Mit Hard Disk Sentinel überwachen Sie Massenspeicher vollautomatisch und ohne jeglichen Schnickschnack.
Massenspeicher nehmen in modernen PCs aufgrund der täglich wachsenden Flut an Daten eine immer zentralere Rolle ein. Umso wichtiger ist es für Anwender im Privatbereich und in Unternehmen, die im Rechner verbauten Speichersysteme im Auge zu behalten, um Datenverluste durch Defekt oder Überhitzung zu vermeiden. Mit dem Programm Hard Disk Sentinel [1] haben Sie die Datenträger permanent im Blick, sodass Sie stets über den Zustand der Massenspeicher informiert bleiben.
Die Software
Das aus Ungarn stammende Hard Disk Sentinel hat sich in den letzten zehn Jahren unter anderen Betriebssystemen zum Quasistandard im Bereich der professionellen Massenspeicherwartung entwickelt. Dabei steht die proprietäre Software für diese Betriebssysteme kostenpflichtig in mehreren Versionen bereit.
Für Linux gibt es dagegen eine kostenlose Variante, die wichtige Betriebsparameter der Geräte permanent überwacht [2]. Sie liegt sowohl für 32- als auch für 64-Bit-Systeme vor. Die beiden gepackten TAR-Archive mit jeweils rund 2,5 MByte stehen auf der Webseite des Herstellers zum Herunterladen bereit.
Darüber hinaus bieten die Entwickler für Computer ohne grafische Oberfläche eine Version für die Kommandozeile an [3]. Hier ermöglichen zahlreiche Parameter die Abfragen. Einige davon eignen sich dazu, den Hardwarestatus zu dokumentieren.
Installation
Nach dem Herunterladen des für Ihr System passenden Archivs entpacken Sie es in ein beliebiges Verzeichnis. Dabei entsteht der neue Ordner HDSentinel_GUI/, in dem Sie mehrere Dateien und ein weiteres ZIP-Archiv finden. Danach rufen Sie im Terminal in diesem Verzeichnis den Befehl ./install.sh auf. Das Skript installiert und konfiguriert die Software nach Eingabe der entsprechenden Authentifizierung.
Nach der Installation finden Sie im Programmmenü des Desktops den Eintrag Hard Disk Sentinel GUI vor. Nach dem Start fragt die Software Ihr Passwort ab, um mittels Sudo die nötigen Privilegien zu erlangen, und durchsucht dann das System nach Massenspeichern. Dabei umfasst die Liste neben herkömmlichen PATA- und SATA-Geräten auch moderne NVMe-Medien.
Ältere Speicherkarten, die Sie über den PCIe-Bus ans System anschließen und die eine spezielle Firmware benötigen, erkennt das Werkzeug ebenfalls korrekt. Selbst Speicherkartenleser und per USB angeschlossene Wechseldatenträger erscheinen in der Tabelle (Abbildung 1).
Rechts davon sehen Sie in einem größeren Bereich die grundlegenden Daten zum Status des jeweils aktiven Laufwerks. Dabei zeigt die Software die aktuelle sowie die maximale Temperatur sowie die Betriebsstunden. In einem kleinen Textfeld gibt Hard Disk Sentinel zudem Auskunft zum aktuellen Gesamtstatus des Laufwerks.
Sollten die Werte für die Temperatur stärker schwanken, aktualisieren Sie die Anzeige mit einem Klick auf Refresh von Hand. Anhand der SMART-Werte ermittelt das Tool zudem die Lebensdauer des jeweiligen Laufwerks. Diesem Wert kommt jedoch im Allgemeinen nur eine eingeschränkte Aussagekraft zu, da er auf Schätzungen der Hersteller beruht.
Hard Disk Sentinel unterscheidet zwischen SSDs und konventionellen Platten und gibt bei SSDs nicht die noch zu erwartende Betriebsspanne an, sondern die Kapazität in Gigabyte, die das aktive Laufwerk noch an Transfers verträgt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Bei modernen SSD-Laufwerken prüft das Tool, wie viele Schreibzyklen die Medien noch voraussichtlich vertragen.
Problematische Werte kennzeichnet die Anwendung, indem sie im grünen Quadrat vor dem jeweiligen Balken anstelle eines Häkchens ein Ausrufezeichen im gelben Dreieck setzt. Im Textfeld zeigt sie zudem Hinweise an, welche Aktionen Ihrerseits erforderlich sind, um einen drohenden Ausfall des Laufwerks zu vermeiden.
Ausnahmen
Die Controller für die meisten aktuellen Flash-Speicher wie USB-Medien, (Micro-)SD-Karten oder die allmählich aus der Mode kommenden Compact-Flash-Karten implementieren den SMART-Befehlssatz nicht. Daher erkennt Hard Disk Sentinel diese Geräte zwar, kann jedoch keine Betriebsdaten auslesen und anzeigen. Die entsprechenden Felder bleiben bei diesen Medien daher leer (Abbildung 3).

