste oder ein Board betrachten. Viele Änderungen lassen sich per Drag & Drop mit der Maus erledigen.

Etwas lästig sind die Menüpunkte, die zu Features der Enterprise-Version gehören. Die entsprechenden Funktionen erfordern ein Abo, das in der günstigsten Variante Basic 5,95 Euro pro Monat und User mit mindestens 25 Benutzern kostet. Das entspricht 1785 Euro pro Jahr, eine für den Heimanwender offensichtlich nicht relevante Investition. (tle)

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