Ob Videos, Fotos oder PDF-Dokumente: Viele Dateien enthalten teils sehr persönliche Informationen in Form von eingebetteten Informationen. Metadata Cleaner entfernt sie.
Metadaten sind an sich eine tolle Idee. Sie enthalten Informationen über die verwendete Fototechnik, die verwendeten Bearbeitungsprogramme oder den Zeitpunkt des letzten Arbeitsschritts. Sofern die Kamera das unterstützt, enthalten sie auch die GPS-Koordinaten der Stelle, an der Sie das phänomenale Panorama der Strandidylle aufgenommen haben.
Auf der anderen Seite birgt das auch Gefahr, unfreiwillig Ihre Privatsphäre zu gefährden. Bis hin zur Seriennummer des Aufnahmegeräts könnten theoretisch alle möglichen Daten gespeichert sein. Für Fotografen sind das zwar willkommene Informationen, die jedoch unter Umständen andere Menschen in Gefahr bringen können. Und auch ohne Gefahr muss man private Daten nicht unbedingt proaktiv an Dritte weitergeben, etwa über Social-Media-Seiten wie Facebook, Twitter oder Whatsapp, die diese Daten gern speichern und für andere Zwecke nutzen.
Erfreulicherweise gibt es Anwendungen wie Metadata Cleaner [1], mit denen Sie solche Metadaten unkompliziert und effektiv entfernen. So bleiben private Daten privat, außer, Sie geben sie beabsichtigt selbst weiter.
Installation
Einige Distributionen liefern das Paket metadata-cleaner über die eigenen Repositories aus, etwa Debian (Unstable), Ubuntu oder NixOS. Auch die Arch-Linux-Repositories halten eine aktuelle Version parat.
Verwenden Sie eine andere Distribution, dann entscheiden Sie sich am besten für den vom Entwickler der Software offiziell empfohlenen Weg und installieren das Programm als Flatpak (Listing 1). Alternativ kompilieren Sie die Software selbst aus dem Quelltext [2].
Listing 1
Metadata Cleaner installieren
# flatpak install app/fr.romainvigier.MetadataCleaner/x86_64/stable
Arbeitsweise
Während es Werkzeuge mit vergleichbarer Funktion wie Exiftool [3] und Mat2 [4] nur als Konsolenanwendung mit eigener Syntax gibt, ist Metadata Cleaner ein reines GUI-Werkzeug. Damit lässt es sich um ein Vielfaches intuitiver benutzen, wenn Sie ohnehin mit der Maus im Desktop-Modus arbeiten. Die Anwendung basiert auf den GTK- und Libadwaita-Toolkits und passt damit perfekt in die Gnome-Desktop-Umgebung (Abbildung 1). Im Hintergrund arbeitet die Technik von Mat2 zum effektiven Entfernen der Metadaten.

Abbildung 1: Die grafische Oberfläche von Metadata Cleaner gestaltet sich übersichtlich und intuitiv.
Zum Entfernen von Metadaten ziehen Sie die gewünschte(n) Datei(en) per Drag & Drop aus dem Dateimanager in das Anwendungsfenster (das funktioniert bei einigen Distributionen nicht mit Wayland) oder fügen sie über Add Files hinzu. Das Dateiformat spielt dabei keine große Rolle: Von AVI über PDF, JPEG, WAV bis hin zu ZIP akzeptiert die Software fast alles. Die gefundenen Parameter der jeweiligen Datei zeigt sie nach dem Hinzufügen in einem farbigen Feld an. Per Klick auf die jeweilige Datei sehen Sie sich die ausgelesenen Metadaten näher an (Abbildung 2). Nach einem Klick auf Clean entfernt das Programm alle Metadaten aus der jeweiligen Datei.
Alternativ aktivieren Sie durch einen Klick auf das Zahnradsymbol neben Clean den Modus Lightweight aktivieren. Er vermeidet beispielsweise bei ausfüllbaren PDFs oder bereits komprimierten Bildern unnötige Komplikationen. Die Software bearbeitet die Dateien direkt, der Vorgang lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Metadata Cleaner fehlt die Möglichkeit, automatisiert eine Ausgangsdatei beziehungsweise vorher eine zu bearbeitende Kopie zu erstellen.
Fazit
Mit Metadata Cleaner erhalten Sie ein effektives Werkzeug, um mit einem Klick alle Metadaten von verschiedensten Dateiformaten zu entfernen. Es kommt komplett ohne Terminal aus, ist freie Software und passt dank GTK und Libadwaita perfekt zu aktuellen Gnome-Desktops. Die Bedienung könnte kaum einfacher sein. Einzig die gewählten Hintergrundfarben dürften wohl viele Benutzer an die eigenen Vorstellungen anpassen: Lila als Grundfarbe ist für manche eventuell ein Farbtupfer zu viel. (tle)
Der Autor
Claudius Grieger nutzt Linux als Kreativsystem für Musik, Grafik und Texte. Debian “Sid” ist dabei das System seiner Wahl. Metadaten mag er nicht.
Infos
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Metadata Cleaner: https://metadatacleaner.romainvigier.fr
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Quellcode: https://gitlab.com/rmnvgr/metadata-cleaner/
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Exiftool: Karsten Günther, “Richtig eingebettet”, LU 11/2020, S. 86, https://www.linux-community.de/45328