Abbildung 3: Aufgrund unvollständiger Controller-Firmware kann Hard Disk Sentinel Flash-Wechselmedien nicht überwachen.
System-Tray
Nach dem Start platziert die Anwendung ein kleines Icon im System-Tray der Arbeitsumgebung. Es signalisiert die Temperatur des aktiven Massenspeichers bei tolerablen Werten mit einem grünem Hintergrund, bei zu hohen Temperaturen mit einem roten.
Aus dem Kontextmenü des Icons holen Sie mit der Option Show main window das minimierte Programmfenster wieder in den Vordergrund. Über die Option Exit schließen Sie das Werkzeug und entfernen es zusätzlich aus dem System-Tray.
Am Prompt
Professionelle Server-Systeme verfügen in der Regel über keine grafische Oberfläche, die Administration erfolgt meist über eine sichere Verbindung in der Shell. Für Admins und Desktop-Anwender, die Werkzeuge lieber im Terminal nutzen, stellen die Entwickler von Hard Disk Sentinel deshalb eine Kommandozeilenvariante des Tools bereit, die dieselben Funktionen bietet wie die GUI-Version. Sie steuern sie über eine Reihe von Aufrufparametern. Die CLI-Version erlaubt, über eine Routine zum Erstellen von Berichten den Status von Massenspeichern zu dokumentieren. Sie liegt ebenfalls in einer 32- und einer 64-Bit-Variante vor.
In die Installationsbeschreibung der neuesten Version 0.19 hat sich allerdings ein Fehler eingeschlichen, der den Einsatz der Software erschwert: Da die Entwickler das zum Download angebotene GZIP-Archiv versehentlich zwei Mal gepackt haben, müssen Sie das Archiv zunächst mit dem integrierten grafischen Frontend Ihrer Arbeitsumgebung entpacken. Das daraus entstandene zweite Archiv entpacken Sie anschließend nochmals. Allerdings erkennen zahlreiche Frontends das abweichende Format nicht, weswegen es sich empfiehlt, ein Profiprogramm zum Umgang mit Archiven wie etwa Peazip zu nutzen.
Das fertig entpackte Archiv enthält lediglich die ausführbare Datei HDSentinel, die Sie mithilfe des Befehls aus der ersten Zeile von Listing 1 mit Ausführungsrechten versehen. Danach rufen Sie die Software durch Eingabe des Befehls aus der zweiten Zeile von Listing 1 auf.
Listing 1
Setup und Start
$ sudo chmod 755 HDSentinel $ sudo ./HDSentinel Parameter
Über die Parameter und deren Anwendung finden Sie Informationen auf der Webseite der Software. Die entsprechenden Ausgaben erhalten Sie dann im Terminal oder auf der Konsole (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die Konsolenversion gibt im Terminal die wichtigsten Statusdaten eines Datenträgers an.
Bei Bedarf legen Sie zudem Berichte im Text-, HTML- oder XML-Format an, die den Zustand eines Massenspeichers dokumentieren. Dazu bringt das Kommandozeilenwerkzeug ebenfalls entsprechende Parameter mit (Abbildung 5). Der Bericht im HTML-Format fällt dabei wesentlich detaillierter aus als die im grafischen Frontend ersichtlichen Informationen.

Abbildung 5: Der Bericht im HTML-Format dokumentiert den Status eines Massenspeichers und der Schnittstellen in ausführlicher Form.
Auf diese Weise dokumentieren Sie nicht nur die implementierten Features der jeweiligen Schnittstellen, sondern generieren zusätzlich eine SMART-Tabelle mit den aktuellen Werten. Als Administrator erkennen Sie anhand der Werte frühzeitig, wann der Austausch eines Datenträgers ansteht.
Fazit
Das kompakte Werkzeug Hard Disk Sentinel beschränkt sich ausschließlich darauf, den Zustand der Massenspeicher im System zu überwachen. Die Bedienoberfläche und das Kontextmenü konzentrieren sich auf das Wesentliche. Die Anwendung schont die Ressourcen und gibt mithilfe weniger Symbole und kurzer Erläuterungen einen schnellen Überblick über alle Massenspeicher.
Per USB-Anschluss mit dem Computer verbundene Flash-Speicher zeigt das Tool zwar an, kann jedoch keine Statuswerte auslesen. Mehrere im System installierten Datenträger wählen Sie in der GUI der Reihe nach aus und behalten so ohne Umwege das komplette Subsystem im Auge. Hard Disk Sentinel sollte auf keinem System mit wichtigen Datenbeständen fehlen. (agr)
Infos
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Hard Disk Sentinel: https://www.hdsentinel.com
-
Linux-Version mit GUI: https://www.hdsentinel.com/hard_disk_sentinel_linux_gui.php
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Variante ohne GUI: https://www.hdsentinel.com/hard_disk_sentinel_linux.php






